Ettore Scottsass, Tafelausfsatz "ES14" (Bild: alessi.com)

A Sottsass each day …

Worte wie „Tafelaufsatz“, „Lindenholz“ und „nummerierte Stückzahl“ müssen das Herz eines jeden designaffinen Postmodernisten höher schlagen lassen. Alessi kommt diesem Bedürfnis nach und legt einen Klassiker genau 999 mal neu auf: den Tafelaufsatz (unnützes Ding für zum andere unnütze Dinge drauflegen) „ES14“ von Ettore Sottsass (1917-2007). Der gebürtige Österreicher verstand sich selbst als „Anti-Designer“. Er reüssierte mit humorvoll überbordenden Entwürfen für Firmen wie Olivetti oder Bonacina, entwarf Möbel für Möbelkollektionen für Poltrona Frau und schreckte auch vor architekturnahen Projekten wie Bushaltestellen nicht zurück.

In diesem Jahr wäre der vielseitige Gestalter 100 Jahre alt geworden, der sein Werk so treffend charakterisierte: „Fast alle Objekte, die ich entwerfe, haben einen Sockel und berühren den Boden nicht direkt. Sobald man ein Objekt auf einen Sockel stellt, wird das Objekt sofort wichtig und fester: es wird zu einem kleinen Denkmal“. Stimmt. Die Firma Alessi huldigt Sottsass, indem sie den vortrefflichsten aller Sockel für Äpfel (und andere Schönheiten) in der Valle Strona in teilhandwerklicher (?) Arbeit produzieren lässt. Das hier ruft sehr laut „Weihnachtsgeschenk“. (kb, 11.11.17)

Ettore Sottsass, ES14 (Bild: alessi.com)