Vaals, Abtei St. Benedictus (Bild: © Jeroen Verrecht)

„A House for the Mind“: Dom Hans van der Laan

Es klingt fast mittelalterlich: Da arbeitet ein Mönch zugleich als Architekt und baut – natürlich – Kirchen und Klöster. Der 1904 in Leiden geborene Hans van der Laan nahm sein Studium in Delft auf, das er zugunsten seines Eintritts in den Benediktinerorden abbrach. Zu seinen wohl bekanntesten Bauten zählen die Abtei St. Benedictus (1968) in Vaals und die Abtei Roosenberg (1974) im belgischen Waasmunster. Als van der Laan 1991 in Memelis bei Vaals verstarb, hatte er sich über Jahrzehnte der Aufgabe verschrieben, die mittelalterliche Kirchbautradition in die Moderne zu überführen.

In Belgien hat man sich unter dem Titel „A House for the Mind“ das Werk van der Laans vorgenommen. 1977 sollte dieser sein Grundlagenwerk „De architectonische ruimte“ veröffentlichen. Entlang dieses Theoriekonzepts wollen die Kuratoren das fast hermetisch wirkende Werk des Benediktiners aufschlüsseln. Drei zeitgenössische Künstlerinnen – die deutsche Fotografin Friederike Von Rauch, die estnische Filmemacherin Ingel Vaikla und die niederländische Tonkünstlerin Esther Venrooy – zeigen daher ihren Blickwinkel auf van der Laans Bauten. Die Präsentation ist vom 13. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 in Antwerpen (deSingel International Arts Campus – Expo, Desguinlei 25, Antwerpen) zu sehen. Die Vernissage findet am 12. Oktober 2017 um 20 Uhr (Blue Hall deSingel International Arts Campus, Antwerpen) statt, eine Anmeldung ist erforderlich. (kb, 11.10.17)

Vaals, Abtei St. Benedictus (Bild: © Jeroen Verrecht)