Architekturen des Gebrauchs

Berlin, Flughafen Berlin-Schönefeld (Bild: Dina Dorothea Falbe)
Private Flugversuche in Berlin-Schönefeld (Bild: Christopher Falbe)

Am Anfang fanden wir sie einfach schön, die öffentlichen Bauten der Nachkriegsmoderne. Dann haben wir uns gefragt: Woher kommt diese Faszination? Also sind wir auf Erkundungstour gegangen, haben fotografiert, recherchiert, mit Nutzern, Architekten und unabhängigen Experten gesprochen. Jetzt möchten wir unsere Entdeckungen durch ein Buch mit Anderen teilen. Unter dem Titel „Architekturen des Gebrauchs“ erzählen wir darin sechs Geschichten von besonderen Räumen der 1960er und 1970er Jahre.

 

Sechs Orte im Westen und Osten Deutschlands

Potsdam, FH (Bild: Christopher Falbe)
Industrielle Materialien, gute Details: Potsdam, FH (Bild: Christopher Falbe)

Ausgewählt haben wir sechs „Architekturen des Gebrauchs“ im Osten und im Westen Deutschlands: das Rathaus Elmshorn, die Alte Parteischule Erfurt, die Fachhochschule Potsdam, die Medizinische Hochschule Hannover, den Hauptbahnhof Ludwigshafen und den Flughafen Berlin-Schönefeld. Sie zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider deutscher Staaten. Auf eine Phase des bescheidenen Wiederaufbaus in den 1950er Jahren folgte damals eine selbstbewusste Aufbruchsstimmung.

Moderne Gestaltungsansätze trafen auf die abstrakte Konzeption neuer Architektur, doch vor allem sollten die Räume im Alltag reibungslos funktionieren. Endlich konnte die Normierung in großem Maßstab angewandt werden, endlich konnten Akteure wie Rudolf Hillebrecht oder Hermann Henselmann ihre Ideen umzusetzen. Diese Architekten teilten ein Ziel: Der Wohlfahrtsstaat ebenso wie der Sozialismus waren zutiefst überzeugt, dass der wirtschaftliche Fortschritt zugleich eine hohe Lebensqualität für viele Menschen garantiert. Heute lieben wir diese Architekturen für ihren Optimismus, für die industriellen Materialien, die vielen durchdachten Details. Gleichzeitig schätzen wir aber auch die Formen der Aneignung, die diese Bauten erfahren (haben). Jeder „Gebrauch“ moderner Architektur erzählt uns von gesellschaftlichen Veränderungen und kann damit auch zum Ausgangspunkt für Zukunftsvisionen werden.

 

Eine gute Idee braucht Unterstützer

Erfurt, Alte Parteischule (Bild: Christopher Falbe)
Alte Zukunft trifft neue Ideen: Erfurt, Alte Parteischule (Bild: Christopher Falbe)

Bewusst interdisziplinär angelegt, bringt unser entstehendes Buch „Architekturen des Gebrauchs“ unterschiedliche Positionen zusammen: Fotos, Zeichnungen, Interviews, Erläuterungen und fachliche Texte regen zur Auseinandersetzung und zum Gespräch über dieses architektonische Erbe an. Inhalt und Layout sind fast fertig und das Buch kann bereits auf Startnext vorbestellt werden. Alle Unterstützer (ja, wir suchen und brauchen noch Geld für den Druck) werden im Buch genannt werden, anonyme Unterstützung ist natürlich auch möglich. Wir glauben, es lohnt sich, denn die Beschäftigung mit den „Architekturen des Gebrauchs“ ist die beste Diskussionsgrundlage rund um kreative Freiräume, persönliche Identität und kulturelles Erbe. Außerdem zeigen wir einfach schöne Bilder. Mit 7.500 Euro könnten wir die Druckkosten decken und das Buch in einer Auflage von 500 Stück im Weimarer Verlag „M Books“ herausgeben. Insgesamt betragen die Produktionskosten 10.500 Euro. Wenn diese schon vor dem Druck zusammenkommen sollten, hätten wir mehr Zeit für den Feinschliff, damit ein wirklich tolles Buch entstehen kann. (9.4.17, Dina Dorothea und Christopher Falbe)

Pünktlich zur Buchmesse: Das von Christopher und Dina Dorothea Falbe herausgegebene Buch „Architekturen des Gebrauchs“ ist im im Weimarer Verlag M Books erscheinen. (kb, 8.10.17)

So soll das Ganze aussehen …