Baukunst und Nationalsozialismus

baukunst_und_nationalsozialismus_bild_dom_publishersDer Band „Baukunst und Nationalsozialismus“ thematisiert ein unbequemes Kapitel deutscher Geschichte. Während Deutschland Krieg führte, wurde die Ausstellung „Neue Deutsche Baukunst zwischen 1940 und 1943“ in mehreren europäischen Großstädten mit großem Erfolg gezeigt. Die aufwendige Schau demonstrierte einen selbstbewussten Machtanspruch: Das nationalsozialistische Deutschland reklamierte damit im Rahmen einer Kulturkampagne seine Führung in Europa. Es unterstrich, erst der Nationalsozialismus habe einen Neuanfang in Architektur und Stadt möglich gemacht.

Diese erste umfassende Leistungsbilanz sollte zugleich Vorbildliches für das zukünftige Bauen zeigen. Die Ausstellung war für die vorliegende Studie der Auslöser. Anhand umfangreicher, bislang unveröffentlichter Materialien zeichnen die Autoren Jörn Düwel und Niels Gutschow die unmittelbare Entstehungs- und Wirkungsgeschichte nach. Sie beschreiben die Akteure und geben dem Thema selbst Raum: Was verstand man unter neuer deutscher Baukunst? Auf welche Vorbilder berief man sich, was waren die Ziele? Inwieweit waren Texte und das gesprochene Wort mit den architektonischen Entwürfen vereinbar? (kb, 16.12.16)

Düwel, Jörn/Gutschow, Niels, Baukunst und Nationalsozialismus. Demonstration von Macht in Europa 1940-1943. Die Ausstellung Neue Deutsche Baukunst von Rudolf Wolters, Dom Publishers, Berlin 2015, Softcover, 21 × 23 cm, 480 Seiten, 270 Abbildungen, ISBN 978-3-86922-026-0.