Forschung

Ulm, Hochschule für Gestaltung (Foto: Hans G. Conrad/René Spitz, GFDL oder CC BY SA 3.0, OTRS ticekt #2011121610004379)

Zeigeordnungen

In gerade einmal fünfzehn Jahren avancierte die Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) zum wegweisenden Orte für modernes Design. Hier entstanden ikonische Entwürfe für die Audiogeräte von Braun, für die Lufthansa oder die Hamburger Hochbahn. Doch es ging in Ulm nicht allein um die Gestaltung von Produkten, sondern auch um die öffentliche Inszenierung von Gestaltung – z. B. durch Ausstellungen. So erreichte die HfG die Menschen vor Ort ebenso wie in der näheren Umgebung wie München und Stuttgart und darüber hinaus bis nach Mailand, Amsterdam und zuletzt in Montréal.

Für die Tagung „Gestaltung ausstellen. Zeigeordnungen 1950-1970“, die in Ulm vom 29. bis 31. Oktober 2018 stattfinden soll, werden noch Themen gesucht. Es geht den Veranstaltern um den Zusammenhang von Design- und Ausstellungsgeschichte der Nachkriegszeit. Möglich sind Vorschläge zu den folgenden Schwerpunkten: 1. Politik und Ökonomie, 2. Pädagogik, 3. Ästhetik und Medialität. Ulm soll hierbei als ein – wenn auch exponiertes – Beispiel von vielen angenommen werden. Erbeten sind Vorschläge für einen 30-minütigen Vortrag als Exposé von max. 2.000 Zeichen mit einer biobibliographischen Notiz und Kontaktdaten bis spätestens zum 15. Mai 2018 an: hfg-archiv@ulm.de. Rückfragen sind möglich bei: Dr. Martin Mäntele, 0731/161-4372, M.Maentele@ulm.de. (kb, 17.4.18)

Ulm, Hochschule für Gestaltung, 1955, Max Bill (Foto: Hans G. Conrad/René Spitz, GFDL oder CC BY SA 3.0, OTRS ticket #2011121610004379)

Gesucht: Heimliche Häuschenbauer

Wie war das damals an Weihnachten? Stand da auch die Modellbahn neben dem Baum oder haben Sie lieber nach der Bescherung  im stillen Kämmerlein an Ihrer Miniaturwelt gebastelt? Vielleicht gehören Sie ja sogar zu den Glücklichen, deren Anlage das ganze Jahr aufgebaut in Keller oder Kinderzimmer stand! Wir sind neugierig – und vielleicht kehren bei Ihnen ja einige schöne Erinnerungen zurück …

Für unser kommendes Themenheft und für unsere Ausstellung  „märklinMODERNE“ sind wir auf der Suche nach Ihren Kindheits- und Jugendbildern mit der Spielzeug-Eisenbahn und den dazugehörigen Modellbausätzen. Keine Sorge, auch andere Marken wie Fleischmann, Trix oder Rokal (falls die noch jemand kennt!) bzw. Faller, Vollmer, Kibri oder Vero sind willkommen. Die schönsten Einsendungen (digitalisiert oder per Post; bis 3. Mai 2018) werden nicht nur online bei mR gezeigt, sondern auch in der Ausstellung, die am 19. Mai in Frankfurt im Deutschen Architekturmuseum startet. Ihr Bild drei Monate lang direkt neben dem späteren Architekturkritiker Falk Jaeger und seiner Jugend-Modellbahnanlage – das wäre doch was! Einlieferungen per Post bitte an: moderneREGIONAL c/o Karin Berkemann, Frankenallee 134, 60326 Frankfurt. Digitale und eingescannte Fotos an: k.berkemann@moderne-regional.de (db, 16.4.18)

 Die brandneue Villa im Tessin im Bau (Foto: um 1962, privat)

Kehlen, St. Verena (Bild: Andreas Praefcke, CC BY SA 3.0, 2011)

Es braucht ein ganzes Dorf

Kirchen und Kinder ähneln sich mindestens in einem Punkt: Es braucht das sprichwörtliche ganze Dorf, um ihnen eine gute Gegenwart und eine ebensolche Zukunft zu bereiten. Doch gerade im ländlichen Bereich fehlt es immer häufiger an Bevölkerung, Kirchenmitgliedern und nicht zuletzt Geld, um Kirchenbauten zu bewahren. Dieses immer drängender werdende Problem trifft auch im ländlichen Bereich die angestammten historischen Gottesdiensträume ebenso wie die Erweiterungen und Neubauten wachsender Dörfer und Stadtteile im 20. Jahrhundert. Darum hat die Wüstenrot Stiftung das Thema „Die Kirche in unserem Dorf“ zum Schwerpunkt ihres vierten Wettbewerbs in der Reihe „Land und Leute“ gemacht.

Gesucht werden noch bis zum 15. Juni 2018 Beispiele dafür, wie Kirchen, Klöster und andere Gebäude im kirchlichen Umfeld mit einer veränderten oder ergänzten Nutzung weiterhin als Begegnungsräume erhalten werden können. Willkommen sind alle Arten der Veränderungen an Kirchen von der Modernisierung, Erweiterung, Verkleinerung bis zur Umnutzung. Die Kirchengebäude sollten in kleinen Gemeinden und Städten oder – beispielsweise in Verbandgemeinden – in Ortsteilen mit bis zu 5.000 Einwohnern stehen. Ziel ist es, aus den Einsendungen zu diesem Wettbewerb eine aktuelle Übersicht zu erstellen und beispielhafte Angebote zu dokumentieren. (kb, 7.4.18)

Download der Ausschreibungsunterlagen

Kehlen, St. Verena (Bild: Andreas Praefcke, CC BY SA 3.0, 2011)

Potsdam, Restaurant Minsk (Grafik: Katja Chudoba, Studio114.de, Potsdam)

Eine Perspektive für das Minsk?

„Der Brauhausberg zu Potsdam wird in vielen Quellen und Reisebeschreibungen als eine der wichtigsten Landmarken im Stadtraum beschrieben (…). Seine stadtseitige Ansicht wurde im Zuge der Neugestaltung nach dem Krieg von zwei prägnanten Sonderbauten der Nachkriegsmoderne – Schwimmhalle (1971) und Terrassenrestaurant Minsk (1977) – bildhaft neu geprägt.“ So bringt es der Offene Brief auf den Punkt, den ostmodern.org heute mit 35 Erstunterzeichnern veröffentlicht hat. Adressaten sind die Stadtverordneten, die Stadtverwaltung und städtischen Tochtergesellschaften Potsdams. Mit ihrer Aktion wollen die Unterzeichner den vollständigen Verlust der ostmodernen Brauberg-Gestaltung verhindern. Denn, nachdem die Schwimmhalle bereits weichen musste, sieht es nun schwarz aus für das verbliebene, inzwischen leerstehende Minsk.

„Aus unserer Sicht gehört das Minsk unter den Bauten der Potsdamer Nachkriegsmoderne zur obersten Riege der wenigen Leitbauten – auch wenn der heutige Eindruck die Qualitäten etwas vergessen lassen mag“ – so die Argumentation. Alternativen/alternative Bieter für einen Erhalt hätte es seit Jahren gegeben und bestünden grundsätzlich weiterhin. Hintergrund der Aktion ist die bevorstehende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 11. April 2018. Hier sollen die Stadtverordneten, so der Appell, Konzepte bevorzugen, „die eine (zumindest teilweise) öffentliche Nutzung des Gebäudes vorsehen!“ Unter den Erstunterzeichnern findet sich auch das Herausgeberteam von moderneREGIONAL. (db/kb/jr, 6.4.18)

Offener Brief als pdf-Download

Potsdam, Restaurant Minsk (Grafik: Katja Chudoba, Studio114.de, Potsdam)

Aufgearbeitete historische Leuchten (Bild: jolg.de)

Eine zweite Chance für alte Leuchten

Da hängen sie friedlich nebeneinander, die französische Fadenlampe, die Straßenlaterne und der flaschengrüne Emailleschirm. Alle ein wenig angeschlagen, mit liebenswerten Gebrauchsspuren, aber technisch frisch aufgearbeitet und warten auf ein neues Zuhause. Der Anbieter JØLG  hat sie in Fabriken, Werkstätten und Scheunen aufgestöbert. Hinter dem Label stecken Romina Mangler und Johannes Lämmerhirt und ihre Begeisterung für das Industriedesign der 1920er Jahre. Nachdem sie eine alte Industrielampe für ihr eigenes Esszimmer gefunden hatten, machten sie daraus eine Geschäftsidee: Sie sammeln alte Emaille-Leuchten, restaurieren sie und versehen sie mit einem neuen Kabel.

Inzwischen hat sich das Konzept zur veritablen Online-Fundgrube ausgeweitet. Jeder Kunde kann sich zu seiner Lampe auch sein Lieblingskabel auswählen und damit individualisieren. Heute sucht und sammelt JØLG in ganz Europa alte Lampenschirme aus der Industrie. Meist sind die über 50 Jahre alten Leuchten aus Emaille und mit der ausdrücklich erwünschten Patina versehen. Die teilweise in Vergessenheit geratenen Raritäten stehen auch für ein Stück Industriegeschichte und überzeugen durch Handwerkskunst, Design, hochwertiges Material und langlebige Qualität. Das Angebot reicht heute von alt bis neu, umfasst Hängelampen, Wandlampen, Bunkerlampen, Lampenzubehör, Uhren, Regale und Wohnaccessoires. (kb, 4.4.18)

Aufgearbeitete historische Leuchten (Bild: jolg.de)