Veranstaltungen

BrUtalism Appreciation Society

Dortmund, U (Bild: Matthias Bigge, CC BY SA 3.0)
Dortmund und sein „U“ stehen bald im Zeichen des Betons und damit verbundener Kunst (Bild: Matthias Bigge, CC BY SA 3.0)

Wer sich ein wenig für das Thema interessiert und Facebook nicht für den Untergang des Abendlands hält, der kennt die „Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus“. Eine stetig wachsende Gemeinschaft, eben waren es 48.528 Mitglieder, veröffentlicht, diskutiert und teilt allerhand Foto- und Informationsmaterial rund um den Stil, der Mitte der 1950er Jahre entstand. Mit einem Mal ließ man Beton, Metall und Ziegel roh und offen stehen. Heute verschwindet diese schroffe Materialehrlichkeit zunehmend aus dem Stadtbild, denn nach und nach werden die zumeist nicht denkmalgeschützten Gebäude abgerissen.

Gleichzeitig formieren sich Anhängergruppen – auch im Internet. Angeregt durch besagte Facebook-Gruppe wird die Ausstellung „The Brutalism Appreciation Society“ vom 8. April bis zum 24. September 2017 im Dortmunder U (Ebene 3 | 0) 15 internationale künstlerische Positionen präsentieren: Bettina Allamoda, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Nicolas Moulin, Heidi Specker, Philip Topolovac, Tobias Zielony u. a. Man will sich mit dem brutalistischen Baustil auseinandersetzen sowie eine Auswahl von Beiträgen aus der namensgebenden Facebook-Gruppe vorstellen. Die HMKV-Ausstellung (Hartware MedienKunstVerein e. V.) läuft parallel zur Documenta in Kassel und zu den skulptur.projekten in Münster. Die Eröffnung wird am 7. April 2017 um 19 Uhr begangen. (kb, 17.1.17)

Von Lederer bis Haimerl

München, Salvatorgarage (Bild: Andreas Praefcke, CC BY SA 3.0)
München: die doppelt moderne Salvatorgarage an der historischen Stadtmauer (Bild: Andreas Praefcke, CC BY SA 3.0)

Vor gut 50 Jahren stand der Münchener Architekt Franz Hart (1910-96), der u. a. an der Nachkriegsgestaltung des dortigen Hauptbahnhofs mitwirkte, vor der Frage: Wie binde ich eine neue Nutzung in moderner Gestalt in ein Baudenkmal ein. Für die Salvatorgarage bezog Hart 1965 Reste der historischen Stadtmauer in den neuen Garagen-Backsteinbau ein. 40 Jahre später stand der Münchner Architekten Peter Haimerl vor derselben Herausforderung, die nunmehr denkmalgeschützte Garagen umzubauen und zu erhöhen. Für seine 2006 fertiggestellte Lösung wurde er mehrfach mit Preisen geehrt.

Ebenfalls 2006 starteten der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Bund Deutscher Architekten (BDA Münster – Münsterland) mit der Reihe „Architektur im Kontext“ aus. Sie bündelt Werkvorträge von Architekten, Städtebauern, Landschaftsarchitekten und Ingenieuren, die sich eben jener Frage stellen: Wie kann sich Bauen qualitätvoll auf seinen Kontext beziehen. Im Jahr 2017 sind jeweils um 19 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur (Domplatz 10, 48143 Münster) zu Gast: am 30. Januar 2017 Prof. Arno Lederer (LRO lederer-ragnarsdottir-oei, Stuttgart), am 13. Februar 2017 besagter Prof. Peter Haimerl (Peter Haimerl . Architektur, München) und am 6. März 2017 Reinhard Joecks (Foster + Partners, London (GB)). Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. (kb, 16.1.17)

Kirchbauverein der Moderne

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die moderne Kirchenlandschaft von Nordrheinwestfalen internationale Maßstäbe setzt. Nicht nur in ihrer Anzahl, sondern vor allem in ihrer Qualität. Doch leider hat sich auch schon herumgesprochen, dass dieser liturgische wie baukulturelle Wert „im Umbruch“ steht. Die Mitglieder- und Finanzstärke der beiden großen christlichen Konfessionen schwindet, die Bevölkerungsstruktur ganzer Viertel bricht um, Sanierungsmaßnahmen drängen, nicht immer gehen die Interessen von Kirche und Denkmalpflege in eine Richtung … Für immer mehr dieser traditionsreichen Räume müssen daher zusätzliche oder ganz andere Nutzungen gefunden werden.

Für diese große Aufgabe hat sich nun eine neue Initiative zusammengefunden, um auf Landesebene einen Kirchbauverein eigens für die Architekturmoderne zu gründen. Zu diesem Anlass wird zum 20. Februar 2017 zu einem Symposion eingeladen in den „Dialograum Kreuzung an Sankt Helena“ (Bornheimer Straße 130, 53119 Bonn), selbst ein in seiner Nutzung geöffneter Kirchenraum (1960, E. Steffann/N. Rosiny). Es grüßen und diskutieren Fachleute rund um den (rheinischen) Kirchenbau). Um 20 Uhr erfolgt die Gründung des „Kirchbauvereins der Moderne an Rhein und Ruhr“. Die Mitgliedschaft ist für natürliche und institutionelle Mitglieder möglich, der Satzungsentwurf ist erhältlich unter: info@kirchbauverein-moderne.de, 0179/7092046. Die Veranstaltung, unterstützt von StadtBauKultur NRW, bildet eine Kooperation mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, der Initiative „Kreuzung an Sankt Helena“ und moderneREGIONAL. (db, 14.1.17)

Mies van der Rohe Award

Krefeld, Mies van der Rohe-Businesspark, HE-Gebäude, Verseidag (Billd: Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW)
Ausgestellt im Krefelder „Mies van der Rohe Businesspark“ (HE-Gebäude, ehem. VerSeidAG) (Billd: Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW)

Die Ausstellung zum Mies van der Rohe Award 2015 findet erstmalig in einem Originalgebäude des Architekten Mies van der Rohe statt. Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) zeigt die ausgezeichneten Bauten des renommierten europäischen Architekturpreises vom 19. Januar bis 12. Februar 2017 im „Mies van der Rohe Business Park“, der ehemaligen VerSeidAG, in Krefeld.

Dieses Krefelder Industrie- und Baudenkmal wurde gestaltet für die Vereinigten Seidenwebereien AG (VerSeidAG), später ein Textil-Großunternehmen. Ludwig Mies van der Rohe wurde hierfür mehrfach hinzugezogen, ab 1930 beschäftigte er sich vor allem mit dem Büro- und Lagergebäude für Herrenfutterstoffe sowie der Färberei. Die VerSeidAG-Bauten blieben weltweit die einzigen Industriebauten des Architekten. Ergänzend zum Award werden exklusiv aktuelle Forschungsergebnisse zur Baugeschichte und Erhaltung der VerSeidAG ausgestellt. Der „Mies van der Rohe Award“, 1987 ins Leben gerufen, wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 60.000 Euro dotiert. Außerdem gibt es einen Sonderpreis für junge Architekten (20.000 Euro). Die Vernissage wird am 18. Januar 2017 um 19 Uhr begangen, am 2. Februar 2017 folgt um 19 Uhr der Themenabend „Wie verwandelt! Zum Umgang mit historischer Bausubstanz“. Die Präsentation ist bis zum 12. Februar 2017 in Krefeld zu sehen. (kb, 12.1.17)

INDUSTRIE ERBE MODERNE

Auf ihrer Reise durch Europa macht die Wanderausstellung „INDUSTRIE ERBE MODERNE“, ein Projekt der Route der Industriekultur (Regionalverband Ruhr) im ab heute Station in Weimar – auf Einladung der Bauhaus-Universität Weimar, des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung und des DFG-Graduiertenkollegs Identität und Erbe der Bauhaus-Universität Weimar und der TU Berlin. Die Ausstellung hat sich zum Ziel gesetzt, aktuelle wissenschaftliche ebenso wie praktische Fragen der Industriedenkmalpflege zu diskutieren.

Damit wollen die Organisatoren vermitteln, dass das gebaute und das immaterielle industrielle Erbe nicht allein für den Blick in die Geschichte von Interesse sind. Sie können ebenso dabei helfen, eine regionale Identität und eine gemeinsame kulturelle Zukunft zu gestalten. Als Vernissage führt am 10. Januar 2017 um 17 Uhr in der Bauhaus-Universität Weimar (Foyer Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Straße 8) Martin Tönnes, stellvertretender Regionaldirektor und Bereichsleiter Planung beim Regionalverband Ruhr, in das Ausstellungsthema ein. Zu sehen ist die Präsentation anschließend im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar im Bereich der Fakultät Architektur und Urbanistik bis zum 9. Februar 2017. (kb, 9.1.17)

Der heiße Draht: Marl trifft Münster

Marl, Rathaus (Bild: Daniel Ullrich (Threedots), GFDL, CC BY SA 3.0 oder CC BY SA 2.0)
Ab Juni 2017 wird Marl am Skulpturenprojekt teilnehmen (Bild: Marl, Rathaus, Daniel Ullrich (Threedots), GFDL, CC BY SA 3.0 oder CC BY SA 2.0)

Seit 1977 findet alle zehn Jahre das „Skulpturenprojekt“ im westfälischen Münster statt und bleibend im öffentlichen Raum erlebbar ist. Vom 10. Juni bis zum 1. Oktober 2017 nun soll die fünfte Open-Air-Ausstellung dieser Art stattfinden. Zu diesem Anlass soll das Projekt in zwei Städten gastieren, die ihrerseits nach dem Krieg eine besondere Prägung erhielten: Der Wiederaufbau von Münster steht für eine städtebaulich und gesellschaftlich konservative Haltung.

Marl hingegen, mit dem sich das Münsteraner Projekt 2017 partnerschaftlich zusammentun wird, erhielt in den 1960er Jahren ein innovatives Gesicht: Auf der „grünen Wiese“ entstanden das bekannte moderne Rathaus (van den Broek und Bakema, 1960-67) und das Einkaufszentrum Marler Stern. Bereits 1970 und 1972 fanden in Marl die sogenannte Stadt- und Skulpturenausstellungen statt, 1982 institutionalisierte sich im Rathauskomplex das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl. Für das Skulpturenprojekt 2017 nun schwebt den Verantwortlichen vor: ein „Skulpturentausch“ zwischen beiden Städten, das Schreibprojekt „Authors in Residence“ mit einer Dependance auch in Marl – und nicht zuletzt das Symposium „Nothing Permanent: Sculptures and Cities“ vom 13. bis 15. September 2017 in Marl und Münster. (kb, 9.1.17)

Drehscheibe Dresden

Dresden, Kulturpalast, 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ps 0002842, CC BY SA 3.0)
Eine Sektion des Kunsthistorikertags fragt nach Dresden als „Schmelztiegel verschiedenster Kulturräume“ (Dresden, Kulturpalast, 1970, KulFoto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ps 0002842, CC BY SA 3.0)

Lange schon hat der 34. Kunsthistorikertag, der vom 8. bis zum 12. März 2017 in Dresden stattfinden wird, seine Schatten vorausgeworfen. Das Motto „Kunst lokal – Kunst global“ soll zeigen, wie gerade Dresden als Ort der Kunst von Kunstsammlungen und als historischer Schmelztiegel verschiedenster Kulturräume dazu in der Lage ist, Menschen aus aller Welt auch die Kunst und deren wissenschaftlicher Erforschung nahezubringen. Zwölf Sektionen, sechs Ortstermine, eine Podiumsdiskussion, fünfzehn Foren und eine Fülle von Exkursionen sollen helfen, Diskussionen zu entfachen, Vorstellungen auszutauschen, vielleicht gemeinsame Lösungen zu finden.

Für das Thema Nachkriegsmoderne wird am Donnerstag, 9. März 2017, die Sektion „Drehscheibe Dresden. Lokale und globale Austauschbeziehungen und Wechselwirkungen zwischen internationaler Moderne und regionaler Kunstszene“ (Leitung: Susanne König, Leipzig/Gilbert Lupfer, Dresden/Frank Zöllner, Leipzig) von Interesse sein. Am Sonntag, 12. März 2017, sind aus neun Exkursionen zur Architekturmoderne hervorzuheben: „Die unbekannte Moderne in Ostsachsen – Wagenfeld, Neufert, Wachsmann und Scharoun“, „Chemnitz – Stadt der Moderne. Die architektonische und städtebauliche Prägung des ‚Sächsischen Manchester‘ durch die Industrialisierung – Fabriken, Villen, Stadterweiterungsgebiete“ und „Laboratorium der Moderne – Gartenstadt und Festspielhaus Hellerau“. Anmeldungen zum Kunsthistorikertag sind bis zum 10. Februar 2017 möglich. (kb, 4.1.17)

mR macht Weihnachtspause

Bonn im Dezember 1972: VW-Käfer mit Weihnachtsbaum im Gepäck (Foto: Sonal Mehmet, Bild: Bundesarchiv Bild F038543-0006A, CC BY SA 3.0)
Wir sind dann mal weg: VW-Käferfahrer transportiert bei Bonn im Dezember 1972 seinen Weihnachtsbaum (Foto: Sonal Mehmet, Bild: Bundesarchiv Bild F038543-0006A, CC BY SA 3.0)

Wir gehen fest davon aus, dass Sie ab heute für einige Tage Besseres zu tun haben, als sich durch Meldungen zur Nachkriegsmoderne zu klicken. Wir jedenfalls haben es – und machen daher die inzwischen traditionelle mR-Weihnachts-Neujahr-Pause bis einschließlich zum 6. Januar 2017.

Wir wünschen unseren Lesern und Sympathisanten, Autoren, Fotografen und Unterstützern erholsame Feiertage und einen rauschenden Start ins Neue Jahr! Uns finden Sie hier wieder ab dem 7. Januar 2017 in gewohnter Frische …

Das mR-Jahreshoroskop: So wird 2017!

Feuerzangenbowle (Bild: Wikipedia, Tobias Klenze, CC BY SA 4.0)
2017 geht es bei uns – auch – ums Essen und Trinken (Bild: Feuerzangenbowle, Wikipedia, Tobias Klenze, CC BY SA 4.0)

Der Nachkriegsmoderne steht ein weiteres bewegtes Jahr bevor. Bei moderneREGIONAL haben wir uns für 2017 wieder vier Themenhefte vorgenommen: Im Februar steht das Winterheft unter dem Schwerpunkt „Infrastruktur“ (Redaktion: J. Reinsberg), im Frühjahrsheft „Verdämmt und zugenäht“ (Redaktion: D. Bartetzko) widmen sich die Beiträge dem Umgang mit modernen Wandoberflächen. Für den Sommer besuchen unsere Autoren für das Heft „Käseigel“ (Redaktion: K. Berkemann) Orte des Essens und Trinkens, vom Restaurant über die Kantine bis zur Lebensmittelproduktion. Und nicht zuletzt haben wir uns für den Herbst eine/n Externe/n für ein „Kooperationsheft“ dazugebeten – wird gut und noch nicht verraten!

Bei moderneREGIONAL war 2016 von den ersten Schritten aus dem Digitalen ins Analoge geprägt: Im November stellten wir unser Fotospezial „Generation Beton“ auf der Denkmal-Messe in Leipzig vor. Für 2017 gehen die Vorbereitung zur ersten realen mR-Ausstellung weiter mit großen Schritten voran: „Klebhäuser“, zum Modellbau als Spiegel, Freiraum und Inspiration der Nachkriegsmoderne. Und das Moderne-Horoskop 2017? Wir sehen Abrisse und Sanierungen, ein zunehmendes Ergrauen der Betonoberflächen und der digitale Blätterwald orakelt: Der Brutalismus ist der Trend der Zukunft! Oder der Modernismus. Oder der Postmodernismus. (db/kb/jr, 19.12.16)

Modernism Today

Amsterdam, Westereindflat (Bild: Janericloebe, GFDL oder CC BY 3.0)
Am Tagungsort Amsterdam ist die Moderne schon angekommen: hier im Westereindflat (1957) (Bild: Janericloebe, GFDL oder CC BY 3.0)

Die 19. Modernist Studies Association Annual Conference, die vom 10. bis zum 13. August 2017 in Amsterdam stattfinden soll, steht unter dem Motto „Modernism Today“. Veranstalter sind die University of Amsterdam, das Stedelijk Museum Amsterdam, University of Groningen, die Utrecht University, das Commonwealth Center for the Humanities and Society, die University of Louisville, die Amsterdam School of Cultural Analysis, Onderzoekschool Literatuurwetenschap und das English Department
at Florida State University.

Unter dem Motto „Modernism Today“ geht es darum, die heutigen Bezüge und Anknüpfungspunkte zur Moderne – Film, Bildende Kunst, Architektur und anderen Aspekten moderner Kultur – herauszuarbeiten, verstand sich die Moderne doch selbst als nicht endende Forderung an die Gegenwart. Mögliche Themenvorschläge könnten sein: moderne Chronologien, Konzeptionen von Moderne heute, Kanonisierungsprozesse der Moderne u. v. m. Über diesen allgemeinen Aufruf hinaus wird speziell zu den Themen „Pre- and Postwar Art Movements“ und „Human Rights, Borders, and Displacements“ gesucht (Nachfragen an: Program Chair, Lisi Schoenbach, aschoenb@utk.edu, oder Chair of Interdisciplinary Approaches, Scott Klein, at klein@wfu.edu.). Bis zum 16. Dezember 2016 sind Vorschläge für Seminare und Workshops, bis zum 13. Januar 2017 für Panel, Roundtable und Digital Exhibition Proposals willkommen unter: MSA19Amsterdam@gmail.com. (kb, 17.12.16)