Veranstaltungen

Bad Honnef, Haus Kuckuk (Bild: Hartmut Witte)

Wie pflegt man die Moderne?

Nach dem Krieg experimentierten die Architekten zunehmend mit ungewohnten Gestaltungen, Techniken und Materialien. Zugunsten von Funktion und Ästhetik fiel dabei die technischen Umsetzungen nicht immer optimal aus. So machen falsch verstandene Materialverträglichkeiten, spät erkannte Gesundheitsbelastungen, nicht den heutigen Vorschriften entsprechende Brandschutz- und Wärmedämmmaßnahmen heute vielfach Probleme. Hierfür will der Rheinische Verein für Denkmalpflege mit der Veranstaltung „Substanzpflege an Bauten der Nachkriegsmoderne“ in Bad Honnef (PBH-Physikzentrum Bad Honnef, Hauptstraße 5, 53604 Bad Honnef) Lösungswege aufzeigen.

Das Seminar präsentiert nachkriegsmoderne Beispiele rund um die Substanzpflege und Gestaltung, rund um Fragen von Baustoffen oder möglichem Austauschmaterial. Auf dem Programm steht u. a. eine Führung durch Haus Mayer-Kuckuk: Im Jahr 1967 nach Entwürfen des Düsseldorfer Architekten Wolfgang Döring als industrieller Fachwerkbau errichtet, wurde das originale Ständerwerk, dem ursprünglichen Baugedanken folgend, 2015/16 ausgetauscht. Für die Veranstaltung wird um Anmeldung gebeten per Mail mit dem Betreff „TS Mayer-Kuckuk“ an: sekretariat@rheinischer-verein.de. Weitere Informationen können erfragt werden bei: Dr. Rita Lennartz, Mail lennartz@uni-bonn.de. Diese Veranstaltung wird von mehreren Architekten- und Ingenieurkammern als gesetzliche Fort- und Weiterbildung anerkannt. Es wird eine Seminargebühr erhoben (inkl. Mittagsimbiss und Getränke). (kb, 20.8.17)

Bad Honnef, Haus Mayer Kuckuk (Bild: Hartmut Witte)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via wikimedia commons)

Mit den Riesen auf Augenhöhe

Das Projekt „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ porträtiert zehn Großbauten der 1960er und 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam ist den „Riesen“, dass sie in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Diskussion standen und teilweise sogar vom Abriss bedroht waren. Heute verkörpern sie eine euphorische Epoche und zeigen oftmals architektonische Qualitäten. Im ersten Schritt des Projekts haben Alexandra Apfelbaum, Gudrun Escher und Yasemin Utku die aktuellen öffentlichen Debatten und historisches Material ausgewertet. Die Ergebnisse können als Studie gratis heruntergeladen werden.

Daran knüpft im Herbst 2017 die Reihe „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ an. An den einzelnen Veranstaltungsorten werden die Besonderheiten des jeweiligen Bauwerks in Besichtigung und Diskussion erfahrbar. (Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, genauere Informationen zu Zeit und Ort sowie die Anmeldung erfolgen über die örtlichen Volkshochschulen). Als Termine sind angesetzt: am 18. September in Duisburg, am 27. September in Dortmund, am 4. Oktober in Bochum, am 11. Oktober in Bonn, am 18. Oktober in Aachen, am 25. Oktober in Dortmund, am 1. November in Paderborn, am 8. November in Essen, am 15. November in Marl, am 22. November in Köln und am 29. November in Gronau. (kb, 17.8.17)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Utrecht, Rietveld Schröderhuis (Bild: Holland Marketing)

#utrechtheeftstijl

Dass sich mit dem „Bauhaus“ auch Geld verdienen lässt, dass es ein wichtiger Faktor im Tourismusmarketing sein kann, merken wir spätestens in diesen Monaten. Das anstehende 100-jährige Jubiläum der Kunstrichtung, die in den Niederlanden schlicht „De Stijl“ heißt, hat dort „Holland Marketing“ auf den Plan gerufen. Für 2017 hat man das Themenjahr „mondriaan to dutch design“ (keine Sorge, die Homepage gibt es auch in einer deutschen Version) ausgeknobelt, das medienwirksam beworben wird. Vom Pullover bis zum Fahrradsattelschutz gibt es allerlei dekoratives Zubehör in den Mondrianfarben Rot-Gelb-Blau.

Die Schwerpunkte der Veranstaltungen liegen in Utrecht und Amersfoort. Für Architekturinteressierte dürften vor allem zwei Orte von Interesse sein: Zum  einen das frisch wiedereröffnete Mondriaanhuis in Amersfoort, das zum Museum ausgebaute Geburtshaus des Malers. Zum anderen das Rietveld Schröderhuis in Utrecht, das der Architekt und Designer Gerrit Rietveld 1924 für die Witwe Truus Schröder entwarf – und das wie ein zur Klappkarte erweitertes Mondriangemälde wirkt. Begleitend gibt es die Socialmedia-Aktion mit Gewinnspiel zum charmanten Hashtag #utrechtheeftstijl. (kb, 16.8.17)

Utrecht, Rietveld Schröderhuis (Grafik: Holland Marketing)

Das neue Heft ist da: Mettigel

In so mancher Küche mit Sitzecke vergeht einem der Appetit – zu steril, zu deutsch-gemütlich oder einfach ein wenig zu farbstark. In der Architekturmoderne wurde der Ort des Zubereitens und Verzehrens zur stilistischen Spielwiese, aber in seltenen Glücksfällen auch zum Herz und Glanzpunkt eines Gebäudes. Ob Einbauküche, Kantine oder Eisdiele – in jedem Fall spiegeln diese Räume des Ernährens und Genießens unser sich wandelndes Bild von Arbeit und Freizeit, von Beziehung und Familie. Diesen besonderen Orten widmet mR nun ein eigenes Themenheft „Mettigel“ (Redaktion: Karin Berkemann).

Mit von der Partie sind der Gastrokritiker Jürgen Dollase, der Ostmodernist Mark Escherich, die Hajek-Expertin Chris Gerbing, der Denkmalschützer Stefan Timpe, der Küchenfachmann Christos Vittoratos und einige Time-Life-Kochbücher. Sie können die einzelne Beiträge rechts über die Seitenleiste anklicken oder das ganze Heft am Stück hier unten als pdf online blättern, durchsuchen oder downloaden. Und am Ende jedes Beitrags wartet ein Rezept zum Nachkochen auf Sie! (db/kb/jr, 14.8.17)

Titelmotiv: ziemlich rote Küche (Bildquelle: leider unbekannt)

Krefeld, Häuser Lange und Esthers von Mies van der Rohe (Bild: Hans Peter Schaefer, CC-BY-SA 3.0)

Mies meets De Stijl

De Stijl hat derzeit Konjunktur. Zum 100-jährigen Jubiläum  widmen sich diverse Ausstellungen und Veranstaltungen der 1917 in den Niederlanden begründeten Künstlervereinigung. Und das nicht nur in Utrecht und Amersfoort: auch in Krefeld huldigt man demnächst den De Stijl-Pionieren wie Piet Mondrian, Theo van Doesburg oder J.J.P. Oud. Die 15. Krefelder Architekturtage stehen dieses Jahr unter dem Motto „MIES VAN DER ROHE UND DE STIJL“.

Am Wochenende vom 8. bis zum 10. September fragen verschiedene Akteure in Führungen, Vorträgen und Lesungen rund um die von Mies gestalteten Häuser Lange und Esters in Krefeld nach Gemeinsamkeiten und Berührungspunkten zwischen dem ehemaligen Bauhausdirektor und der niederländischen Avantgarde. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Programm: Unter anderem zieht ein Vortrag von Lutz Robbers  einen medienphilosophischen Vergleich, ein Modellbau-Workshop lädt Kinder und Familien zum Eintauchen in die „Blaurotgelbe Schachtelwelt“ ein und Theresia Enzensberger liest aus ihrem jüngst erschienenen Roman „Blaupause“. Also: Auf nach Krefeld! (jr, 13.8.17)

Krefeld, Häuser Lange und Esters, Mies van der Rohe (Bild: Hans Peter Schaefer, CC BY SA 3.0)