Das Concordia-Haus verschwindet

Frankfurt/Main, Concordia-Haus Februar 2016 (Bild: D. Bartetzko)
Nicht originell, aber original: das Frankfurter Concordia-Haus aus den 1960ern (Bild: D. Bartetzko)

Der Brutalismus ist in aller Munde, doch im Schatten seines Revivals verschwinden die Zeugen der zurückhaltenden, internationalen Moderne. Nicht jedes Mal stellen diese Abbrüche allzu große Verluste dar. Ein schales Gefühl bleibt jedoch vor allem dann, wenn es sich um gänzlich unveränderte Gebäude der 1960er oder 1970er Jahre handelt – die allen postmodernen Veränderungsdrang überstanden und bis jetzt auch der Dämmwut nicht zum Opfer fielen. In Frankfurt wird demnächst das in den 1960ern eröffnete Concordia-Haus mit seiner Alu-Glas-Fassade abgerissen. Derzeit ist der Bau noch nicht einmal komplett geräumt, doch schon in den nächsten Monaten sollen die Bagger an der Mainzer Landstraße anrollen.

Es handelt sich beim ehemaligen Versicherungssitz sicher um kein Meisterwerk, doch immerhin um einen wohl proportionierten Vertreter des International Style. Und sein originaler Zustand ist im veränderungsstarken Frankfurt eine Rarität. Ein – wenn auch schmaler – Trost ist, dass der Nachfolgerbau von kundiger Hand verantwortet wird. Das entstehende Appartementhaus mit 105 Mikrowohnungen (das den klangvollen Namen „Mona Lisa“ erhält) wird vom Frankfurter Büro Stefan Forster geplant. Dessen an der Klassischen Moderne orientierten Backsteinbauten ragen derzeit aus dem Frankfurter Investoreneinerlei weit heraus. (db, 17.2.17)