Wandlitz, Waldsiedlung (Bild: mazbln, CC BY-SA 3.0)

Denkmalschutz in Wandlitz

27 Jahre nach dem Mauerfall war es soweit: Die einstigen DDR-Funktionärssiedlung Wandlitz steht seit Mitte Mai unter Denkmalschutz. „Die Waldsiedlung ist aufgrund ihres singulären Charakters und ihrer besonderen Authentizität in besonderer Weise dafür geeignet, sich mit der Geschichte und insbesondere den Machtstrukturen auseinanderzusetzen“, erklärte Brandenburgs Kultusministerin Martina Münch jüngst der Berliner Zeitung. Lange wurde die Unterschutzstellung mit dem Hinweis abgelehnt, dass das 1958-60 gebaute Ensemble keine architektonischen Besonderheiten aufweise. In den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes wäre dies vermutlich auch als Provokation ersten Ranges aufgefasst worden …

Die Siedlung, die eigentlich zum Stadtgebiet von Bernau gehört, wurde auf Beschluss des SED-Politbüros errichtet und fand sich jahrzehntelang in keiner Landkarte verzeichnet. In den 23 Wohnhäusern residierte die gesamte Parteielite: Zu den Bewohnern, die in der streng abgeschirmten Anlage allmählich den Bezug zur Realität verloren, zählten unter anderem Walter Ulbricht, Erich Honecker, Harry Tisch und Erich Mielke. Schon seit 1991 beherbergt die einstige Funktionärssiedlung eine Rehaklinik samt Altenwohnanlage. Unter Schutz gestellt wurde nun das komplette Areal, als Einzeldenkmäler herausgehoben das Eingangsgebäude, die Gartengestaltung, der Kursaal und das „Haus 7“, in dem einst Walter Ulbricht wohnte. Es ist bis heute kaum verändert und wird vermutlich zum Besucher- und Dokumentationszentrum umgestaltet. (db, 19.6.17)

Einfahrt zur Waldsiedlung Wandlitz (Bild: mazbln, CC BY SA 3.0)