Die Nische

Superstudio, Sofa Bazaar, 1968, Giovanetti, Italien (Quelle: aditoscana.it)
Cocooning in Pink: Superstudio, Sofa Bazaar, 1968, Giovanetti, Italien (Quelle: aditoscana.it)

Architektonisch gesehen ist die Nische Aussparung und Ausweitung. Gesellschaftlich, kulturell oder ökonomisch gesehen ist die Nische der Sitz des Alternativen: Wir sprechen von Nischenkulturen. Sie müssen sich räumlich von der Mehrheitskultur isolieren, um kreativ zu sein. Diesem Rückzug schenkte die Forschung bisher wenig Aufmerksamkeit. Mit dem kommenden Jubiläumsjahr zur 68er-Bewegung soll mit einer Publikation ändern: „Die Nische – Geschichte eines künstlerischen Rückzugsorts in der Europäischen Moderne“.

Gesucht werden Vorschläge für die Zeitabschnitte 1730-89, 1880-1920 und 1961-89: Diskurse und Medien zur Nische; künstlerische Nischenkulturen; Nischen mit ihren Ausstattungen, Techniken und Materialien (z. B. Salon, Club oder städtische Nischen von Einwanderern); Verwandtschaft zu anderen künstlerischen Freiräumen; Nischenentwürfe als ferne Welten; Lebensstil als künstlerische Nische; Nischendarstellungen in Literatur, Bildender Kunst etc. Auf einem ersten Workshop im Spätsommer 2017 sollen Ausarbeitungen (5 Seiten) vorgestellt werden, danach weiter ausgearbeitet und auf einem zweiten Workshop diskutiert werden. Ziel ist je ein ca.15-seitiger Beitrag inkl. 5-6 Abbildungen bis Ende Februar 2018 und die Veröffentlichung einer Publikation (Sommer 2018). Willkommen sind Exposés (max. 1,5 Seiten) mit Fragestellung, Quellengrundlage und Arbeitshypothese. Bewerbungen inklusive Kurzbiografie können bis zum 15. April 2017 bei PD Dr. Julia Burbulla (julia.burbulla@ikg.unibe.ch) eingereicht werden. (kb, 12.2.17)