Hamburg: Allianz-Hochhaus fällt 2017

Das Hamburger Allianz-Hochhaus (1969-71) wird 2017 abgerissen - Zwischennutzung unerwünscht (Bild: Hagen Stier)
Das Hamburger Allianz-Hochhaus (1969-71) wird 2017 abgerissen – Zwischennutzung unerwünscht (Bild: Hagen Stier)

Dass Siebziger-Jahre-Gebäude derzeit flächendeckend zugunsten einer natursteinverkleideten, neo-traditionalistischen  Architektur Platz machen, ist Trend. Baldiges Opfer dieses Trends wird das Allianz-Hochhaus in Hamburg – es wird voraussichtlich 2017 abgerissen. Schon vor 3 Jahren hat der Versicherungskonzern sein Gebäude am Großen Burstah geräumt; zunächst erwarb es der Investor Quantum Immobilien, jüngst übernahm die Commerzbank-Tochter Commerz Real die finanzielle Federführung des anstehenden Großprojekts: Anstelle des 1969-71 errichteten Allianz-Komplexes soll ein neues Büro-Ensemble nach Plänen des britischen Büros Caruso St. John entstehen.

In bester Innenstadtlage retten auch große Namen keine Bauwerke: Das Allianz-Gebäude ist eines der letzten realisierten Projekte des Architekten und Stadtplaners Bernhard Hermkes (1903-1995), der in Hamburg unter anderem die Großmarkthalle und das Audimax entwarf, zudemdie Architektur-Fakultät der TU Berlin und das Kraftwerk Wedel. Eine Zwischennutzung des durch erste Vandalismusspuren gezeichneten Gebäudes ist nicht erwünscht. Im Juli wurden die Eingangsbereiche eingezäunt, um Obdachlose fernzuhalten. Auch als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft steht es nach Anfrage des Hamburger Abendblatts nicht zur Verfügung. (db, 25.9.15)