"Ornament is Crime" (Bild: Phaidon Verlag)

Ornament is Crime

Moderne ist, so die These des jüngst im Phaidon Verlag erschienen Bildbands, keine Frage des Alters. Moderne ist eine Geisteshaltung, die sich bei Le Corbusier, Mies van der Rohe und Walter Gropius ebenso findet wie bei zeitgenössischen Architekten. Der Titel „Ornament is Crime“ wurde inspiriert von einem der Wegbereiter der neuen Stilrichtung, vom österreichischen Architekten Adolf Loos. 1910 brach er in seinem Vortrag „Ornament und Verbrechen“ eine Lanze für den Verzicht auf Schnörkel. Die Reduzierung auf die klare Form und edle Materialien seien Zeichen einer hohen kulturellen Entwicklung

In diesem Sinne will das Buch „Ornament is Crime“ die Stilrichtung nicht auf eine traditionelle Begriffsdefinition und auf das vergangene Jahrhundert beschränken, sondern den Blick des Lesers weiten. So ist es nur konsequent, dass ein Beispiel für die Fortführung der Moderne im 21. Jahrhundert, eines der neuen Dessauer Meisterhäuser (Bruno Fioretti Marquez, 2010), das Buchcover ziert. Insgesamt zeigt der Band 300 Fotos modernistischer Architektur aus dem 20. und 21. Jahrhundert von Baumeistern wie Arne Jacobsen und Frank Lloyd Wright, Sou Fujimoto und John Pawson. (kb, 25.6.17)

Ornament is Crime. Modernist Architecture, Phaidon Verlag, London 2017, Englisch, 224 Seiten, 300 Abbildungen, ISBN: 9780714874166 .