Rheinparkcafé: „Versaubeutelung“?

Das Kölner Rheinparkcafé (Bild: Owi)
Das Rheinparkcafé soll saniert werden: Die geplante Form löst bei Fachleuten Besorgnis aus (Bild: Owi)

Frei Otto, Schöpfer der sagenhaften Dachlandschaften des Münchner Olympiaparks, hatte 1957 zur Kölner Bundesgartenschau in Köln den Tanzbrunnen unter ein Sternwellenzelt gesetzt. Die Nachricht von seinem Tod kam im März diesen Jahres zeitgleich mit der Kunde, dass ihm der Pritzker-Preis verliehen werden sollte. Dies nahm nun ein prominenter Unterstützerkreis – darunter Prof. Dr. Hiltrud Kier, Kölner Stadtkonservatorin a. D./Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn, der Kunsthistoriker Dr. Helmut Fußbroich und der Architekturkritiker Prof. Dr. Dr.-Ing. h. c. Wolfgang Pehnt – zum Anlass für einen Offenen Brief an die Stadtgesellschaft: Man sei erfreut über die anstehende Sanierung des Kölner Rheinparkcafés, jedoch besorgt über deren geplante Form.

Noch im März hatte die Initiative „Perle sucht Dame“ freudestahlend gemeldet: „Betreiber gefunden“. Das nierentischförmige Café, 1957 gestaltet durch Rambald von Steinbüchel-Rheinwall, war lange ohne gastronomischen Nutzer. Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurde der neue Betreiber ausgewählt, die Sanierungsplanungen übernahm der Architekt Bodo Marciniak. Die Unterzeichner des Offenen Briefs beunruhigen nun „der drohende Teilabriss der zur markanten Silhouette gehörenden Rampenanlage und die unsensiblen Eingriffe in der oberen Ebene“ – Kier nennt es kurz eine „angedachte Versaubeutelung“. (kb, 14.5.15)