Bad Honnef

Rathaus Bad Honnef (Bild: Thoma (talk), CC By SA 4.0)

Bad Honnef: Was wird aus dem Rathaus?

Zugegeben, es gibt spektakulärere Rathausbauten. Aber für einen Abriss scheint das von Joachim Schürmann entworfene  Rathaus im rheinischen Bad Honnef doch viel zu schade – und mit seinem Eröffnungsjahr 1984 auch zu jung. Dennoch ist dies eine mögliche Perspektive. Die Kosten der anstehenden Sanierung wurden jüngst auf bis zu 18 Millionen Euro geschätzt, was im Bad Honnefer Stadtrat Unbehagen auslöste. Man erwägt nun den Verkauf des Rathauses und einen Neubau an anderer Stelle.

In den 1970er Jahren vergrößerte sich die Stadtverwaltung des nahe der damaligen Hauptstadt gelegenen Bad Honnef durch Eingemeindung und Bevölkerungszuwachs, so dass das alte Rathaus aus dem 19. Jahrhunderts aus allen Nähten platzte. Der Neubau nach Plänen Schürmanns gestaltete sich jedoch deutlich teurer als gedacht, die Stadt erwog Anfang der 1980er Jahre bei bereits laufenden Bauarbeiten sogar den Abbruch des Projekts. Letztlich wurde der Bau jedoch wie geplant fertig gestellt und 1984 als „vorbildliches Bauwerk im Land Nordrhein-Westfalen“ ausgezeichnet. Ob er das kommunale Zentrum der Stadt bleibt, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. (jr, 4.9.17)

Bad Honnef, Rathaus (Bild: Thoma (talk), CC BY SA 4.0)

Bad Honnef, Haus Kuckuk (Bild: Hartmut Witte)

Wie pflegt man die Moderne?

Nach dem Krieg experimentierten die Architekten zunehmend mit ungewohnten Gestaltungen, Techniken und Materialien. Zugunsten von Funktion und Ästhetik fiel dabei die technischen Umsetzungen nicht immer optimal aus. So machen falsch verstandene Materialverträglichkeiten, spät erkannte Gesundheitsbelastungen, nicht den heutigen Vorschriften entsprechende Brandschutz- und Wärmedämmmaßnahmen heute vielfach Probleme. Hierfür will der Rheinische Verein für Denkmalpflege mit der Veranstaltung „Substanzpflege an Bauten der Nachkriegsmoderne“ in Bad Honnef (PBH-Physikzentrum Bad Honnef, Hauptstraße 5, 53604 Bad Honnef) Lösungswege aufzeigen.

Das Seminar präsentiert nachkriegsmoderne Beispiele rund um die Substanzpflege und Gestaltung, rund um Fragen von Baustoffen oder möglichem Austauschmaterial. Auf dem Programm steht u. a. eine Führung durch Haus Mayer-Kuckuk: Im Jahr 1967 nach Entwürfen des Düsseldorfer Architekten Wolfgang Döring als industrieller Fachwerkbau errichtet, wurde das originale Ständerwerk, dem ursprünglichen Baugedanken folgend, 2015/16 ausgetauscht. Für die Veranstaltung wird um Anmeldung gebeten per Mail mit dem Betreff „TS Mayer-Kuckuk“ an: sekretariat@rheinischer-verein.de. Weitere Informationen können erfragt werden bei: Dr. Rita Lennartz, Mail lennartz@uni-bonn.de. Diese Veranstaltung wird von mehreren Architekten- und Ingenieurkammern als gesetzliche Fort- und Weiterbildung anerkannt. Es wird eine Seminargebühr erhoben (inkl. Mittagsimbiss und Getränke). (kb, 20.8.17)

Bad Honnef, Haus Mayer Kuckuk (Bild: Hartmut Witte)