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Szene aus „Heimat – Deine Lieder“ (P. May, 1959) mit der Schauspielerin S. Bethmann (Bild: Divina-Farbfilm, Gloria-Filmverleih)

Denkmalpflege mit gewissen Vorzügen

Es ist ein böses (böses!) Vorurteil, dass der typische Denkmalpfleger (und natürlich *in) nach Dienstschluss sein Cordsakko über den Empirestuhl wirft, um ein Natursauerteigbrot im selbstgeformten Lehmbackofen zu fertigen. Egal wie, besagter Fachkollege hat inzwischen mit Sicherheit Internet, ebenso wie seine Klientel – vom Fachwerkhäusler bis zum Lofthipster. Und aus eben diesen Gründen ist es überfällig, dass sich die Denkmalpflege auch der virtuellen Welt annimmt. Das Niedersächsische Landesamt geht hier gerade, auch mit Blick auf die anstehende Jahrestagung der Landesdenkmalpfleger in Oldenburg, einen großen Schritt in Richtung Zukunft.

Seit einigen Wochen ist der offizielle Blog „OLD News“ online. Stefan Winghart, Präsident des besagten Landesamts, bringt es in seinem begrüßenden Post auf den Punkt: „Vorwort zu einem Blog: Ich habe in inzwischen mehr als 38 Dienstjahren schon vieles geschrieben, aber das noch nicht.“ In seiner Folge werden Grundsatzfragen beantwortet („Hilfe, ich lebe im Denkmal!“), aber auch die urbane Seite Oldenburgs (Daniel Furhop) oder die cineastische Vergangenheit eines modernen Heidedörfchens beleuchtet. Reinschauen lohnt also – wir werden es jedenfalls regelmäßig tun! (kb, 19.4.17)

Szene des – in einem moderne Heide-Feriendörfchen gedrehten – Films „Heimat – Deine Lieder“ (P. May, 1959) mit der Schauspielerin S. Bethmann (Bild: Divina-Farbfilm, Gloria-Filmverleih): Online gibt es den Film HIER anzuschauen.

Von „Denkmalsünden“

Magazin zum Umgang mti denkmalgeschützter Substanz (Bild: denkmalsuenden.de)
Magazin zum Umgang mti denkmalgeschützter Substanz (Bild: denkmalsuenden.de)

Es ist wie bei einem Verkehrsunfall – man will nicht hinschauen, kann sich aber einfach nicht losreißen. Doch das neue Magazin „DENKMALSÜNDEN.de“ will mehr, als die Schaulust virtuell zu befriedigen. Das neue Magazin – ein Projekt von rottenplaces.de – will Denkmalschutz stärken, will Ämter, Stiftungen und Initiativen in ihrem Engagement unterstützen.

Es geht um die vernachlässigten, vergessenen oder gar „dem Untergang geweihten“ Objekte. Neben vielen Positiv-Beispiele prangert „DENKMALSÜNDEN.de“ daher bewusst auch Missstände an und trägt sie damit in die Öffentlichkeit. Tagesaktuelle Beispiele werden um Rubriken ergänzt wie den „Meckerkasten“. Unter dem Titel „Spezialthemen“ werden Webseiten oder Projekte vorgestellt, Interviews veröffentlicht oder „Lost Places“ porträtiert. Natürlich gibt es noch mehr: die Rubriken „News & Aktuelles“, „Negativ“ und „Positiv . Und: Engagierte ehrenamtliche Mitarbeit ist ausdrücklich erwünscht. (db, 20.12.14)

Awaiting – wartende Gebäude

Wartende Gebäude (Bild: regentaucher.com/P. Matthei/S. Nau)
„Wartende Gebäude“ in und um Leipzig (Bild: regentaucher.com, P. Mattheis/S. Nau)

Dass Verfall eine besondere Anziehungskraft hat, weiß jeder Spaziergänger mit lost-places-Ambitionen. Doch entlocken die Fotokünstler des Online-Projekts „Regentaucher“ – Petra Mattheis und Sascha Nau – ihren Objekten einen ganz eigenen Reiz. Für die Bilderserie „Wartende Gebäude“ suchen sie im Umland von Leipzig stillstehende Bauten – zumeist des 20. Jahrhunderts – auf und stellen sie in den Mittelpunkt.  Ungeschönt und menschenleer wird so jedes Haus seinem Betrachter in einem Einzelporträt persönlich vorgestellt.

„Leipzig ist nicht mehr die gleiche Stadt, wie wir sie vor wenigen Jahren erlebt haben.“ Mattheis und Nau frieren den Moment der Veränderung ein: Baulücken, Brachen und sanierungsbedürftige Häuser. Noch warten ihre Fotomotive auf den bevorstehenden Wandel, noch ist offen, ob Grund zur Hoffnung besteht. Seit 2013 haben Nau und Mattheis bereits drei Serien ihrer Aufnahmen online gestellt – und damit große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nicht nur „Die Zeit“ berichtete bereits über die Plattform, auch internationale Online-Projekte schauen neugierig auf die Leipziger Motive. (kb, 9.8.14)