Braunschweig

Ramot Polin, 2007 (Bild: Nehemia G., CC BY SA 2.5)

100 Jahre Moderne in und mit Palästina/Israel

Vor 100 Jahren suchten viele Architekten in Palästina das „Gelobtes Land“ – eine Experimentierfläche für moderne Ideen. Diesen konsequenten, mutigen, in jedem Fall sehenswerten Bauten widmet das Innsbrucker Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege eine Vortragsreihe. Jeweils um 18 Uhr sprechen im Seminarraum: 17. Mai 2017, Ulrich Knufinke (Braunschweig/Hamburg/Innsbruck): „Wilhelm Ze’ev Haller (1884-1956)“, 21. Juni 2017, UIta Heinze-Greenberg (Zürich): „Bezalel und Bauhaus“, 26. Juni, Anna Minta (Linz): „Israel baut“, 29. Juni, Regina Stephan (Mainz): „Erich Mendelsohns Architektur in Palästina“.

Wie sich diese Reformgedanken auch in der deutschen jüdischen Kultur niederschlugen, beleuchtet bis zum 24. Mai eine Ausstellung im Architekturpavillon der TU Braunschweig (Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig). Das Israel Jacobson Netzwerk, die Museen des Landkreises Gifhorn, die Tessenow-Runde Steinhorst und die TU Braunschweig/Bet Tfila stellen hier den Reformarchitekten Heinrich Tessenow (1876-1950) vor. Von ihm stammt z. B. das Braunschweiger „Haus der Gemeinde“, das er 1912 für das jüdische Land- und Lehrgut der Simon’schen Stiftung gestaltete. Begleitend gibt es jeweils um 18.30 Uhr Vorträge im Architektursalon: 18. Mai 2017, Olaf Gisbertz (Braunschweig): „Architekturen des Gebrauchs von Heinrich Tessenow“, 23. Mai 2017, Dr. des. Christoph Schmidt (Gifhorn): „Die Lebensreformbewegung“, 30. Mai, Prof. Dr. Carol Herselle Krinsky (New York): „Synagogen in den USA“ (letzterer im Hörsaal SN 19.3). (kb, 16.5.17)

Ramot Polin, Wohnbau von Zvi Hecker (Bild: Nehemia G., CC BY SA 2.5)

Druckfrisch: „ACHTUNG modern!“

Braunschweig, Achtung Modern! (Bild: Michael-Imhof-Verlag)
Braunschweig, Achtung Modern! (Bild: Michael-Imhof-Verlag)

Der spätmodernen Architektur im Braunschweiger Land widmete sich ACHTUNG modern!  – eine Initiative der Arbeitsgruppe Denkmalpflege in der Braunschweigischen Landschaft,  des Netzwerks Braunschweiger Schule e.V. und des Forums Architektur der Stadt Wolfsburg. In den Jahren 2013 und 2014 fand eine Veranstaltungsreihe statt zu den Bauten jener Ära; unter ihnen der Braunschweiger Hauptbahnhof (1960, Erwin Dürkop) oder die Wolfsburger Stephanuskirche (1967/68, Alvar Aalto). Referenten und Architekten informierten, überwiegend vor Ort, über die Baudenkmäler und ihre einstige und aktuelle Rezeption.

Nun erscheint die Dokumentation der zweijährigen Veranstaltung mit zeitgenössischen und aktuellen Statements, Essays, Interviews und Reflexionen zur Architektur zwischen 1960 und 1980. Der Band erkundet alle 14 in ACHTUNG modern! behandelten Bauwerke in Braunschweig, Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter und Helmstedt als Marksteine der Architektur der späten Moderne. Darunter sind solche von weltbekannten Baumeistern, aber auch einige Gebäude weniger bekannter Architekten von ebenso hoher Qualität. Die Braunschweigische Landschaft e. V. lädt am 6. April um 18 Uhr zur Buchpräsentation ins Haus der Braunschweigischen Stiftungen, Löwenwall 16, 38100 Braunschweig.  Zur Einführung sprechen unter anderem Karin Wilhelm sowie die Herausgeber Ulrich Knufinke und Norbert H. Funke. (db, 26.3.17)

b+3

Braunschweig, TU, Audimax (Bild: Igge, GFDL, CC BY SA 3.0-2.5-2.0-1.0)
Nur einer der vielen bemerkenswerten Bauten der Moderne in Braunschweig: der Audimax (F. W. Kraemer, 1958) (Bild: Igge, GFDL, CC BY SA 3.0-2.5-2.0-1.0)

Um das Buchstabenrätsel gleich zu Beginn aufzulösen: Die Braunschweiger Vortragsreihe „Bauen im Bestand“ lässt drei B-Worte um ihr Veranstaltungslogo kreisen: „befragen! bewerten! bewahren!“ Es geht den geladenen Referenten also um mehr als bloße Entwurfsfantasien, sondern um eine gestalterisch verstehende Antwort auf ein bestehendes Bauwerk – und darunter dürften, wie schon ein rascher Blick auf die Referentenliste ahnen lässt, mit Sicherheit auch moderne Schätzechen sein.

Entsprechend wollen die Veranstalter hierfür „geeignete Erhaltungs- oder Umbaustrategien“ entfalten, indem die künstlerischen wie konstruktiven Besonderheiten des jeweiligen Objekts erfasst, versanden und in „größere baukulturelle Zusammenhänge“ eingeordnet werden – und dies alles „vor dem Hintergrund vielfältiger Kontexte seiner Entstehung, Geschichte und Nutzung“. Die Ringvorlesung „b+ 3. Bauen im Bestand – befragen + bewerten + bewahren“ am Institut für Baugeschichte (IB) der Technischen Universität Braunschweig findet immer mittwochs um 18.30 Uhr in der Technischen Universität Braunschweig (Hörsaal SN 19.2., Altgebäude, 1. OG) statt. Auf dem Programm stehen als Referenten: am 30. November Wolfgang Zimpel/Bonn, am 7. Dezember 2016 Olaf Gisbertz/Braunschweig, am 14. Dezember 2016 Silke Langenberg/München, am 18. Januar 2017 Winfried Brenne/Berlin sowie am 25. Januar 2017 Volker Staab/Berlin. Die Vortragsreihe ist öffentlich und freut sich auf Ihren Besuch! (Bitte beachten Sie: Online verweist die TU teils noch auf alte Vortragstermine, die bei uns oben genannten sind die „frischen“.) (kb, 23.11.16)

Gesucht: Moderne Erinnerungsorte

Hannover, EXPO-Gelände (Bild: Harald Bischoff, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Erinnern Sie sich noch an die EXPO? Dann erinnern Sie sich bestimmt auch noch an dieses „größte freitragende Holzdach der Welt“, das 2000 zum Wahrzeichen der Weltausstellung wurde und das Potenzial zu einem künftigen Denkmal birgt (Bild: Harald Bischoff, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Erinnerungen sind flüchtig, aber sie machen sich gerne an etwas fest. Für die Geschichtswissenschaft sind „Erinnerungsorte“ die Bezugspunkte in der gemeinsamen Identität einer Gruppe. Immer wieder sind es auch Gebäude, die im kollektiven Gedächtnis eine zentrale Rolle spielen. Und immer häufiger sind es Orte des 19. und 20. Jahrhunderts, der beginnenden und andauernden Moderne, denen mit den Jahren eine solche Rolle zuwächst.

„Erinnerungsorte von Niedersachsen und Bremen“ sind daher auch das Thema der Frühjahrstagung des Arbeitskreises für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, die am 23. April 2016 in Hannover stattfinden wird. Bis zum 14. Februar können dafür noch Vorschläge für einen 20-minütigen Vortrag eingereicht werden bei: Dr. Wolfgang Brandes, stadtarchiv@badfallingbostel.de. Die Bewerbungen werden erbeten in Form einer inhaltlichen Skizze (1 Seite), die durch einen kurzen Überblick zur Person der sich bewerbenden Referenten (ebenfalls 1 Seite) ergänzt wird. Eine Rückmeldung auf die erfolgreichen Bewerbungen erfolgt Anfang März 2016. (ps, 30.1.16)

Durchs Braunschweig der 1950er Jahre

Braunschweig, TU, Audimax (Bild: Igge, GFDL, CC BY SA 3.0-2.5-2.0-1.0)
Eine der Inkunabeln der Braunschweiger Nachkriegsmoderne: der Audimax (Friedrich Kraemer, 1958) (Bild: Igge, GFDL, CC BY SA 3.0-2.5-2.0-1.0)

Nierentisch und Tütenlampe neben dem Gummibaum, der erste Italienurlaub mit dem VW-Käfer. Die 1950er Jahre waren in Braunschweig auch die Zeit der Wohnungsnot und des Wiederaufbaus. Man beließ „Traditionsinseln“ und baute zugleich Gebäude mit einer neuen Formensprache: Rundungen, Schrägen und neue Materialien. Jene Zeit des Aufbaus dokumentiert das Buch „Von Flugdächern und Zugvögeln – die Fünfzigerjahre im Stadtbild Braunschweigs“ von Bärbel Mäkeler – und versteht sich als ein Plädoyer dafür, genauer hinzuschauen und die manchmal schon morbide Schönheit und die Vielfalt dieser Epoche zu erkennen und zu erhalten.

So ist es nur konsequent, dass die Autorin Neugierigen das Braunschweig der Wirtschaftswunderzeit auch in Stadtführungen näher bringt: Gebäude und Kunstwerke ebenso wie Details wie typische Türgriffe, schräge Schaufenster, Neonreklamen und bauzeitliche Lampen. Die nächsten öffentlichen Termine sind: 30. August, 20. September und 25. Oktober, jeweils ab 14 Uhr (Treffpunkt: Eingangsbereich der Sparda-Bank, Ritterbrunnen 1). Die Tour dauert rund 1,5 Stunden und kostet pro Person 6 Euro. Anmeldung werden erbeten unter: b.maekeler@text-support.de. Auf Wunsch sind Gruppenangebote möglich. (kb, 17.8.15)

Mäkeler, Bärbel, Von Flugdächern und Zugvögeln – die Fünfzigerjahre im Stadtbild Braunschweigs, döringDRUCK, Braunschweig 2014, ISBN: 978-3-925268-51-9.

Großvater der Braunschweiger Schule

Carl Mühlenpfordt (Bild: TU Braunschweig)
Der Reformarchitekt Carl Mühlenpfordt (1878-1944) prägte die spätere TU Braunschweig (Bild: TU Braunschweig)

Er hatte bereits seine architektonischen Spuren in Lübeck hinterlassen, bevor er 1914 an das Braunschweiger Polytechnikum berufen wurde. Carl Mühlenpfordt (1878-1944) reformierte die Architekturfakultät zu einer bekannten Ausbildungsstätte, die später durch das Netzwerk seiner Schüler als „Braunschweiger Schule“ für Furore sorgte. Heute ist das Lehren und Bauen Mühlenpfordts – in der Reformarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg und im Neuen Bauen in der Weimarer Republik verortet – weitgehend unbekannt. Zu Unrecht.

Nun findet am 6. Februar 2015 das 1. Carl-Mühlenpfordt-Kolloquium im Senatssitzungssaal der Technischen Universität Braunschweig (Pockelsstraße 4, Altgebäude) statt. Dabei sollen Leben und Werk Mühlenpfordts, Aspekte der Reformarchitektur und Lebensreform genauso wie die Stimmungslage der Reformarchitekten im frühen 20. Jahrhundert erörtert werden. Unter den Referenten finden sich Experten wie Prof. Dr. Sigrid Hofer (Uni Marburg), Prof.-Dr.-Ing. Hans Georg Lippert (TU Dresden) und Prof. Dr. Herman van Bergeijk (TU Delft). Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Plätze begrenzt sind, wird um Anmeldung per Mail gebeten: o.gisbertz@tu-bs.de. (kb, 18.1.15)

Workshop AK 1960+

"Achtung - modern!" (Bild: Netzwerk Braunschweiger Schule)
Moderne Baukunst in Braunschweig (Bild: Netzwerk Braunschweiger Schule)

Ü60 meint in diesem Fall die Architektur – eingeladen sind alle Altersklassen, die mitreden wollen. Der Arbeitskreis 1960+ im Netzwerk Baukultur Niedersachsen e. V. lädt für den 26. September 2014 zu einem Workshop ein. Es geht um die Kriterien, mit denen Bauten zwischen 1960 und 1980 zu bewerten sind. Wie kann für sie eine breitere Öffentlichkeit gewonnen werden? Weiterführend sollen aktuelle Forschungsthemen angerissen und Zukunftsfragen ausgelotet werden. Und nicht zuletzt wird ein Blick darauf geworfen, wie man die Archivbestände dieser Jahre verantwortungsbewusst bewahren und erschließen kann.

Die Veranstaltung findet am 26. September von 9:30 bis 17:30 Uhr in den Räumen der TU Braunschweig (Pockelsstraße 4, Altgebäude) statt. Statt eines Impulsvortrags ist im Verlauf des Programms u. a. eine Besichtigung des ASTA-Gebäudes geplant. Die Teilnahme ist – bis auf einen Beitrag zum Mittagessen – kostenfrei. Bis zum 22. September ist noch eine Anmeldung möglich unter: o.gisbertz@tu-bs.de (die Teilnehmerzahl ist begrenzt). Ganz bewusst will sich der Braunschweiger Workshop von einer klassischen Konferenz unterscheiden. Im offenen Gespräch sollen – angeleitet von einem unabhängigen erfahrenen Team der Hochschuldidaktik der TU Braunschweig – gemeinsam Perspektiven für diesen bedrohten Baubestand erarbeitet werden. Die (kb, 12.9.14)

ACHTUNG modern!

"Achtung - modern!" (Bild: Netzwerk Braunschweiger Schule)
Der Architekt Zdenko Strizic entwarf für die Technische Hochschule Braunschweig das Stahlbau-Institut (Bild: Netzwerk Braunschweiger Schule)

Für Architekturbegeisterte ist die Braunschweiger Schule, die sich nach 1945 um Persönlichkeiten wie Dieter Oesterlen bildete, schon lange ein Begriff. Aber auch im Braunschweiger Umland haben die 1960er, 1970er und 1980er Jahre bemerkenswerte Bauten hervorgebracht – von anerkannten Meisterwerken bis zu weniger bekannten öffentlichen, kirchlichen und privaten Projekten. Mit der Veranstaltungsreihe „ACHTUNG modern!“ widmet sich das Netzwerk Braunschweiger Schule im Sommer 2014 nun diesem architektonischen Erbe, das sich gerade im Umbruch befindet.

In einem abwechslungsreichen Programm kommen Zeitzeugen und heutige Nutzer ebenso zu Wort wie all jene, die über unsere gebaute Umwelt mehr erfahren möchten. Bei jeder Veranstaltung, jeweils mittwochs um 17:30 Uhr, steht ein anderes Bauwerk im Mittelpunkt: 18. Juni 2014: Braunschweig, Stahlbau-Institut der Technischen Universität; 25. Juni 2014: Wolfsburg, Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule; 2. Juli 2014: Helmstedt, Ev.-Luth. Thomaskirche; 23. Juli 2014: Braunschweig, Karstadt am Gewandhaus und Galeria Kaufhof. Das detaillierte Programm kann online eingesehen werden, bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (kgb, 14.6.14)

Jewish Architecture

Jewish Architecture (Bild: TU Braunschweig)
Jewish Architecture (Bild: TU Braunschweig)

Wer gutes Bauhaus sehen will, fährt nach Tel Aviv. Moderne wie histori(sti)sche Architektur im jüdischen Kontext bildet eines der Themen, die vom 1. bis zum 3. April 2014 an der TU Braunschweig diskutiert werden. Um den Umgang mit dem Kulturgut „jüdische Architektur“ fächerübergreifend zu diskutieren, veranstaltet die „Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa“ die Tagung „Jewish Architecture – New Sources and Approaches“. Anhand konkreter Sachquellen und Fallbeispiele sollen materielle Zeugnisse jüdischer Architektur in Europa analysiert werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem praktischen Umgang mit „jüdischer Architektur“ in Dokumentation, Denkmalpflege und Musealisierung.