Halle an der Saale

Die Moderne in Bauten (Bild: Stadtarchiv Halle)

Moderne an der Saale

Der Countdown läuft: In großen Schritten nähert sich das 100-jährige Jubiläum des Bauhaus. Das Land Sachsen-Anhalt steht in der ersten Reihe der Gratulanten und stellte jüngst sein Kampagnenprogramm für 2019 vor. Dabei steht nicht nur die Bauhausstadt Dessau im Fokus. Auch der Magdeburger Siedlungsbau oder die Gartenstadt Leuna sind wichtige Stationen der Jubelfeier, ebenso Halle an der Saale. Hier will man allerdings nicht bis zum Jubiläumsjahr warten: Eine Fotoausstellung im Stadtarchiv feiert jetzt schon einmal die klassisch-moderne Architektur der Stadt.

In der Weimarer Republik erlebte Halle als wirtschaftlich prosperierende Stadt einen enormen Aufschwung, der sich bald auch im Stadtbild ablesen ließ. Wohlhabende Bauherren lockten renommierte Architekten der 1920er in die Stadt. Viele ihrer Projekte haben sich bis heute erhalten. Die Ausstellung präsentiert sie in Fotografien Gert Schützes, die durch zeitgenössische Fotos, Zeichnungen und Baupläne aus dem Bestand des Stadtarchivs ergänzt werden. „Die Moderne in Bauten“ ist bis zum 31. Mai 2018 im Stadtarchiv Halle (Rathausstraße 1, 06108 Halle (Saale)) zu sehen. (jr, 13.4.18)

Die Moderne in Bauten (Bild: Stadtarchiv Halle)

Sandwich-Konstruktionen

sandwich_compositesSchon seit 50 Jahren wird mit Kunststoff gebaut, passte dieser neue Baustoff mit seinen scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten doch perfekt in die zukunftseuphorische Zeit der 1960er und 1970er Jahre. Doch gerade dieser optimistisch-unbesorgte Einsatz macht heute in der Erhaltung Probleme, die es zu lösen gilt.

Die Tagung „Composites in Architecture. Faserverbunde in der Architektur. Sandwich Composites“ des Kunststoff-Zentrums (SKZ) widmet sich vom 13. bis 14. Dezember 2016 im Händelhaus und im SKZ in Halle/Saale allen relevanten Fragen zum Thema Composites, zu den Sandwich-Konstruktionen, die Kunststoff mit Stahl, Beton und vielen anderen Materialien eingeht: Wie stellt man eine solche her, wie verbindet man die Elemente, was kann man rechnerisch ansetzen – und nach 50 Jahren Bauen mit Kunststoffen darf man auch fragen: Wie verhält sich das Sandwich über eine solche Lebensdauer? Kann man die überraschend unfertigen Strukturen sanieren, erhalten, und vor allem wie? In den Blick der Vorträge des ersten Konferenztags kommen sowohl neue Sandwich-Verfahren als auch der Umgang mit dem Erbe, dem Einsatz von Composites in der modernen Architektur der letzten 50 Jahre. Am zweiten Tag stehen praktische Vorführungen und Übungen in der SKZ-Werkstatt – von Neubau bis zu Reparatur auf dem Programm. Das Internationale Symposion ist bereits das siebte seiner Art, für die Teilnahme wird eine Gebühr erhoben. (kb, 7.11.16)

Aus für Halles Eissporthalle

Eissporthalle Halle (Bild: Wolfram Friedrich)
Die Eissporthalle kurz vor Beginn des Abrisses (Bild: Wolfram Friedrich)

In Halle an der Saale verschwindet gerade ein weiteres Stück Ostmoderne. Am 15. Februar begann der Abriss der alten Eissporthalle. Der 1968 eröffnete Bau war beim Hochwasser 2013 schwer beschädigt worden, die Stadt Halle sprach von einem „wirtschaftlichen Totalschaden“. Eine Reparatur würde demnach den Wert des Bauwerks übersteigen. Die Betreiber der Halle bestritten dies, verloren aber einen entsprechenden Prozess gegen die Stadt. Bis zuletzt hatte es dennoch Initiativen für den Erhalt gegeben, eine Idee war die Umnutzung als Kletterhalle.

Die Eissporthalle kann an ihrem jetzigen Standpunkt auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1957 wurde hier eine offene Eisbahn errichtet, die in den 1960er überdacht und zu den Arbeiterfestspielen 1968 als moderne Eissporthalle eingeweiht wurde. In den 1990ern wurde sie umfassend saniert. Der Abriss ist auch ein als Politikum: er soll mit Geldern aus der Fluthilfe bezahlt werden. Bereits 2014 wurde in Erwartung einer späteren Finanzspritze der „Eisdom“ errichtet. Der unweit der Eissporthalle gelegene Sportkomplex soll diese beerben und ab 2017 umfangreich ausgebaut werden. (jr, 24.2.16)