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Ausstellung "Zeichen des Aufbruchs" (Bild: Grafikbüro Brandner, Foto: Siegfried Wameser)

Zeichen des Aufbruchs

„Christliches Kieswerk“, „Parkhaus Gottes“ oder „Klein-Ägypten“ waren  noch die netteren Spitznamen für Kirchen der Nachkriegsmoderne. Rund 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) präsentiert das Diözesanmuseum St. Afra Augsburg den damaligen Kirchenbau des Bistums vom 22. November 2017 bis zum 11. März 2018. Mit der Sonderausstellung „Zeichen des Aufbruchs. Kirchenbau und Liturgiereform im Bistum Augsburg seit 1960“ werden die theologisch-liturgischen, aber auch architektonisch-künstlerischen Umbrüche dieser Jahre aufgearbeitet. Denn die Innovation und Schöpferkraft dieser ebenso kurzen wie produktiven Zeitspanne, aber auch der derzeitige Veränderungsdruck der Kirchenlandschaft – Umnutzung, Profanierung oder gar Abriss – lassen eine Auseinandersetzung mit diesem kulturellen Erbe umso notwendiger erscheinen.

Anhand ausgewählter und von Siegfried Wameser neu fotografierter Beispiele wird der Besucher auf eine überraschende Entdeckungsreise durch das Gebiet der Diözese Augsburg mitgenommen, die in erster Linie für ihren reichen Bestand an Barock- und Rokokoarchitektur bekannt ist. Alexander von Branca, Hans Schädel, Thomas Wechs und Josef Wiedemann sind nur einige der Namen, die für den hohen baukünstlerischen Anspruch der modernen Kirchen bürgen. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Buchpublikation im Kunstverlag Josef Fink. (kb, 20.11.17)

Stadtbergen-Leitershofen, Zum Auferstandenen Herrn, 1970, Adolf Zach (Ausstellung „Zeichen des Aufbruchs“, Grafikbüro Brandner; Foto: Siegfried Wameser)

Essen-Überruhr, St. Suitbert, 2008 (Bild: Wiki05, PD)

Rettet Ökumene die Lehmbrock-Kirche?

Kaum sind die Reformationsfeierlichkeiten überstanden, klingt es im Kirchenbau nach Annäherung. Am Paderborner Flughafen (haben wir nachrecherchiert, gibt es tatsächlich) wurde gerade ein neuer ökumenischer „Raum der Stille“ eingeweiht. Er ist gleichermaßen gedacht für Protestanten, Katholiken und Syrisch-Orthodoxe, für Fluggäste, Mitarbeiter und Besucher. In der Essener Pfarrei St. Josef Ruhhalbinsel geht es aktuell nicht um neue Räume, sondern um den Abschied von alten. Der Zeitplan zum „Pfarreienentwicklungsprozess (PEP)“ sah, beim Start durch eine Koordinierungsgruppe 2015, ein Votum für den 5. November 2017 vor. Alles soll dann im Dezember 2017 ans Bistum gegeben, 2018 gemeinsam in handelnde Schritte übersetzt werden.

Das „Sonntagsblatt“ der Gemeinde schrieb, nach einer vielgestuften Diskussion, zum erwarteten PEP-Votum: „Fest steht bis dato lediglich, dass die Kirche Herz Jesu in Burgaltendorf und das Gemeindeheim St. Josef in Kupferdreh noch lange über den Pfarreihaushalt finanziert werden sollen.“ Gestern meldete Radio Essen dann konkreter: „Die Pfarrei […] will einige ihrer Kirchen und Gemeindezentren zusammen mit der evangelischen Kirche betreiben.“ Für die fünf zur Disposition stehenden Kirche (in Überruhr, Byfang und Burgaltendorf) bestehe erst akuter Handlungsbedarf, wenn eine umfangreichere Sanierung anstehe. Unter diesen Fragezeichen findet sich die 1966 von Josef Lehmbrock mit dem Statiker Stefan Polónyi kunstvoll gefaltete Kirche St. Suitbert. (kb, 10.11.17)

Essen-Überruhr, St. Suitbert (Bild: Wiki05, PD)

Emsdetten, Hl. Geist, 2016 (Bild: Hobusch, CC BY SA 4.0)

Ein Baumewerd auf dem Prüfstand

Es mag ein wenig an der familiären Vorbelastung gelegen haben: Dieter Georg Baumewerd (1932-2015), Sohn des Dom- und Diözesanbaumeisters Walter Baumewerd, wurde vor allem für seine modernen Kirchenräume bekannt. Schon während seines Architekturstudiums arbeitete er für und mit Hans Schwippert und Rudolf Schwarz. Baumewerds kirchliches Werk reicht von der betonplastischen Heilig-Geist-Kirche in Emmerich (1963) bis zur streng kubischen Apostolischen Nuntiatur in Berlin (2001).

Eine dieser Kirchen steht gerade auf dem Prüfstand: das Gemeindezentrum Hl. Geist in Emsdetten. Baumewerd hatte den Wettbewerb 1969 gewonnen, die Kirche (Mitarbeit: Klaus Scholz) bis 1972 in einem Bausystem errichtet. Das langgestreckte Ensemble mit der gewölbeähnlichen Decke erhielt später einen Glockenträger. Nun hat die katholische Gemeinde St. Pankratius – mit Blick auf ihren Pastoralplan – auch ihren Baubestand durchforstet. Zwei Kirchen seien „gesetzt“ (St. Pankratius und die Herz-Jesu-Kirche, die zum Pfarrzentrum mit Kirchenraum umgebaut werden soll), drei in ihrer Zukunft unsicher: St. Joseph, St. Marien und eben Hl. Geist. Die Gemeinde will nun in Ruhe über eine Nachnutzung dieser drei Bauten diskutieren, von einer sofortigen Schließung sei nicht die Rede. (kb, 3.11.17)

Emsdetten, Hl. Geist, 2016 (Bild: Hobusch, CC BY SA 4.0)

Heidenheim, Waldkirche, 2015 (Bild: Karl Stefan Röser, via twitter)

Schluss mit (Sozial-)Romantik

Der Name stammt noch aus Zeiten, als in Heidenheim ein Holzkirchlein im Grünen stand. Seit 1975 aber ist der Neubau der evangelischen „Waldkirche“ ein veritabler Betonklotz, der die Herzen der Brutalisten erwärmt. Die Stuttgarter Architekten Joachim Kugel/Winfried Maier/Erden Yöndel entwickelten die neue Gottesdienststätte zeitgerecht auf einem fächerförmigen Grundriss. Betonsichtige Elemente wurden nach außen mit Schiefer, nach innen mit Holz und Ziegel verbunden. 2015 wurde die Waldkirche geschlossen und vom Landkreis zunächst als Flüchtlingsunterkunft zwischengenutzt. Ab 2016 richtete man, wieder in Trägerschaft des Landkreises, in den Räumen das Begegnungszentrum „Migration und Ehrenamt“ ein.

Doch im Dezember 2017 läuft die Förderung für dieses Modell und damit der Mietvertrag aus. Daher sieht sich die Gemeinde, weiterhin Eigentümerin der Waldkirche, zum Verkauf gezwungen. Der hierfür eigens bestellte Immobilienentwickler kam zu dem Schluss, dass der Baugrund nur ohne Kirchenbau zu vermarkten sei. Angedacht ist neue Wohnbebauung. Zuvor hatten die Initiative „Zukunftswerkstatt Heidenheimer Kirchengemeinden“ und das Team „Interkulturelles Café“ im Freundeskreis Asyl – letztlich vergeblich – an die kirchlichen Verantwortlichen appelliert, dem Landkreis die Räume notfalls kostenfrei zur Nutzung zu überlassen. Damit wollte man dem kommunalen Träger einen Anreiz bieten, das Begegnungszentrum weiter zu betreiben. (kb, 27.10.17)

Heidenheim, Waldkirche, 2015 (Bild: Karl Stefan Röser, via twitter)

Vaals, Abtei St. Benedictus (Bild: © Jeroen Verrecht)

„A House for the Mind“: Dom Hans van der Laan

Es klingt fast mittelalterlich: Da arbeitet ein Mönch zugleich als Architekt und baut – natürlich – Kirchen und Klöster. Der 1904 in Leiden geborene Hans van der Laan nahm sein Studium in Delft auf, das er zugunsten seines Eintritts in den Benediktinerorden abbrach. Zu seinen wohl bekanntesten Bauten zählen die Abtei St. Benedictus (1968) in Vaals und die Abtei Roosenberg (1974) im belgischen Waasmunster. Als van der Laan 1991 in Memelis bei Vaals verstarb, hatte er sich über Jahrzehnte der Aufgabe verschrieben, die mittelalterliche Kirchbautradition in die Moderne zu überführen.

In Belgien hat man sich unter dem Titel „A House for the Mind“ das Werk van der Laans vorgenommen. 1977 sollte dieser sein Grundlagenwerk „De architectonische ruimte“ veröffentlichen. Entlang dieses Theoriekonzepts wollen die Kuratoren das fast hermetisch wirkende Werk des Benediktiners aufschlüsseln. Drei zeitgenössische Künstlerinnen – die deutsche Fotografin Friederike Von Rauch, die estnische Filmemacherin Ingel Vaikla und die niederländische Tonkünstlerin Esther Venrooy – zeigen daher ihren Blickwinkel auf van der Laans Bauten. Die Präsentation ist vom 13. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 in Antwerpen (deSingel International Arts Campus – Expo, Desguinlei 25, Antwerpen) zu sehen. Die Vernissage findet am 12. Oktober 2017 um 20 Uhr (Blue Hall deSingel International Arts Campus, Antwerpen) statt, eine Anmeldung ist erforderlich. (kb, 11.10.17)

Vaals, Abtei St. Benedictus (Bild: © Jeroen Verrecht)

Ravensburg, Gemeindezentrum Hl. Kreuz, Bedienelement des Liedanzeigers (Bild: Andreas Praefcke, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Glaube immer nur an die Zahlen, die …

„Kirchenabrisse [sind] wegen Priestermangels, Gläubigenmangels und letztlich Geldmangels in Deutschland seit Jahren Realität.“ Solch ein Satz, gestern veröffentlicht auf „katholisch.de“, wäre noch vor wenigen Jahren einem Aufreger gleichgekommen. Heute scheint man sich gewöhnt zu haben an die Bilder niederfallender Glockentürme. „Katholisch.de“ jedenfalls erfragte die Zahl katholischer Kirchen, die seit 2000 aufgegeben wurden. Die Antworten von 25 Bistümern (27 waren angefragt) zusammenrechnend, ergeben sich über 500 Profanierungen, davon rund ein Drittel Abrisse.

Der Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards warnt im selben Beitrag (auch mit Blick auf die Moderne): „Aber wir stehen in dieser Entwicklung auch erst am Anfang“. Noch 2005 ergab eine Umfrage des Deutschen Liturgischen Instituts , das aktuell mit der „Straße der Moderne“ Inkunabeln dieser Stilepoche vorstellt, „dass die Diözesen für die kommenden 10 Jahre – also bis 2015 – davon ausgingen, dass etwa 700 Kirchengebäude nicht mehr benötigt und aufgegeben werden.“ „Die Zeit“ sah 2004 konfessionsübergreifend „jede dritte Kirche […] bedroht“. Manche Statistiken rechnen Gemeindezentren heraus, oder Teilabrisse, oder Standorte mit einem neuen Andachtsraum im Ersatzbau. In Plattformen wie wikipedia, in Blogs wie kirchenschwinden.de oder in der virtuellen Karte „inivisibilis“ wird die Entwicklung fortlaufend dokumentiert. Und für jede betroffene Gemeinde wird ihre Kirche wohl das eine bleiben: ein unverwechselbarer Einzelfall. (kb, 7.10.17)

Ravensburg, Hl. Kreuz, Liedanzeiger-Bedienung (Bild: Andreas Praefcke, GFDL/CC BY SA 3.0)

Klosterkirche Ingenbohl (Gestaltung: Paul Stöckli, Bild: sakrallandschaft-innerschweiz.ch)

Tag der modernen sakralen Architektur

Am Tag der modernen sakralen Architektur, am 28. Oktober 2017, öffnen ausgewählte moderne Kirchen in der Zentralschweiz ihre Türen. Der „Verein Sakrallandschaft Innerschweiz“ hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Belebung der sakralen Schätze und kirchlichen Traditionen zu leisten. Vor diesem Hintergrund werden jährlich verschiedene Aktionen organisiert, wie „Unterwegs mit …“ oder der „Tag der offenen Kapellen“ statt. Mit den „Himmlischen Pfade“ hat der Verein schließlich ein Wanderwegnetz geschaffen, das den „Genusswanderer wie auch den Bergwanderer“ ansprechen soll.

Am 28. Oktober, zum „Tag der modernen sakralen Architektur“ nun können Besuchern neun Sakralbauten erkunden: die Muttergotteskapelle Oberniesenberg, Kloster Muri, die Felsenkapelle auf Rigi Kaltbad, die Bergkirche Rigi Kaltbad, St. Michael in Luzern, die Kollegiumskirche St. Martin in Sarnen, die Bruderklausenkirche in Büren, die Klosterkirche Ingenbohl und das Ökumenisches Kirchenzentrum Chilematt. Das detaillierte Programm kann online abgerufen werden, alle Programmpunkte können ohne Voranmeldung und gratis besucht werden. (kb, 28.9.17)

Klosterkirche Ingenbohl (Gestaltung: Paul Stöckli, Bild: sakrallandschaft-innerschweiz.ch)

Iris Nestler, "Meisterwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts in den Rheinlanden" (Bild: Buchcover, B. Kühlen Verlag))

Meisterwerke moderner Glaskunst

Eine besondere Dichte an qualitätvoller Glasmalereien findet sich, wie bereits 2015 von der Kunsthistorikerin Dr. Iris Nestler in ersten Band entfaltet, am Niederrhein. Doch es gibt ebenso herausragende Werke am Mittelrhein, wie beispielsweise die Fenster von Hans Gottfried von Stockhausen in der Liebfrauenkirche Koblenz, Marc Chagall in St. Stephan Mainz, Jacques Le Chevallier in der Liebfrauenkirche Trier oder Emil Kiess in der Trinitatiskirche Mannheim.

Im nun frisch vorliegenden zweiten Band möchten die Autoren wieder einen Bogen über ein ganzes Jahrhundert spannen: 50 Künstler von Melchior Lechter über Jacoba van Heemskerck bis Kim en Joong. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Aufträge zwischen historischer und rekonstruierter, moderner und zeitgenössischer Architektur sein können. Und wie kontrastreich die Ergebnisse zwischen Geometrie, Figürlichkeit und Abstraktion ausfallen. Mit Fachbeiträgen von zehn Autoren, großformatigen Farbabbildungen, Literaturverzeichnis und Künstlerbiografien wird nicht nur der aktuelle Stand der Forschung dargelegt. Darüber hinaus soll der Leser dazu angeregt werden, die vorgestellten (vorwiegend) Kirchen mit ihren Kunstwerken selbst aufzusuchen. (kb, 21.9.17)

Iris Nestler (Hg.), Meisterwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts in den Rheinlanden, Bd. 2, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2017, Festeinband (Hardcover) in Fadenheftung, 24 x 30 cm, 288 Seiten, Farbabbildungen, ISBN 978-3-87448-480-0.

Titelmotiv: Iris Nestler, „Meisterwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts in den Rheinlanden“ (Bild: Buchcover, Detail, B. Kühlen Verlag)

Wenn Pfarrer bauen: Grundsteinlegung für die Kölner Auferstehungskirche im Jahr 1965 (Bild: gemeinfrei)

Phase 2: Kirchen an Rhein und Ruhr

Beim ersten Treffen im Februar 2017 stand rasch fest: „Die moderne Kirchenlandschaft an Rhein und Ruhr ist etwas Besonderes.“ Im Dialograum Kreuzung an Sankt Helena sollte damals der Grundstein gelegt werden für eine Stiftung, die sich um eben jenes wertvolle Erbe kümmert. Schon bei dieser ersten Zusammenkunft wurde aber auch deutlich, dass die Initiative vor keiner leichten Aufgabe steht. Deshalb wollen die Initiatoren in einem nächsten Schritt vor allem darüber nachdenken, „wie die unterschiedlichen Initiativen und Gedanken durch ‚Gesprächsangebote und Lösungsmodelle‘ so zusammengebracht werden können, dass den Kirchen im Rheinland eine gute Zukunft bevorsteht“.

Daher will man beim nun anstehenden Netzwerktreffen gemeinsam überlegen, wo und in welcher Form bereits Initiativen bestehen wie davon ausgehend eigene Formate entwickelt werden können. Auch die zukünftige Organisationsform dieses Kreises soll dabei eine Rolle spielen. Die Teilnehmer werden gebeten, in kurzer Form einige Impulse zu Ihren eigenen Vorhaben und Gedanken mitzubringen. Diese sollen dann vor Ort zu einer „Kirchen-Netzwerk-Karte“ zusammengefügt werden. Das Treffen findet am 11. September um 18.30 Uhr in Bonn im Dialograum der „Kreuzung an Sankt Helena“ (Bornheimer Str. 130, 53119 Bonn) statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. (kb, 9.9.17)

Grundsteinlegung für die Kölner Auferstehungskirche im Jahr 1965 (Bild: gemeinfrei)

Steinfurt-Borghorst, Marienkirche, 2011 (Bild: Derburgimwalder, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Ein bisschen abreißen

Auch wenn es „ein bisschen schwanger“ bekanntlich nicht gibt, mit dem Verb „abreißen“ geht es offensichtlich schon. So zumindest klingt der bevorstehende „Rückbau“ (als Wort nicht minder erstaunlich) von St. Mariä Himmelfahrt (1953, Josef Drüen) in Steinfurt-Borghorst. Hier will man in diesem Herbst – die Abbruchgenehmigung liegt bereits vor – das Kirchenschiff niederlegen. An seiner Stelle soll ein Investor einen neuen Bau für den katholischen Kindergarten errichten, den die Gemeinde dann anmietet. Das damit freiwerdende gegenüberliegende Grundstück des bisherigen Kindergartens wird ebenfalls abgegeben, um den Rückbau des Kirchenschiffs zu finanzieren.

Gottesdienste sind, so die Gemeinde, weiter möglich. Hierfür werde der verbleibende Kirchen-Rumpf neu hergerichtet und mit einem eigenen Eingang erschlossen. Und obendrauf gibt das Bistum noch Geld für die Dachsanierung der zweiten (intakt bleibenden) Gemeindekirche, für St. Nikomedes in Steinfurt. In den Verhandlungen, die dieser komplexen Lösung vorausgegangen sind, hatten Gemeinde und Bistum (glaubt man der Presse) um jeden Meter gerungen: Die Gemeinde wollte zehn Meter vom Schiff (für ein Foyer) behalten, das Bistum keinen, jetzt werden zwei Meter bleiben. Der letzte Gottesdienst, der in der Marienkirche in ihrer vollen Länge gefeiert werden kann, ist für den 15. Oktober diesen Jahres angesetzt. (kb, 7.9.17)

Steinfurt-Borghorst, Marienkirche, 2011 (Bild: Derburgimwalder, GFDL oder CC BY SA 3.0)