Kassel

Foto-Wettbewerb: Alle Gewinner!

Anfang 2016 rief mR dazu auf: Stöbern Sie in ihren Alben! Finden Sie eine Kinderfoto vor einem Bau der Moderne zeigt! Einzige Bedingung: Foto, Bau und Mensch sollten im 20. Jahrhundert entstanden sein. Die Teilnehmer des Wettbewerbs besuchten dann diesen besonderen Ort erneut und fotografierten sich dort noch einmal. Aus allen Einsendungen hat mR die eindrücklichsten Aufnahmen ausgewählt. Wir gratulieren den Gewinnern des Foto-Wettbewerbs „Generation Beton“: Yannick P. Schwarz, Gregor Schulz und Maya I. S. Gradenwitz – und den Gewinnern des Sonderpreises „Garbsen – ein Stadtteil fotografiert sich“: Familie Markworth! Ihre Preise sind unterwegs!

 

Als ich Teil eines Kunstwerks war …

1972 ließ der Konzept-Künstler und spätere Yello-Musiker Dieter Meier zur documenta 5 am Kasseler Hauptbahnhof eine Metalltafel einbetonieren: ‚Am 23. März 1994 von 15.00 – 16.00 Uhr wird Dieter Meier auf dieser Platte stehen.‘ Was er dann auch tat. 1994 war ich unter den zahlreichen Zuschauern, ganz links am Bildrand, mit der formschönen Strickmütze. 2016 ist die Metalltafel nicht mehr da und aus dem 1950er-Jahre-Hauptbahnhof wurde der ‚Kulturbahnhof‘. Aber die berühmte Treppenstraße liegt immer noch direkt um die Ecke.“ (Yannick P. Schwarz, * 1984, Kunsthistoriker und Museumsmitarbeiter)

 

Als die Garage noch die Gute Stube war …

„Unser Wohnhaus mit Doppelgarage, vor der ich 1979 fotografiert wurde, stammt aus dem Jahr 1959. Der Architekt Konrad Möller hat in meinem Heimatort Martinhagen zig Häuser gebaut, die alle ähnlich aussehen. Unverwechselbar war mein grüner Trettraktor, er hieß „Willi“. Auf unserem Dachboden hat er ebenso überlebt wie die rote Metallkugel von einem Fischernetz, die meine Eltern im Urlaub am Strand aufgelesen hatten. Sogar das Nummernschild des längst verschrotteten roten Audi lag noch in unserer Garage. Nur der VW Käfer ist ein anderer. Mein Vater Peter hat seit 1961 fast ununterbrochen einen Käfer, meist als Zweit- oder Hobbyauto.“ (Greogor Schulz, * 1974, studierter Historiker und professioneller Autobeschreiber)

 

Als unsere Familie umziehen wollte …

„1998 überlegten wir, nach Bad Nauheim zu ziehen – und ließen uns dann von dem großartigen Jugendstilensemble des Sprudelhofs überzeugen. Dort machten wir mit der Familie Fotos (Nie wieder habe ich mich einem Mann so an den Hals geworfen wie dieser Statue!). Heute, 18 Jahre später, ist eine Schwester zwar zum Studium nach Österreich gezogen, wir anderen erfreuen uns aber nach wie vor bei gelegentlichen Spaziergängen an den nahezu unverändert erhaltenen Bauten.“ (Maya I. S. Gradenwitz, * 1988, Historikerin und immer noch, immer wieder in Hessen)

 

Als der Gardasee noch um die Ecke lag …

1980 war das „Café Gardasee“ im Plattenbauiertel Garbsen nahe Hannover (nicht  nur) bei der Familie Marworth beliebt, versprach doch schon der Name eine kleine mediterrane Auszeit. 2016 (das „Café Gardasee“ ist längst Geschichte) hat sich Hortst Markworth mit seinen Töchtern für moderneREGIONAL auf eine Erfrischung am nahen Hérouvillle-St.-Clair-Platz getroffen.