Kulturpalast

Dresden, Kulturpalast, nach 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ld 0003137 001, CC BY SA 3.0)

Bruno Flierl in Dresden

In Dresden beleuchtet derzeit die Ausstellung „Der Dresdner Kulturpalast. Architektur als Auftrag“ im Stadtmuseum die Baugeschichte des jüngst sanierten Juwels der Ostmoderne. Nun wurde sie bis zum 3.10. verlängert. Spontanen Dresdnern und kurzentschlossen Reisefreudigen empfehlen wir aber bereits heute Abend den Besuch des Museums. Um 19 Uhr spricht der Architekturhistoriker Bruno Flierl zum Thema „Kultur – nicht Staat – in der Mitte der Stadt“.

Der in den 1960er Jahren erbaute Kulturpalast steht für ein alternatives Konzept von Stadtzentrum, das weit über die Grenzen Dresdens hinaus Gültigkeit beanspruchte. Kein Symbolbau der Politik, sondern ein Brennpunkt des kulturellen Lebens sollte die Stadtkrone bilden. Mit der Sanierung wurde das Nutzungskonzept des Kulturpalasts zwar verändert, seine symbolische und reale Aufgabe in Dresden blieb jedoch erhalten. Der Vortrag von Bruno Flierl verortet das historische Geschehen rund um den Kulturpalast  in der Baupolitik der DDR. Der Architekturhistoriker spricht dabei nicht nur als profilierter Kenner der Ostmoderne, sondern auch als Zeitzeuge. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. (jr, 12.9.17)

Dresden, Kulturpalast, nach 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ld 0003137 001, CC BY SA 3.0)

Bitterfeld, Kulturpalast (Bild: Joeb07, CC0)

Abrissantrag für Kulturpalast

Im Jahr 2013 hat die Gelsenwasser AG den Chemiepark Bitterfeld Wolfen gekauft. Zum Areal gehört auch der 1952-54 nach Plänen von Alfred Dienst errichtete Kulturpalast. 2004, zum 50-jährigen Jubiläum, wurde der er nach einjähriger Sanierung durch den damaligen Betreiber des Chemieparks wiedereröffnet: Die Stadt Bitterfeld konnte die Sanierungskosten nicht selbst tragen. Mit dem denkmalgeschützten Bau, der zum Zeitpunkt des erneuten Besitzerwechsels vor vier Jahren in voller Nutzung war, konnte (und wollte) die Gelsenwasser AG aber offenbar wenig anfangen: Sukzessive wurde das Gebäude geräumt, seit 2016 steht es leer. Welche Pläne man mit dem DDR-Denkmal hatte, war unklar – nicht aber, dass die mittlerweile als Chemieparkgesellschaft firmierenden Besitzer es als Altlast empfanden.

Nun ist raus, was viele bereits vermuteten: Die Chemieparkgesellschaft hat nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung einen Abrissantrag gestellt. Man wolle den Bau „nicht weiter besitzen und betreiben“, so Chemiepark-Geschäftsführer Patrice Heine. Allerdings sei es nicht das alleinige Ziel, den Kulturpalast abzureißen. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass jemand anderes der neue Besitzer werde. Hauptgrund, den Bau mit insgesamt 1150 Sitzplätzen loszuwerden, ist offenbar schlicht das Geld. Laut der Chemieparkgesellschaft müsse jedes Wochenende eine ausverkaufte Veranstaltung stattfinden, um kostendeckend zu arbeiten. Davon träumen freilich die meisten deutschen Kulturhäuser…   (db, 11.9.17)

Kulturpalast Bitterfeld (Bild: Joeb07, CC0)

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Feinschliff am Kulturpalast

In Dresden wurde kürzlich der sanierte Kulturpalast der Öffentlichkeit übergeben. Doch nun wird bereits das nächste Gerüst vor dem Kulti aufgebaut. Es gilt den Fahnenmasten des Baus, die in den nächsten Monaten saniert werden sollen. Das mächtige Gerüst, das laut den Dresdner Neuesten Nachrichten 30 Meter in der Höhe und 13 in der Länge misst, soll mit einer Plane verhängt werden und den bei der Sanierung anfallenden Schmutz abfangen. Die Fahnenmasten werden erstmals seit dem Bau im Jahr 1969 saniert, an ihnen haftet also noch immer die Farbe des Erstanstrichs. Sie zu entfernen, droht viel Staub aufzuwirbeln.

Ursprünglich waren für die Sanierung der Masten keine Mittel eingeplant. Da sich die Arbeiten an den Außenanlagen des Kulturpalasts aber günstiger als geplant gestalteten, wurde dieser Nachschlag finanziell möglich. Im November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Wer sich am Gerüst stört, kann in einer Sonderausstellung des Stadtmuseums Dresden noch bis zum 17. September Fotografien und Modelle des unverstellten Kultis genießen. (jr, 1.8.17)

Dresden, Kulturpalast (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0918-026, CC BY SA 3.0)

Dresden, Kulturpalast, nach 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ld 0003137 001, CC BY SA 3.0)

Dresden: Ausstellung zum Kulturpalast

In Dresden läuft der Countdown zur Eröffnung des sanierten Kulturpalasts. Am 28. April ist es soweit: Mit Klängen von Schostakowitsch, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Schubert und Beethoven soll der neue Konzertsaal des Baus eingeweiht werden. Wer so lange nicht mehr warten kann, dem sei die Ausstellung „Der Dresdner Kulturpalast. Architektur als Auftrag“ im Stadtmuseum Dresden ans Herz gelegt. Sie wird bereits eine Woche vorher, am Freitag, dem 21. April um 19 Uhr eröffnet.

Der Kulturpalast war und ist einer der umstrittensten Bauten der Dresdner Nachkriegsmoderne. Erkannten die einen in dem nach Plänen von Leopold Wiel gebauten und 1969 eröffneten Bauwerk eine Perle ostmoderner Architektur, schmähten es andere als Symbol der SED-Diktatur und forderten den Abriss. Die Ausstellung rekonstruiert die (Bau)geschichte des „Kulti“. In Modellen und Plänen widmet sie sich neben dem Bauwerk selbst auch den nicht realisierten Konkurrenzplanungen, den Kunstwerken am und im Palast sowie dem jüngst vollendeten Umbau. Begleitend erscheint ein Set von acht bebilderten Leseplakaten mit Hintergrundinformationen sowie ein Architekturführer zu sieben ausgewählten Bauten der Dresdner Nachkriegsmoderne. Das Museum bietet dazu entsprechende Stadtrundgänge an, die auch nach der Ausstellung fortgeführt werden sollen. Sie ist bis zum 17. September zu sehen. (jr, 17.4.17)

Titelmotiv: Dresden, Kulturpalast, nach 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ld 0003137 001, CC BY SA 3.0)

Alles Gute, Leopold Wiel!

Bis 2017 soll der Umbau des Dresdner Kulturpalastes abgeschlossen sein (Bild: Florian S.)
Der Dresdner Kulturpalastes ist eng mit dem Namen Leopold Wiel verbunden (Bild: Florian S., CC-BY-SA 3.0)

In Dresden stand dieser Tage ein runder Geburtstag an: Der Architekt Leopold Wiel feierte am 14. Mai seinen 100. Geburtstag. Als Professor an der TH Dresden bildete er 1951 bis 1981 Generationen von Architekten aus, sein Lehrbuch „Baukonstruktionen des Wohnungsbaus“ erfuhr 11. Neuauflagen und gilt bis heute als Standardwerk. Wiel verfolgt das Baugeschehen in Dresden auch im Ruhestand sehr genau. Auf die Pläne zum Umbau des Dresdner Kulturpalastes reagierte er 2012 mit einem offenen Brief an die Oberbürgermeisterin, in dem er sich gegen den Ausbau des Mehrzwecksaals wandte.

Der Kulturpalast stellt ein zentrales Werk in Wiels Laufbahn als Architekt dar. Die SED träumte 1959 von einem Turmhaus, das die Stadt überragen und von der Überlegenheit der sozialistischen Kultur künden sollte.  Wiel entwarf dagegen einen modernen, viergeschossigen Bau mit gläserner Fassade – und fing sich harsche Kritik der Partei ein. Nach der Intervention der Moskauer Architektenschaft revidierte sie jedoch ihre Meinung und schickte den 1. Sekretär der SED-Stadtleitung zu Wiel nach Hause, um sich bei ihm zu entschuldigen und um Unterstützung beim Bau des zentralen Kulturhauses zu bitten. Der Turm war vom Tisch, stattdessen beauftragte man Wolfgang Hänsch mit dem Bau des Kulturpalastes, der sich an den Planungen Wiels orientierte. (jr, 16.5.16)

Weihnachtsgeld für den Kulti

1985 putzte sich der Kulturpalast für ein Schlagerfestival heraus (Bild:Bundesarchiv Bild 183-1985-0918-026, CC-BY-SA 3.0, Fotograf: Ulrich Häßler)
1985 putzte sich der Kulturpalast für ein Schlagerfestival heraus (Bild:Bundesarchiv Bild 183-1985-0918-026, CC-BY-SA 3.0, Foto: U. Häßler)

Für den Dresdner Kulturpalast gab es am 19. Dezember 2014 ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig übergab der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz 1 Million Euro zur weiteren Sanierung des Bauwerks. Das Geld stammt aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaates. Es soll unter anderem dazu verwendet werden, die monolithische Gipsdecke im Foyer des Kulti zu rekonstruieren.

Das Original konnte nicht abgenommen werden, ohne zerstört zu werden. Auch die 1600 Leuchten, mit denen die Decke gespickt war, sollen nachgebaut werden. Der Kulturpalast wurde nach Plänen von Leopold Wiel gebaut und 1969 eröffnet. Er gilt heute als bedeutender Vertreter der Ostmoderne, seit 2008 steht er unter Denkmalschutz. 2013 begann man mit dem Umbau und entkernte den Palast. Künftig soll er der Dresdner Philharmonie, dem Kabarett Herkuleskeule und der städtischen Bibliothek eine neue Heimat bieten. Der Festsaal wird zum Konzertsaal für weniger Zuschauer umgebaut. 2017 soll der Kulti wieder eröffnet werden. (jr, 12.1.15)

Dresden: Der „Kulti“ wurde entkernt

Bis 2017 soll der Umbau des Dresdner Kulturpalastes abgeschlossen sein (Bild: Florian S.)
Bis 2017 soll der Umbau des Dresdner Kulturpalastes abgeschlossen sein (Bild: Florian S.)

In Dresden geht der Umbau des Kulturpalastes voran. 2017 soll das Bauwerk seine Pforten wieder öffnen und der Dresdner Philharmonie, dem Kabarett Herkuleskeule und der städtischen Bibliothek eine neue Heimat bieten. Hierfür wird der Festsaal zu einem reinen Konzertsaal für weniger Zuschauer umgebaut. Der „Kulti“, wie die Dresdner ihren Palast nennen, ist nun komplett entkernt. Man berät gerade über die künftige Bestuhlung des großen Saals.

Der Kulturpalast wurde nach Plänen von Leopold Wiel gebaut und 1969 eröffnet. Er befindet sich am Neumarkt, im Zentrum der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Dresdner Altstadt. Seit 2008 steht der Palast unter Denkmalschutz. Dem Umbau ging eine heftige Kontroverse voraus, in der auch ein Abriss des Baus nicht ausgeschlossen wurde. Wer den Kulturpalast in seinem entkernten Zustand erleben möchte, dem sei ein Besuch des Dresdner Stadtfests am 16. und 17. August angeraten: Der Förderverein Dresdner Philharmonie bietet an diesen Tagen um 10.00, 11.30, 14.00 und 15.30 Uhr gegen Spenden für eine neue Orgel Baustellenführungen an. Anmelden kann man sich hier. (jr, 11.07.2014)

Der Dresdner Kulturpalast im Bild

Der Dresdener Kulturpalast zu seiner Einweihung 1969 auf einer Briefmarke
Dem Dresdner Kulturpalast wurde zu seiner Einweihung 1969 eine eigene Briefmarke gewidmet

1969 wurde der vom Architekten Wolfgang Hänsch entworfene Kulturpalast in Dresden eröffnet. Vor den Ruinen von Schloss und Frauenkirche markierte der klare Glas-Beton-Bau ein deutliches Bekenntnis zur Moderne. Hänsch verband mit der Multifunktionshalle Raum für kulturelle und politische Veranstaltungen unter einem Dach. Ob Dixieland-Festival, TV-Übertragungen von „Ein Kessel Buntes“, Theatervorstellungen oder Konzerte der Dresdner Philharmonie – seit fast 50 Jahren war und ist der „Kulti“ ein zentraler Punkt im geistig-kulturellen Leben Dresdens. Seit 2008 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, seit 2012 wird er zum modernen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie umgebaut, 2017 soll u. a. das Kabarett „Die Herkuleskeule“ einziehen. Mit ihrer neu erschienenen Publikation bietet nun Bettina Klemm, Vorsitzende des Presseclubs Dresden e. V. und langjährige Redakteurin der Sächsischen Zeitung, eine Geschichte dieses ostmodernen Vorzeigebaus (die Autorin liest am 3. November in Dresden aus Ihrem Buch). Für mR ein willkommener Anlass, die Wartezeit – solange der Kulturpalast noch runderneuert wird – mit historischen Aufnahmen von Ulrich Link, Richard Peter, Ulrich Häßler u. a. zu versüßen. (db, 30.10.16)

Am 21. April 2017 eröffnet eine Ausstellung, am 28. April 2017 der frisch sanierte Kulturpalast!