Schlagwort: Otto Wagner

Wien, Postsparkasse (Bild. Hagen Stier)

Post Otto Wagner

Vor 100 Jahren verstarb der „Vater der Moderne“, der österreichische Architekt Otto Wagner. Zu seinen Hauptwerken zählt – neben den Projekten für die Wiener Stadtbahn oder der Kirche St. Leopold am Steinhof – die Wiener Postsparkasse, die zum Jubiläum ihres Erbauers eine eigene Ausstellung erhält. Vom 30. Mai bis zum 30. September ist in Wien in der MAK-Ausstellungshalle „Post Otto Wagner. Von der Postsparkasse zur Postmoderne“  zu sehen.

Die Präsentation schlägt einen weiten Bogen, will Wagners Impulse für die Vorreiter der Moderne zu seiner Zeit, aber auch für folgende Generationen von Architekten und Designern aufzeigen. So wird die Abkehr Wagners von der Schmuckfreude des Historismus dargelegt, aber ebenso der Stilpluralismus der Wagner-Schule nach 1900, der eine große Nähe zur Postmoderne aufweist. Ein großes Plus für alle Besucher: Mit ihrer MAK-Eintrittskarte können sie kostenfrei auch die Postsparkasse mit einer eigenen kleinen Präsentation genießen. Begleitend zur Wagner-Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation im Birkhäuser Verlag. (kb, 13.5.18)

Wien, Postsparkasse (Bild. Hagen Stier).

Wien, Postsparkasse (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)

Nach Wien zu Otto Wagner

Zugegeben, eigentlich sind die Bauten von Otto Wagner (1841-1918) ja etwas zu alt für unser Format. Doch der Österreicher gehört nicht nur zu zu den bedeutendsten Architekten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Er zählt auch zu den Wegbereitern jener Moderne, mit der wir uns bevorzugt beschäftigen. Als einer der Ersten trat Wagner für eine neue Baukunst ein, die auf Funktion, Konstruktion und Material basierte und sich konsequent das „moderne Leben“ zum Vorbild nahm – was folgerichtig die Abkehr vom Historismus bedeutete.  Von den Traditionalisten angefeindet, blieben viele seiner Projekte unausgeführt, so etwa der Entwurf für ein Stadtmuseum am Karlsplatz. Die imposante Wiener Postsparkasse (1904-1912) hingegen zählt heute zu den Ikonen des in Richtung Moderne orientierten Jugendstils.

Anlässlich des 100. Todestags Otto Wagners präsentiert das Wien Museum ab 15. März nun das Gesamtwerk des „Weltstadtarchitekten“ in einer umfassenden Großausstellung, der ersten seit mehr als fünfzig Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf Wagners Leben und Werk, in dem sich eine ganze Epoche der Wiener Kultur und Geschichte spiegelt: von der Ringstraße über das fin de siècle bis zum Ersten Weltkrieg. Etliche teils noch nie präsentierte Objekte, darunter Zeichnungen, Möbel, Modelle und persönliche Gegenstände veranschaulichen die internationale Strahlkraft des Architekten. (db, 22.1.18)

Wien, Postsparkasse (Bild Thomas Ledl, CC BY SA 4.0)

Jože Plečnik: Skizzen

Prag, Jože Plečnik (O. Kořínek)
Der slowenische Architekt Jože Plečnik mischte antike und moderne Formen (Bild: O. Kořínek)

Jože Plečnik (1872-1957) war zur Jahrhundertwende der beste Zeichner der Wiener Kunstakademie – so urteilte kein Geringerer als der Architekt Otto Wagner über seinen begabten Schüler. Noch bis zum 13. Juni 2014 würdigt das Architekturmuseum Breslau sein Werk mit der Ausstellung „Jože Plečnik: Skizzen“. Präsentiert werden Zeichnungen und Entwürfe des slowenischen Architekten, die vorwiegend aus der Privatsammlung Dr. Damjan Prelovšek stammen.

In Ljubljana geboren, kam Plečnik weit herum: Nach seiner Ausbildung in Wien arbeitete er in Wien, Ljubljana und Prag, bereiste Frankreich und Italien. Vor allem die Begegnung mit der römischen Antike spiegelt sich immer wieder in seinem Werk: Säulen, Kapitelle und Triumphbögen mischte Plečnik munter mit modernen Formen. Nach dem Ersten Weltkrieg machte sich Plečnik mit der Wiederherstellung des Prager Schlosses einen Namen. Nach 1921 sollte er seine Heimatstadt Ljubljana durch öffentliche Bauten, Denkmäler und zuletzt Kirchengebäude entscheidend prägen. Spätestens seit den 1980er Jahren findet das Werk des eigenwilligen Architekten wieder die verdiente Anerkennung.