Palast der Republik

Berlin_palast_der_republik (Bild: elya, CC-BY-SA 3.0)

Manfred Prasser ist tot

Manfred Prasser gehörte zu den prägenden Architekten der DDR – er war u. a. in Berlin am Friedrichstadtpalast und am Palast der Republik beteiligt, dessen Demontage er noch erleben musste. Prasser wurde 1932 in Chemnitz geboren. Zunächst ließ er sich zum Zimmermann ausbilden, bevor ihn sein Bauingenieur-Studium in Chemnitz und Görlitz absolvierte. Sein Berufsweg führte ihn über die Bauverwaltung in Görlitz über die Tätigkeit für das Verteidigungsministerium bis hin zum Architektenkollektiv VEB Berlinprojekt, dem er bis 1990 angehörte. 1976 wurde Prasser mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet.

Deutliche Spuren hinterließ er auch im Bereich und in der Formensprache der Historie, so war er u. a. beteiligt am Interhotel Grand Hotel Berlin (heute: Westin Grand Berlin). Für den Umbau bzw. die Rekonstruktion des Berliner Schauspielhauses als Konzerthaus wurde er 1974 erneut mit dem Nationalpreis geehrt, weitere Auszeichnungen folgten. Nach der Wende führte er ein Architekturbüro in Berlin. Manfred Prasser verstarb am 20. März diesenJahres im Alter von 85 Jahren. (kb, 26.3.18)

Berlin, Palast der Republik während der Asbestsanierung (Bild: elya, CC BY-SA 3.0)

Erichs Lampenladen reloaded?

Berlin_palast_der_republik (Bild: elya, CC-BY-SA 3.0)
Könnte bald wieder aktuell sein: Innenansicht des entkernten Palast der Republik (Bild: elya, CC-BY-SA 3.0)

In Leipzig bahnt sich das ostmoderne Comeback des Jahrzehnts an: der Palast der Republik soll wieder aufgebaut werden! Der Leipziger Architekt Daniel Theiler möchte den monumentalen Bau, der in Berlin dem neuen Stadtschloss weichen musste, in seiner Heimatstadt am Wilhelm-Leuschner-Platz neu aufbauen. Der Zeitplan ist ehrgeizig: bereits 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen, 2019 der Palast seine Pforten öffnen – zeitgleich mit der Berliner Stadtschloss.

Leipzig ist das neue Berlin – was Hipster schon lange wissen, soll mit dieser Aktion untermauert werden. Vorbild für die Planung ist nicht der Zustand des Baus zu DDR-Zeiten, sondern das kurze Intermezzo von 2004 bis 2006. In dieser Zeit stand der entkernte Palast verschiedenen Kunst- und Ausstellungsprojekten zur Verfügung und entfachte bundesweit Begeisterung. Der Abriss konnte dennoch nicht verhindert werden, 2008 war der Palast der Republik Geschichte. Die Finanzierung des Leipziger Projekts ist noch offen, wer möchte, kann die Idee aber bereits durch den Kauf von Merchandising-Artikeln unterstützen. (jr, 12.3.17)

Palast der Republik restauriert

Der Palast der Republik auf einer Ansicht Dieter Urbach (Bild: Dieter Urbach, Berlinische Galerie)
Der Palast der Republik auf einer Ansicht Dieter Urbachs (Bild: Dieter Urbach, Berlinische Galerie)

Der Palast der Republik erstrahlt in neuem Glanz – zumindest auf den jüngst restaurierten Collagen Dieter Urbachs. Der Architekt und Grafiker arbeitete in den 1970er Jahren im Auftrag bedeutender DDR-Architekten. Seine Werke zeigen Ostberliner Architektur und Stadtplanung in Form lebhafter Stadtansichten. Die Berlinische Galerie zeigt 18 solcher Collagen in der Ausstellung „Kunst in Berlin 1880-1980“. Sie wurden jüngst mit Mitteln des Stiftungsbündnisses „Kunst auf Lager“ restauriert.

Da die Collagen ansprechender wirken als die meisten Pläne und Aufrisszeichnungen, warben Ostberliner Baumeister damit bei der Staatsführung für ihre Arbeit. Reproduktionen von Urbachs Arbeit fanden sich außerdem in Bauausstellungen und der DDR-Presse. Das Stiftungsbündnis „Kunst auf Lager“ fördert seit 2012 die Erschließung und den Erhalt von Museumsbeständen. Es widmet sich insbesondere Kunstwerken und historischen Artefakten, die in den Magazinen unter suboptimalen Bedingungen lagern und der Restaurierung harren. (jr, 16.11.15)