Potsdam

Berlin, Juni 1924: Vorbereitung zur Eröffnung der Großen Berliner Kunstausstellung, Novembergruppe (Bild: 183-S29554, CC BY SA 3.0)

Umkämpfte Wege der Moderne

In der idyllischen Hohenzollernresidenz Potsdam, blitzte 1918 symbolisch die Moderne auf: Hier dankte der deutsche Kaiser Wilhelm II ab. Die damit entbrennenden Machtkämpfe spalteten die Gesellschaft in verschiedene Lager, heizten das politische und kulturelle Klima auf. Dieser Umbruch wurde auch in Potsdam und in der Partnergemeinde Nowawes, dem heutigen Stadtteil Babelsberg, sichtbar. Mit der Novemberrevolution traten progressive, moderate und konservative Akteure einander gegenüber. Sie nutzen die privaten und öffentlichen Lebenswelten, um ihre politischen, sozialen und künstlerischen Deutungsmuster zu zementieren. So z. B. in der 1918 formierten Novembergruppe, die als „Vereinigung der radikalen Künstler“ einen Weg in die Moderne beschritt.

Die Tagung „Umkämpfte Wege der Moderne. Perspektiven auf Gesellschaft und Kunst im Deutschen Reich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ findet vom 12. bis 14. Oktober in Potsdam (Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt 9) satt. Damit sollen auch zwei große Sonderausstellungen 2018/19 im Potsdam Museum vorbereitet werden: einmal zum Schweizer Künstler und Mitbegründer der Novembergruppe Wilhelm Schmid, einmal zu den gesellschaftlichen Entwicklungen in Potsdam und Babelsberg in der Zeit der Weltkriege. Anmeldungen zur Tagung sind noch bis zum 9. Oktober möglich unter: museum-geschichte@rathaus.potsdam.de. (kb, 29.9.17)

Berlin, Juni 1924: Vorbereitung zur Eröffnung der Großen Berliner Kunstausstellung, Novembergruppe (Bild: 183-S29554, CC BY SA 3.0)

Potsdam rekonstruiert sich wieder

Potsdam, Gewölbebogen der Heilig-Kreuz-Kapelle, rekonstruiert im Frühjahr 2005 (Bild: Florian S., CC BY SA 3.0, 2006)
2005 errichteten die Potsdamer Wiederaufbau-Befürworter symbolisch einen Bogen der Heilig-Kreuz-Kapelle (Bild: Florian S., CC BY SA 3.0)

Der Fortsetzungsroman „Potsdam rekonstruiert sich“ hat das nächste Kapitel aufgeschlagen. Wie immer geht es um die Grundsatzfrage, wem die Stadt gehört, welche Geschichte man da wiederauferstehen lassen will und wer das Ganze bezahlen soll. Ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Abriss der ostmodernen Bauten Staudenhof, Fachhochschule (FH) und Mercure-Hotel (Inter-Hotel) hatte 2016 zwar die notwendige Stimmenzahl übererfüllt. Die Stadt jedoch konterte formaljuristisch (man habe zu unklar formuliert), so dass der Fall am Donnerstag vor dem Verwaltungsgericht entschieden wurde – zugunsten der Stadt.

Der langdiskutiere Wiederaufbau der barocken Garnisonskirche (der Turm wurde 1968 von DDR-Seite gesprengt) wird zeitgleich konkreter: Der Bund bestätigte nun offiziell, 12 Millionen Euro für diesen Zweck bereitzustellen. Zuvor hatten EKD und Landeskirche zinslose Darlehen für das (liberalisierte) Projekt zugesagt. Im Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen, voraussichtlich mit einem abgespeckten Turm ohne Glockenspiel. Dort, wo die Rekonstruktivisten das Kirchenschiff sehen, steht (noch?) das ostmoderne Rechenzentrum. Dessen kreativ-künstlerische Nutzung könnte sich verlängern – vielleicht (übergangsweise?) neben dem Turm. Am 12. März gründet sich auf dem Alten Markt ab 11 Uhr das neue Bündnis „Stadtmitte für alle“ mit vertrauten Forderungen: Rechenzentrum, Staudenhof und FH erhalten, keine weiteren Rekonstruktionen. (kb, 6.3.17)

Denkmalpflege-Debatten: 1, 2 oder 3?

"1,, 2 oder 3" mit Michael Schanze (Bild: Screenshot, youtube.de)
Bewährte Methode: Michael Schanze fragte Halbwüchsige „1, 2 oder 3“? (Bild: Screenshot, youtube.de)

Denkmalpflege hat drei Alternativen: 1) Abriss, 2) Sanierung, 3) Nichteinmischung. Diese Wahl zumindest lässt die Potsdamer SPD bei der Mitgliederbefragung zum Mercurehotel. Das 1969 als Interhotel errichtete Hochhaus stört für einige den Blick aufs rekonstruierte Stadtschloss – und wird politisch diskutiert. Die Stadt könne 1) den Bau erwerben und abreißen. Sie biete 2) dem Hotelbetreiber eine Ersatzfläche zum schmucken Neubau bzw. dieser mache einen Sanierungsvorschlag, „der das Aussehen deutlich verbessert“. Oder 3) man halte sich raus. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat schon die 1) gewählt.

Dresdener Politiker scheinen den Umgang mit der Ostmoderne gar auf zwei Optionen einzudampfen: Die Platte kommt unter Schutz (oder eben nicht). Für Tilo Wirtz (Linke) gilt es (unter Beifall der Grünen), „Plattenbauten im Originalzustand als Einzeldenkmal exemplarisch unter Schutz zu stellen.“ Kritiker wie Holger Zastrow (FDP) wittern den Revanchismus: „Linke und Grüne wollen die DDR konservieren.“ Jenseits des Kanals, in London sieht man es weniger preußisch und will einfach viele schöne Bilder sammeln. Die Tageszeitung Guardian ruft daher, anlässlich einer aktuellen Publikation über den Architekturfotografen Julius Shulman (1910-2009), dazu auf: „Modernist American architecture: share your photos and stories“. Dafür bietet die Guardian-Homepage einen entsprechenden Button und sogar eine App. Wählen Sie doch selbst! (kb, 7.9.15)

NS im Museum

Potsdam, Am Alten Markt 9 (Bild: Giorgio Michele, CC BY SA 3.0)
Ein historisches Tagungsort für ein zeitgeschichtliches Thema: Potsdam, Am Alten Markt 9 (Bild: Giorgio Michele, CC BY SA 3.0)

Wird die NS-Zeit von Museen im Osten der Bundesrepublik nur ungern thematisiert, weil hier das antifaschistische Dogma der DDR wie traumatisch nachhallt? Wie ideologisch normiert sind die Antifa-Ausstellungen in Stadt- oder Bezirksmuseen der DDR eigentlich gewesen? War es wirklich alternativlos, sie 1989/90 nahezu durchweg ersatzlos zu schließen? Und was ist nach der „friedlichen Revolution“ an deren Stelle getreten? Diesen Fragen stellte sich das Forschungsprojekt des brandenburgischen Museumsverbands „Entnazifizierte Zone? Zur Darstellung der NS-Geschichte in ostdeutschen Stadtmuseen“.

Dazu wurden mit Unterstützung der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stiftung Erinnerung – Vergangenheit – Zukunft an ausgewählten Museumsstandorten im Land Brandenburg Sondagen vorgenommen. Es gelang, eine Reihe von Ausstellungen jenseits der politischen Wende zu rekonstruieren. Auch aktuelle Präsentationen wurden einer kritischen Sichtung unterzogen. Die Ergebnisse sollen im Rahmen der Tagung „NS im Museum – jenseits und diesseits der Wende“ im „Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte“ vom 19. bis 20. September zur Diskussion werden. Dazu wurden Experten aus Ost und West eingeladen, dieses zentrale Stück (ost-)deutscher Erinnerungskultur zu reflektieren. Am Ende steht die Frage, was wir denn lernen sollten aus der Erfahrung des Nationalsozialismus und was Museen mit ihren Ausstellungen dazu beitragen können. (kb, 11.8.16)

3.000 über dem Soll

Potsdam, Mercure-Hotel (Bild: Botaurus, gemeinfrei)
Markanter Teil der Stadt-Geschichte: das Potsdamer Mercure-Hotel (Bild: Botaurus, gemeinfrei)

Die Unterschriften sind ausgezählt, das Ziel ist erreicht, sogar übererfüllt: Nach Angaben der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ unterzeichneten 17.000 Potsdamer das Bürgerbegehren mit dem Thema: Soll das Mercure-Hotel bleiben? Um 1960 wurde in Potsdam, anstelle des abgebrochenen historischen Stadtschlosses, ein „neues sozialistisches Stadtzentrum“ geschaffen – und als markanten Teil davon gestaltete Sepp Weber bis 1969 das Interhotel. Schon seit Jahren denkt man laut über die „Potsdamer Mitte“ nach. Seit 2014 läuft ein mehrstufiges „Werkstattverfahren“, um die Neugestaltung des Lustgartengeländes zu diskutieren.

In diesem Zusammenhang setzt sich die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ für die ostmodernen Gestaltungsqualitäten des Ensembles ein – und hat besagtes Bürgerbegehren angestoßen, das nun seinen Abschluss gefunden hat. Mit den selbst ausgezählte 17.000 Stimmen liegt das Ergebnis über den erforderlichen 14.000, das entspricht 10 Prozent der wahlberechtigten Potsdamer. Am kommenden Mittwoch sollen die Unterschriften dem städtischen Rechtsamt zur Prüfung vorgelegt werden. Bestätigt man hier das Ergebnis, muss sich die Stadtverordnetenversammlung mit der Frage auseinandersetzen. Folgt man hier nicht dem Bürgerbegehren, muss ein Bürgerentscheid folgen. (kb, 1.7.16)

Ist das Stadt oder kann das weg?

"Ist das Stadt oder kann das weg" (Bild: Musenkuss Potsdam)
Der Zettel zeigt – in Anspielung auf das surrealistische Pfeifenbild von René Magritte – übersetzt: „Das ist kein Käse.“ (Bild: Musenkuss Potsdam)

Die Debatte um das „Neugestalten“ oder „Neudenken“ der Potsdamer Mitte ist bekannt – und wird aktuell per Bürgerbegehren ausgetragen. Nun nähert sich ein Ausstellungsprojekt der Frage, wie mit dem ostmodernen Erbe der Stadt umzugehen ist, auf kreative Weise. Unter dem schönen Titel „Ist das Stadt oder kann das weg? Zum Innehalten in der Stadtmitte Potsdams“ will es das fünfköpfige Kuratorenteam „neudeuter“ aus Berlin, Potsdam und Argentinien möglich machen, „am Ort der anstehenden Veränderungen in neue Blickwinkel einzutauchen“.

12 Potsdamer sind gebeten, aus einem Stück Beton des ostmodernen Fachhochschulgebäudes ihr eigenes Kunstwerk zu schaffen. Bei ihrem Treiben und Tun filmen sich die Akteure und diese Sequenzen werden in der Ausstellung zu sehen sein. Ob sie den Beton bebrüten, besingen, an die Wand werfen oder zerreiben, bleibt jedem selbst überlassen. In den Werkstätten, zu denen „Potsdamer Mitte neu denken“ eingeladen hatte, wurden Bürger gebeten, ihr Vorstellungen in Bilder umzusetzen. Das Projekt kann am 28. und 29. Mai 2016 im Schaufenster der ehemaligen Fachhochschule im ZEM (Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften, hinterm Stadtschloss/Neuer Landtag, Friedrich-Ebert-Straße 4, Potsdam) bestaunt werden. (kb, 22.5.16)

Etappensiege muss man feiern

Dresden, Relief am "Neustadttunnel", 1977 (Bild: Tanja, CC BY SA 3.0)
Relief „Alten-Dreßden um 1700“ von Egmar Ponndorf am Neustadttunnel, 1977 (Bild: Tanja, CC BY SA 3.0)

Heute früh gibt es gleich zwei gute Nachrichten: In Dresden besteht Hoffnung für eine Fußgängerunterführung und in Potsdam für das Mercure-Hotel. Aber der Reihe nach: „Der Stadtrat hat gestern mit 35 zu 32 Stimmen gegen die Verfüllung des Tunnels am Neustädter Markt gestimmt“, so melden heute das „Neustadtgeflüster“ und ähnlich die Neuen Dresdener Nachrichten. SPD, FDP, Linke und AfP hatten sich, als es eigentlich nur noch um den Auftrag fürs Verfüllen des Tunnels aus dem Jahr 1976 ging, widersetzt. Damit sollten Hochwasser- und Verkehrsprobleme gelöst werden. Die „Verfüllungsgegner“ sehen ein Stück Lebensqualität für Fußgänger und ein Stück Stadtgeschichte gefährdet, schmücken doch vier denkmalgeschützte Reliefs vier Dresdener Bildhauer den Tunnel.

Und Potsdam? Hier nahm das Bürgerbegehren gegen den Abriss u. a. des Mercure-Hotels (ehemaliges Inter-Hotel) bereits locker die 10.000er-Hürde, meldet die Märkische Allgemeine Zeitung. Es sieht also gut aus für die Landmarke von 1969, die Rekonstruktionsplänen am Lustgartengelände im Wege steht. Auch die „Große Anfrage“, mit der SPD, CDU/ANW und Grüne den Stadtverordneten ihre Argumente pro Abriss vorlegen wollen, verzögert sich aus Zeit-/Verwaltungsgründen. Eine Chance für die Initiative „Kein Ausverkauf der Potsdamer Mitte“, bis September ihr Ziel von 14.000 Stimmen hereinzuholen. (kb, 13.5.16)

Das andere Potsdam

Das andere Potsdam (Bild: Vergangenheitsverlag)
Im Juni ist es im Vergangenheitsverlag soweit! (Bild: Vergangenheitsverlag)

Lange erwartet (gerade angesichts der laufenden Debatten um das Mercure-Hotel), jetzt steht der Termin fest: Der Architekturführer „Das andere Potsdam“ wird am 17. Juni 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Denn die ostmoderne Seite der geschichtsträchtigen Stadt lohnt, war doch das dortige Bauen weitaus vielfältiger als sein Ruf. Errichtet wurden ostmoderne ebenso wie historisierende Gebäude.

Das im Vergangenheitsverlag erscheinende Buch gibt erstmals einen genaueren Überblick über die stadtbildprägenden Bauten und Ensembles aus vier sehr unterschiedlichen Jahrzehnten DDR und fragt nach ihren Besonderheiten – mit Blick auf das Bauen im zweiten deutschen Staat im Allgemeinen und Potsdam im Besonderen. Der Herausgeber Christian Klusemann, geboren in Münster/Westfalen, war mehrere Jahre freier Mitarbeiter bei den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Neueren Geschichte und Philosophie an der TU Dresden und der FU Berlin ging er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Kunstgeschichtliche Institut der Philipps-Universität Marburg. Die Buchvorstellung, eine Kooperationsveranstaltung mit dem Förderverein des Potsdam-Museums e. V. und dem Vergangenheitsverlag, findet am 17. Juni 2016 um 18:00 Uhr im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte (Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam) statt. Es wird ein Eintritt von 4 Euro erhoben, eine Online-Anmeldung ist möglich. (kb, 5.5.16)

Der neueste Wasserstand: Das Buch soll sogar noch Ende Mai erscheinen – und auf amazon ist schon ein virtueller Blick in die ersten Seiten möglich! (kb, 11.5.16)

Über den Dächern der Moderne

Speisekarte des Turmcafés im Fernsehturm Dresden (Bild: S. Kühn, CC0)
Bald wieder aktuell? Eine Speisekarte des Dresdener „Turmcafés“ (Bild: S. Kühn, CC0)

In Dresden scheint es Hoffnung für den geschlossenen Fernsehturm zu geben, um dessen Öffnung sich ein eigener Verein bemüht: Am 28. Juni 2016, so berichtet die Sächsische Zeitung, soll ein Vertrag zwischen der Landesregierung und der Telekom geschossen werden, um eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. 1969 hatte man das Wahrzeichen nach Plänen der Architekten Kurt Nowotny, Herrmann Rühle und Johannes Braune vom VEB BMK Kohle und Energie errichtet. Nicht nur in Dresden sind viele der einstigen Besuchermagneten heute ohne Nutzung, mal sind es Bauschäden, mal die sich ins Unrealistische auftürmenden Brandschutzauflagen. Doch erste dieser nachkriegsmodernen Luftschlösser erfreuen sich bereits (wieder) wachsender Beliebtheit.

Berlin hofft noch auf die baldige Wiedereröffnung des farbenfrohen „Bierpinsels“. In Frankfurt kann man im – für Mainhätten vergleichsweise niedrigen – „Flemmings Club“ (eh. Bayer-Hochhaus) einen Drink genießen, während der an den nachkriegsmodernen Henninger-Turm erinnernde Neubau in seinem bierfassähnlichen Aufsatz wieder ein Restaurant erhalten soll. Und in seltenen Glücksfällen werden solche Räume auch reaktiviert – so wie in Potsdam, wo die Bar in der 17. Etage im aktuell heiß umstrittenen Mercure Hotel (eh. Interhotel) für einen Tag wieder geöffnet werden soll. Man kann sich vor Reservierungswünschen kaum retten … (kb, 1./19.5.16)

Was der Bürger begehrt?

Potsdam, Mercure-Hotel (Bild: Botaurus, gemeinfrei)
Markanter Teil der Stadt-Geschichte: das Potsdamer Mercure-Hotel (Bild: Botaurus, gemeinfrei)

Aktuell läuft in Potsdam ein Bürgerbegehren zu einem heiß diskutierten Thema: Soll das Mercure-Hotel bleiben? Um 1960 wurde in Potsdam, anstelle des abgebrochenen historischen Stadtschlosses, ein „neues sozialistisches Stadtzentrum“ geschaffen – und als markanten Teil davon gestaltete Sepp Weber bis 1969 das Interhotel. Schon seit Jahren denkt man laut über die „Potsdamer Mitte“ nach. Seit 2014 läuft ein mehrstufiges „Werkstattverfahren“, um die Neugestaltung des Lustgartengeländes zu diskutieren.

In diesem Zusammenhang setzt sich die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ für die ostmodernen Gestaltungsqualitäten des Ensembles ein – und hat besagtes Bürgerbegehren angestoßen, das nun seit sechs Tagen in Potsdam läuft. Daher regen sich in der Presse Gegenstimmen: Professoren der Potsdam School of Architecture werfen den Abrissgegnern „Begeisterung für das Hässliche“ vor, die qualitätvolles Neues in Potsdams Mitte verhindere. Dagegen setzt die Gruppe um Ludger Brands „Zehn gute Gründe gegen eine Unterschrift“ – von „Sozialverträglichen Wohnraum schaffen“ bis zu „Aufwändige Sanierung desolater Bestandsbauten vermeiden“. Die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ veranstaltet am 15. April um 18.30 Uhr im Rechenzentrum (Dortustraße 46, Potsdam) einen Informationsabend zum Bürgerbegehren, denn: Noch ist das Rennen offen! (kb, 14.4.16)