Steinfurt

Steinfurt-Borghorst, Marienkirche, 2011 (Bild: Derburgimwalder, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Ein bisschen abreißen

Auch wenn es „ein bisschen schwanger“ bekanntlich nicht gibt, mit dem Verb „abreißen“ geht es offensichtlich schon. So zumindest klingt der bevorstehende „Rückbau“ (als Wort nicht minder erstaunlich) von St. Mariä Himmelfahrt (1953, Josef Drüen) in Steinfurt-Borghorst. Hier will man in diesem Herbst – die Abbruchgenehmigung liegt bereits vor – das Kirchenschiff niederlegen. An seiner Stelle soll ein Investor einen neuen Bau für den katholischen Kindergarten errichten, den die Gemeinde dann anmietet. Das damit freiwerdende gegenüberliegende Grundstück des bisherigen Kindergartens wird ebenfalls abgegeben, um den Rückbau des Kirchenschiffs zu finanzieren.

Gottesdienste sind, so die Gemeinde, weiter möglich. Hierfür werde der verbleibende Kirchen-Rumpf neu hergerichtet und mit einem eigenen Eingang erschlossen. Und obendrauf gibt das Bistum noch Geld für die Dachsanierung der zweiten (intakt bleibenden) Gemeindekirche, für St. Nikomedes in Steinfurt. In den Verhandlungen, die dieser komplexen Lösung vorausgegangen sind, hatten Gemeinde und Bistum (glaubt man der Presse) um jeden Meter gerungen: Die Gemeinde wollte zehn Meter vom Schiff (für ein Foyer) behalten, das Bistum keinen, jetzt werden zwei Meter bleiben. Der letzte Gottesdienst, der in der Marienkirche in ihrer vollen Länge gefeiert werden kann, ist für den 15. Oktober diesen Jahres angesetzt. (kb, 7.9.17)

Steinfurt-Borghorst, Marienkirche, 2011 (Bild: Derburgimwalder, GFDL oder CC BY SA 3.0)