TU Berlin

Egon Eiermann, Hortenkacheln (Bild: Wolfgang Meinhart, CC BY-SA 3.0)

Noch einmal: Zwei Deutsche Architekturen

Die bereits seit 2004 um die Welt reisende Ausstellung „Zwei Deutsche Architekturen“ macht ein letzter Mal halt: In Kooperation mit dem Institut für Architektur der TU Berlin ist sie im Fakultätsforum des Architekturgebäudes zu sehen; sozusagen die ultimative Finissage. Die Schau des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) wirft einen Blick auf die Entwicklung des Bauens in den beiden deutschen Staaten zwischen 1949 und 1989 – einer Zeit, in der unter anderem Egon Eiermanns „Hortenkacheln“ in den 1960ern als Sinnbild des westlichen Wirtschaftsaufschwungs standen. Doch bilden den Mittelpunkt der Ausstellung nicht die politischen und ideologischen Intentionen der Bauherren, sondern die architektonische Qualität der vorgestellten Gebäude. Eine eindeutige Gegenüberstellung „Ost versus West“ wird durchgängig vermieden.

„Zwei Deutsche Architekturen 1949 – 1989“ wurde seit der Produktion vor 13 Jahren weltweit in 26 Städten gezeigt, unter anderem in Athen, Buenos Aires, Brüssel, Istanbul und Vilnius. Sie ist 2015 zudem von der international besetzten Fachjury der Architekturbiennale Buenos Aires zur besten Einzelausstellung gekürt worden. Nach der nun folgenden letzten Präsentation in Berlin steht die Ausstellung den Kulturinstitutionen in Deutschland als Dauerleihgabe zur Verfügung. Vernissage ist am 28. November um 19 Uhr im Fakultätsforum im Architekturgebäude, Ernst-Reuter-Platz/ Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin; bis 6. Januar. (db, 27.11.17)

Egon Eiermann, Hortenkacheln (Bild: Wolfgang Meinhart, CC BY-SA 3.0)

Wieviel Veränderung verträgt Berlin?

FACHBEITRAG: Karin Wilhelm über das frisch wiedereröffnete Berliner Bikinihaus (Bild: indeedous)
Frisch „revitalisiert“: das 1957 eingeweihte Bikinihaus (Bild: indeedous)

„Wie viel Veränderung verträgt die Berliner Nachkriegsmoderne?“, so fragt das „Berliner Kolloquium zur Bauforschung und Denkmalpflege“ im Sommersemester 2015. Zwischen dem 14. Mai und dem 1. Juni wird in 14-tägiger Folge an jedem Montag zwischen 19:15 und 21:00 Uhr eine öffentliche Vorlesung in der TU (TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Architekturgebäude am Ernst-Reuter-Platz, Hörsaal A 053) angeboten.

Das Berliner Kolloquium versteht sich als „Forum für alle an Fragen der Denkmalpflege, der Baugeschichte sowie der historischen und archäologischen Bauforschung arbeitenden Kollegen.“ Im Sommersemester geht es – jeweils mit Kurzvortrag und anschließender Podiumsdiskussion – zunächst um Themen und Bauten der Berliner Nachkriegsjahrzehnte: das Foyer im Hauptgebäude der TU, das Bikinihaus sowie das Gebäude Bergbau und Hüttenwesen der TU. Im zweiten Teil, am 15. Juni, 29. Juni und 13. Juli, steht das Kolloquium dann unter dem Motto „Projekte aus dem Masterplan der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“. Das gesamte Kolloquium reiht sich ein in Ringvorlesungen, Seminare, Kolloquien, Vortragsreihen und Lesungen zu den verschiedensten Themenbereichen, welche die TU unter dem Motto „Universität für alle“ bewirbt. (kb, 23.4.15)

Bruno Taut in Farbe

Bruno Taut im Spiegel der Fotografie (Bild: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, Foto: Carsten Krohn)
Eine Berliner Ausstellung zeigt nun das Werk des Berliner Architekten Bruno von seiner farbigen Seite (Bild: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, Foto: Carsten Krohn)

Nicht genug, dass die Farbigkeit der Bauten des Berliner Architekten Bruno Taut (1880-1938) mit den Jahren verblasste. Auch das Wissen um die Farbe verschwand hinter den Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Klassischen Moderne. Dem will nun eine Ausstellung in Berlin Abhilfe verschaffen. Noch bis zum 5. März 2015 zeigt das Architekturmuseum der TU Berlin die Präsentation „Bruno Taut. Fotos von Carsten Krohn“.

Mit seinen Aufnahmen bringt Krohn die Farbigkeit in Tauts Bauten wieder zum Leuchten. Er zeigt jüngst wiederhergestellte Beispiele wie die Siedlung im polnischen Kattowitz. Neben einem Berliner Schwerpunkt wird etwa auch die Hyuga-Villa in Japan aus dem Jahr 1936 dokumentiert. Carsten Krohn arbeitet als Architekturhistoriker und Fotograf in Berlin. Neben Ausstellungsprojekten dokumentiert er seit einigen Jahren die Bauten von Berliner Architekten wie Peter Behrens, Mies van der Rohe und Hans Scharoun in ihrem heutigen Zustand. Aus seinem reichhaltigen Fundus konnte nun auch die Berliner Ausstellung zusammengestellt werden. (kb, 28.2.15)

Hermann Mattern. Gärten.

Hermann Mattern (Bild: TU Berlin)
Hermann Mattern gilt als einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten der Moderne (Bild: TU Berlin)

Hätte man Freude am Kalauer, könnte man auf seinen Spitznamen verweisen: „Hügel-Hermann“, der seine Gärten durch Aufschüttungen modellierte. Doch nötig hätte es Hermann Mattern (1902-71) nicht, zählt er doch zu den bedeutendsten Landschaftsarchitekten der Moderne. Seinem umfassenden Werk widmet sich das – nun schon in der zweiten überarbeiten Auflage erschienene – Buch „Hermann Mattern. Gärten – Landschaften – Bauten – Lehre“. Die Autorin, Vroni Heinrich, war Studentin und Mitarbeiterin bei Mattern, der zuletzt als Professor für Landschafts- und Gartenbau an der Technischen Universität Berlin wirkte.

Nach Gärtnerlehre und Studium wirkte Mattern vor allem im Raum Berlin-Potsdam. Bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Größen der Klassischen Moderne, darunter Hans Scharoun, Oskar Schlemmer, … Entsprechend bietet die Publikation – deren erste Auflage auch online eingesehen werden kann – nicht nur einen Überblick über Matterns Garten-, Park-, Landschafts- und Siedlungsplanungen, seine Arbeiten in der Denkmalpflege und als Hochschularchitekt, sondern auch seine Veröffentlichungen und Vorträge als Hochschullehrer.

Vroni Heinrich, Hermann Mattern. Gärten – Landschaften – Bauten – Lehre, 2. überarbeitete Auflage, hg. von der Technische Universität Berlin, 2013, 508 Seiten, 30 x 21 cm, ISBN 978-3798325258.