Zukunft

Weltraumstation, 1949 (Bild: H. Ellgaard)

Die Zukunft des 20. Jahrhunderts

Warum noch über die Architektur einzelner Räume streiten, wenn der Weltraum näher rückt? Es war die Zeit, als man einfach groß denken musste. In den Bildern und Diskussionen des inzwischen vergangenen Jahrhunderts ging es um nichts Geringes als die Zukunft. Ein Thema, das heute Gegenstand der historischen Forschung geworden ist: Die Geschichtswissenschaft wendet sich seit einigen Jahren „den Fragen der Zeitlichkeit“ zu. So auch der Historiker Lucian Hölscher, Professor für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichte in Bochum.

Insbesondere Zukunftsentwürfe erfahren demnach heute große Aufmerksamkeit: Sie stellen für Historiker eine Möglichkeit dar, sich historischen Systembrüchen aus ganz neuen Perspektiven zu nähern. Denn die klassische Geschichtsschreibung tendiert dazu, die Vergangenheit als Vorlauf der Gegenwart zu betrachten. Verworfenen oder nicht umgesetzten Ideen und Projekten schenkt sie dagegen nur wenig Beachtung. Die Untersuchung von vergangenen Zukunftskonzepten führt also nicht in geschlossene Geschichtsbilder, sondern löst diese vielmehr auf in eine „Pluralität von Geschichtserzählungen“. Auf diesen Weg nimmt Hölscher den Leser mit in seinem neuesten Sammelband „Die Zukunft des 20. Jahrhunderts“, erschienen im Frankfurter Campus Verlag, folgen (kb, 13.9.17)

The Tale of Tomorrow

The Tale of Tomorrow (Bild: Gestalten-Verlag)
Ein reich bebildeter Blick in einstige Zukunftsvisionen (Bild: Gestalten-Verlag)

Die utopistischen Bauten der 1960er und 1970er Jahre kommen nie aus der Mode – oder vielleicht sind sie es auch gerade wieder. In jedem Fall hat sich der Berliner Verlag „gestalten“ in einer englischen Publikation dieser radikalen und visionären Architekturen angenommen. Ob mit gigantomanischen Masterplänen oder kleinen Einzelentwürfen – die utopistische Architektur entfernte sich damals mit großen Schritten vom Traditionalismus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Diese gewagten, futuristischen und hoffnungsvollen Designs waren nicht auf einen kleinen Teil der Welt beschränkt. Dieser visionäre Zugang zur Architektur tauchte zunächst in Frankreich, Japan und den USA auf.

Die Publikation „The Tale of Tomorrow“ dokumentiert anhand seiner gebauten Zeugen eine Zeit, als – auch in der Architektur – alles möglich schien. Gezeigt werden die utopistischen Entwürfe in der alltäglichen Umgebung, in der sie architektonisch tatsächlich umgesetzt wurden. Auch kommen Projekte mit einer mehr brutalistischen Geste nicht zu kurz. Damit wird wieder etwas von der suggestiven Kraft nachvollziehbar, die von diesen Projekten einstmals ausging – und vielfach bis heute ausgeht. (kb, 8.4.16)

Klaten, Robert/Borges, Sofia (Hg.), The Tale of Tomorrow. Utopian Architecture in the Modernist Realm, Berlin 2016. 24,5 x 33 cm, 400 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN 978-3-89955-570-7.

Die Zukunft von gestern

Verner Panton: phantasy landscape (Bild: Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen)
Psychedelische Zukunftsvision: die „Phantasy Landscape“ von Verner Panton (Bild: Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen)

Die Frage nach der Gestalt der Welt von morgen ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Immer wieder regte sie besonders Architekten und Designer zum Entwurf utopischer Modelle von Welt und Wirklichkeit an, die sich von sämtlichen Hindernissen ihrer Gegenwart gelöst hatte. Die Ausstellung „Wie leben? Zukunftsbilder von Malewitsch bis Fujimoto“ versammelt solche Entwürfe. Im Fokus stehen Zukunftsvisionen des 20. Jahrhunderts aus den Bereichen Architektur, Design und Kunst.

Die Schau widmet sich drei Leitfragen: „Wie arbeiten?“, „Wie wohnen?“ und „Wie leben?“. Dabei treffen nie realisierte Avantgardeprojekte auf Zukunftsvisionen, die Eingang in den Formenkanon der Moderne gefunden haben. So blieben viele Entwürfe der russischen Konstruktivisten zwar beachtete, aber realitätsferne Kopfgeburten, während die Gestaltung der niederländischen Künstlervereinigung De Stijl nachhaltig auf konkrete Bauprojekte einwirkte. Während sich die Hoffnung manches Nachkriegsarchitekten auf eine baldige Besiedlung des Mondes (bisher?) nicht erfüllte, ist der einst als gestalterischer Heilsbringer gefeierte Kunststoff tatsächlich bis heute omnipräsent. Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2016 im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen zu sehen. (jr, 24.1.16)

Die Zukunft des 20. Jahrhunderts

Weltraumstation, 1949 (Bild: H. Ellgaard)
So hoffnungsvoll sah die Zukunft für das Jahr 1949 aus (Bild: H. Ellgaard)

Warum noch über die Architektur einzelner Räume streiten, wenn der Weltraum näher rückt? Es war die Zeit, als man einfach groß denken musste. In den Bildern und Diskussionen des inzwischen vergangenen Jahrhunderts ging es um nichts Geringes als die Zukunft. Ein Thema, das heute Gegenstand der historischen Forschung geworden ist – und dem die Ruhr-Universität Bochum eine ganze Konferenz widmet. Vom 11. bis zum 12. Juli 2014 drehen sich verschiedene Vorträge um die sich wandelnden Zukunftsvorstellungen des 20. Jahrunderts.

„Die Zukunft des 20. Jahrhunderts“ bildet ein Wissenschaftsprojekt, das über mehrerer Jahre und geistes- wie sozialwissenschaftliche Fachbereiche hinweg ein Ziel verfolgt: aktuelle Forschungen zu Aspekten, Räumen und Epochen der Historischen Zukunftsforschung des 20. Jahrhunderts zusammenzuführen und neue anzustoßen wird. Die Bochumer Konferenz bildet einen Baustein in diesem weitgespannten Netzwerk. Interessierte sind willkommen und werden gebeten, sich bis zum 9. Juli 2014 verbindlich anzumelden bei: Sekretariat Roxana Schönfeld, roxana.schoenfeld@rub.de. (kgb, 28.6.14)

Tempelhofer Feld wird frei bleiben

Eröffnung des Tempelhofer Flugfelds im Mai 2010 (Bild: Times)
Das Feld des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof wurde 2010 der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben (Bild: Times)

Wenn Berlin etwas kann, dann sind es Provisorien – und die können hartnäckig sein. Auch das Tempelhofer Feld, das Gelände des 2008 stillgelegten Flughafens, wurde 2010 begeistert in Besitz und Nutzung genommen. Bereits in den 1920er Jahren hatte sich aus dem Exerzier- und Flugübungsgelände der legendäre Berliner Flughafen entwickelt. Nach Plänen von Ernst Sagebiel wurde hierfür bis 1941 das damals größte zusammenhängende Gebäude der Welt errichtet.

International bekannt wurde Tempelhof, als hier 1948/49 die „Rosinenbomber“ während der Berlin-Blockade landeten. Seit 2011 wirbt die Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ dafür, das Areal für die Berliner vollständig als Freifläche zu erhalten. Diskutiert werden verschiedene Planungen, die teils eine vollständige Durchgestaltung, teils nur eine Randbebauung vorsehen. Durch eine Unterschriftensammlung konnte ein Volksentscheid erwirkt werden, der am 25. Mai 2014 gemeinsam mit der Europawahl stattfand. Nach dem amtlichen vorläufigen Ergebnis lauteten – bei einer Wahlbeteiligung von 46,1% – nun 64,3%, im Abgeordnetenhaus 40,8% der Stimmen auf „Ja“. Damit wurde durch 29,6 % das nötige Viertel aller Stimmberechtigten erreicht: Das Tempelhofer Feld bleibt frei.

LEITARTIKEL: Zauberische Ungeduld

von Till Raether (16/3)

Wie seltsam, dass gerade die Ästhetik des Weltraumzeitalters diesen ganz besonderen Schmelz des Gestrigen, Vergangenen, vielleicht sogar Enttäuschten hat. Es gibt kein Beispiel für Space-Age-Design, das nicht an die Vergangenheit erinnert statt an eine Zukunft. Nichts weist heute so massiv und mit Nachdruck zurück wie das, was eigentlich einmal nach vorne zeigen sollte, nach oben, in die Weite, in die Schwerelosigkeit und jenseits aller Grenzen.

 

Das Gedächtnis der Lavalampe

Lavalampe (Bild: Darren Glanville, CC BY SA 2.0)
In den 1960ern erlebte die damals als „Astro Lamp“ vermarktete Lavalampe ihre erste Hochphase (Bild: Darren Glanville, CC BY SA 2.0)

Wie jedes Artefakt des Space-Age-Designs ist auch die Lavalampe eine Zeitmaschine, bei der nur noch der Rückwärtsgang funktioniert. Ihre Erfindung in Großbritannien 1963 und ihre Patentierung in den USA 1968 fallen in die späte Blütezeit des Weltraumzeitalters. Sie wurde als „Astro Lamp“ vermarktet, ihr in unirdischem Licht waberndes Wachsgemisch scheint in der umgebenden Flüssigkeit bereits den Zustand der kosmischen Schwerelosigkeit erreicht zu haben. Ihr Körper hat die Form der Raketen, die uns wegbringen sollten von der Erde. Das im Glas gefangene Panorama der Lampe suggeriert die Landschaften fremder Planeten.

Aber wir sind nicht schwerelos geworden und haben keine fremden Planeten erreicht, wir sind in keiner Rakete gewesen. Die Lavalampe, deren Ästhetik in die Zukunft zeigt, erinnert nur an Flokati, Psychedelik und andere typische Marker der mittleren und späten Sechziger. Sie ist ein zutiefst nostalgisch aufgeladener Gegenstand, sogar doppelt, denn ihre Produktion wurde Ende der Siebziger eingestellt und erst in den Neunziger Jahren wieder aufgenommen, als die Nostalgie nach der Weltflucht-Ästhetik der Sechziger so groß wurde, dass sie sich einen eigenen Markt schuf. Wodurch dieser beispielhafte Space-Age-Gegenstand doppelt rückwärtig aufgeladen ist: Wer die Lavalampe heute sieht, kann sich sowohl an das Space-Age-Design der Sechziger als auch an sein Revival vor zwanzig Jahren erinnern.

 

„Erinnerungen an die Zukunft“

Es ist eine Wendung des vielfach widerlegten Schweizer Grenzwisenschaftlers Erich von Däniken, der Beweise für UFOs und Außerirdische in den Artefakten alter Hochkulturen sah und 1963 ein Buch über die von ihm so genannte „Prä-Astronautik“ schrieb, eben: „Erinnerungen an die Zukunft“. Die Wendung passt wunderbar darauf, wie nah oder fern uns heute das Weltraumzeitalter ist. Es muss eine Zeit gegeben haben, mindestens vom ersten Sputnik-Satelliten 1957 bis zum Ende des Apollo-Programms 1972, als die Zukunft der Menschheit sowohl im All als auch, paradoxerweise, in greifbarer Nähe zu liegen schien.

Seattle, Space Needle auf der Weltausstellung 1962 (Bild: Seattle Municipal Archives, CC BY 2.0)
In Seattle wurde die Aussichtsplattform „Space Needle“ 1962 auf der Weltausstellung eingeweiht (Bild: Seattle Municipal Archives, CC BY 2.0)

Diese Zeit scheint von einer fast zauberischen Ungeduld erfüllt gewesen zu sein, offenbar konnte man es kaum abwarten, mit Hilfe von Maschinen und Technologien in bessere Welten aufzubrechen. Die Klassiker des Space-Age-Designs haben deshalb womöglich Züge magischen Denkens: Es gab noch keine Raumschiffe, keine Weltraumstationen, keine extraterrestrischen Siedlungen, aber es konnte ja nicht mehr lange dauern, und darum baute und gestaltete man, als könnte man die ersehnte Zukunft und ihre Technologien allein dadurch heraufbeschwören, dass man ihre mutmaßlichen Formen real werden ließ.

Darum der Aussichtsturm „Space Needle“ in Seattle, der aussieht, wie ein Kind eine Kreuzung aus Rakete und fliegender Untertasse zeichnen würde. Oder, ganz ähnlich, die Aussichtstürme der Weltausstellung im New Yorker Stadtteil Queens (deren runde Plattformen sich im Film „Men In Black“ von 1997 tatsächlich von ihren Sockeln lösen und ins All fliegen, weil sie schlafende Raumschiffe versteckter Außerirdischer waren). Und selbst der merkwürdige „Bier-Pinsel“ in Berlin-Steglitz, bei dem allein der Name nicht an eine Raumstation erinnert. Oder die „Vision 2000“ Stereoanlage, die in ihrer Kugelform ebenso planetarisch wie und Raumschiff-artig wirkt, und der „Orbitel“-Fernseher von Panasonic, der einem freundlichen einäugigen, zwei-antennigen Roboter gleicht. Science-Fiction und überhaupt das, was wir von morgen erwarten, ist heutzutage eine düstere Angelegenheit. Die Ästhetik des Space Age aber erinnert an eine positive, träumerische Vorstellung von der Zukunft, die heute wahlweise beneidenswert optimistisch oder bedauernswert naiv scheint.

 

Flucht ins Weltall

Wenn das Space-Age-Design sich eine Lebendigkeit bewahrt hat, dann nicht durch seine organischen, runden Formen oder dadurch, dass es immer wieder von irgendeiner Retrowelle zurück ans Ufer der Gegenwart gespült wird. Sondern eher durch diese unaufgelösten Fragen und Widersprüche, wie eben: Ist es optimistisch oder naiv? Oder auch, wenn man sich all die Raumschiff-Formen im Haus-, Auto-, Boots- und Unterhaltungselektronik-Bau der Sechziger und Siebziger anschaut: Wollten die, die vom All und der Ästhetik der Raumfahrt träumten, eigentlich wirklich aufbrechen, oder wollten sie vielmehr abhauen? Suchten sie das Abenteuer einer besseren Welt, oder flohen sie vor den Unzulänglichkeiten der Realität in eine Parallelwelt runder Kuschelformen? Die Lavalampe und Versteck-Möbel wie der Ball Chair von Eero Aarnio deuten in Richtung Flucht, den raumstationähnlichen Zweck- und Freizeitbauten der sozialistischen Space-Ager hingegen darf man zumindest den Auftrag unterstellen, eine bessere Zukunft schon in der Gegenwart auszumalen.

Wie er geworden ist: Berlin, Bierpinsel-Entwurf, 1972 (Copyright: Archiv Schüler-Witte)
Keine Raumstation, sondern der Entwurf für den Berliner „Bierpinsel“ aus dem Jahr 1972 (Copyright: Archiv Schüler-Witte)

Flucht oder Aufbruch: So oder so bedient sich das Space-Age-Design einer außerordentlich glamourösen Referenzwelt. Nichts leuchtet heller als die Sterne, nichts scheint abenteuerlicher als der Versuch, zu ihnen aufzubrechen, und nichts ist erhabener als die Fremdheit des Nachthimmels über uns. Wenn man mit diesem Bezugssystem nun aber eine Anrichte, ein Motorboot oder eben den „Bier-Pinsel“ auflädt – verleiht ihnen das dann Erhabenheit, oder banalisiert es vielmehr das Erhabene?

Vielleicht ist das Weltraumzeitalter nicht deshalb zu Ende gegangen, weil wir es nie weiter geschafft haben als bis zum Mond. Sondern daran, dass kein einziger Gegenstand, der etwa am Mondflug beteiligt war, in Wirklichkeit so schön und so rund war wie die, mit denen die Welt zur gleichen Zeit längst eingerichtet war. Der Panasonic-Fernseher, auf dem die Mondlandung übertragen wurde, sah futuristischer aus als die aus Metallstangen, Alu-Folie und Treckerreifen zusammengefügten Vehikel der tatsächlichen Astronauten.

 

Die Dinge träumen nicht mehr

Es ist wenig geblieben vom Weltraumzeitalter außer der vagen Vermutung: Früher war alles besser, sogar die Zukunft. Die futuristischen Designs unserer Gegenwart orientieren sich zwar mitunter etwas hilflos an den Space-Age-Formen (vor allem bei elektrischen und selbstlenkenden Autos), und sie haben immer noch abgerundete Ecken. Aber wo sie wegweisend und bestimmend sind, geben sie sich archaisch einfach. Die kühnsten Science-Fiction-Träume, die wir heute in den Händen halten, also die Geräte, die das Wissen der Welt und all ihre Stimmen bergen, sind wieder Tafeln wie früher bei Moses, als wäre der Kreis geschlossen oder ein Endpunkt erreicht. Es gibt keine Gegenstände mehr, die aussehen, als würden sie gern von der Zukunft träumen.

"2001: Odyssee im Weltraum" (Bild: NASA, gemeinfrei, via wikimedia commons)
1968 erschien Stanley Kubricks Filmklassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ (Bild: NASA, gemeinfrei, via wikimedia commons)

Was sich auch darin spiegelt, dass die wirtschaftlich außerordentlich erfolgreichen Science-Fiction-Welten von heute dunkel und abweisend sind. Die Science-Fiction des Weltraumzeitalters handelte vom Aufbruch in fremde Welten, von Herausforderungen, Entdeckungen und Erkenntnissen. Das war bis einschließlich „2001: Odyssee im Weltraum“ so, dessen Erscheinen zusammenfällt mit dem Ausklingen des Weltraumzeitalters. Seit „Star Wars“ wird im All und wird in der Zukunft zerstört. Und zwar vor allem Architektur. Das beginnt mit dem Todesstern, geht über das Space-Age-Design-Haus von Tony Stark in „Iron Man 3“ bis hin zur Stadteilzerstörung durch Außerirdische in den „Avengers“-Filmen, so dass alle darauffolgenden Filme und Serien im gleichen Universum (wie „Daredevil“ oder „Jessica Jones“) von Immobilienspekulation und Gentrifikation handeln. Früher handelte Science-Fiction vom Weltall als Versprechen, heute vom korrupten Potenzial der Stadtplanung.

Die Zukunft war also einmal ein positiver Ort, der fast erreicht war, und mit dessen Ästhetik man sich bereits umgeben konnte, um die kurze noch verbleibende Wartezeit bis zur Ankunft zu überbrücken. Heute ist die Zukunft ästhetisch gesehen eine Brache, über der sich der Qualm zwar schon verzogen hat, aber man sieht nur die Anzeichen der Zerstörung und nicht, was kommen wird.