Utopien des Neuen Frankfurt

Versprach in den 1920ern Abkühlung in avantgardistischem Ambiente: Rudloffs Schwimmbadentwurf (Bild: ernst-may-gesellschaft)
Versprach in den 1920ern Abkühlung in avantgardistischem Ambiente: Rudloffs Schwimmbadentwurf (Bild: ernst-may-gesellschaft)

Die hochsommerlichen Temperaturen bescheren den Schwimmbädern momentan Besucherrekorde. Wer dem Gedränge entgehen will, findet in Frankfurt eine trockene Alternative: im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Utopien des Neuen Frankfurt“ steht ein avantgardistischer Schwimmbadentwurf! Der Rundbau, der sich dem Besucher in kolorierten Bauplänen und einem Modell präsentiert, windet sich mit einer so dynamischen Eleganz gen Himmel, dass die Assoziation zu Tauts Stadtkrone oder Tatlins Monument für die III. Internationale nahe liegt. Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember 2015 im ernst-may-haus zu sehen.

Der verantwortliche Architekt Carl-Hermann Rudloff (1890-1949) war einer der bedeutendsten Protagonisten des Neuen Frankfurt. Unter anderem war er maßgeblich am Bau der Siedlungen Römerstadt, Bornheimer Hang und Zick-Zack-Hausen beteiligt. Sein Schwimmbadentwurf blieb aber trotz der weit vorangeschrittenen Planung eine nie verwirklichte Utopie. Hätte man Rudloffs architektonische Vision tatsächlich realisiert, wäre sie zweifellos eine bauliche Sensation geworden, deren Prominenz weit über die Siedlung Bornheimer Hang hinausgegangen wäre. Begleitend zur Ausstellung erscheint in limitierter Auflage eine in Leinen gebundene Katalogmappe mit sämtlichen Zeichnungen und Plänen sowie vertiefenden Aufsätzen. (jr, 10.8.15)