Köln, links: Köln, Siemensgebäude in der Franz-Geuer-Straße; rechts: Simultanhalle (Bilder: links: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, via widimedia commons, 2020; rechts: Elke Wetzig, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2010)

2 x Köln in Nöten

Ein bisschen unfair ist es schon, diese beiden Kölner Schätzchen hier direkt nebeneinanderzustellen: Wo die Simultanhalle mit einem schicken Sägedach daherkommt, bleibt der elegant gestaffelte Siemensbau eher zurückhaltend. Doch beide Zeugen der Moderne teilen dieselben trüben Aussichten. In der Franz-Geuer-Straße wurde der Siemensbau 1971 nach Plänen der firmeneigenen Entwurfsabteilung (F. Pöhlmann mit D. Petersen) fertiggestellt. Im vorletzten Wintersemester hatten sich bereits Architekturstudierende der örtlichen TH mit dem ehemaligen Siemens-Areal auseinandergesetzt, das in eine Wohn-Gewerbe-Mischnutzung mit Kindertagesstätte umgewandelt werden soll. Für den Siemens-Bau könnte dies den Totalverlust bedeuten, sollte das Kräftemessen zwischen Investor und Denkmalpflege böse ausgehen. Aktuell ruht zwar das Bebauungsplanverfahren, aber laufende Abrissarbeiten ganz nahe am Siemensbau lassen Modernist:innen scharf die Luft anhalten.

Die Simultanhalle im Volkhovener Weg hingegen hat es in diesem Monat zu trauriger Berühmtheit gebracht, als sie der Verband deutscher Kunsthistoriker auf seine Rote Liste bedrohter Baukunstwerke gesetzt hat. Was von den Architekten Peter Busmann und Godfrid Haberer 1979 eigentlich als „Probe“ für das Museum Ludwig und das Wallraf-Richartz-Museum nahe der Domplatte gedacht war, mauserte sich später zur Ausstellungsstätte für zeitgenössische Künstler:innen. Die anspruchsvolle Schalendeckenkonstruktion wurde jedoch 2017 als einsturzgefährdet eingestuft und die Halle 2020 geschlossen. Seitdem scheint die Stadt Köln lieber den Abriss vorzubereiten, als ernsthaft eine Sanierung dieses charmanten Modellbaus ins Auge zu fassen. (kb, 11.4.21)

Köln, links: Siemensbau in der Franz-Geuer-Straße; rechts: Simultanhalle im Volkhovener Weg (Bilder (Details): links: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, via widimedia commons, 2020; rechts: Elke Wetzig, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2010)