20 Jahre Kunsthistorikerverband

Aus Anlass seines 70-jährigen Bestehens will der „Verband Deutscher Kunsthistoriker“ erstmals die eigene Geschichte genauer in den Blick nehmen. 1938 versuchte Wilhelm Pinder erfolglos, den „Verband deutscher Kunstwissenschaftler“ mit für die NS-Zeit typischen Merkmalen zu gründen. Die eigentliche Verbandsgeschichte beginnt mit der formellen Gründung 1948 auf Schloss Augustusburg in Brühl, der Wahl des nationalsozialistisch belasteten Hans Jantzen zum Ersten Vorsitzenden sowie den fortan zweijährig stattfindenden Kunsthistorikertagen. Die Wahl von Herbert von Einem zum Vorsitzenden 1961 läutete die internationale Öffnung ein sowie das Angebot zur Mitgliedschaft an die nach 1933 exilierten Kollegen. Schon früh kämpfte man erfolglos gegen den Abriss der Schlösser und Kirchen in Berlin und Braunschweig, wirkte aber auch an der Bewahrung von Denkmalen in München oder Augsburg mit. Die Verbandsgeschichte ab den späten 1960er Jahren ist einer zweiten Tagung vorbehalten.

Das Symposion „Der Verband Deutscher Kunsthistoriker 1948 bis 1968/70“ findet vom 1. bis 2. Oktober 2018 in Nürnberg statt. Unter Berücksichtigung des im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg lagernden Verbandsarchivs will man erste Ergebnisse präsentieren, die dann Grundlage für eine noch zu schreibende Verbandsgeschichte sein können. Die Unterlagen sollen durch die Referenten möglichst bereits vor der Tagung selbständig eingesehen werden. Willkommen sind Exposés von je max. 2000 Zeichen bis zum 31. März 2018 nebst den Kontaktdaten bei der Geschäftsstelle unter: info@kunsthistoriker.org. (kb, 13.3.18)