25 Jahre Bauernkrieg

Das 1989 in Bad Frankenhausen eröffnete Bauwerk beherbergt das monumentale Panorama Werner Tübkes (Bild: Martin Zeise)
Das 1989 in Bad Frankenhausen eröffnete Bauwerk beherbergt das monumentale Panorama Werner Tübkes (Bild: Martin Zeise)

Das Jahr 1989 hatte die SED zum Thomas-Müntzer-Jahr erklärt. Der Anführer des Bauernkrieges von 1524, den die Partei als historischen Wegbereiter verstand, wäre 500 Jahre alt geworden. Das Geburtstagsgeschenk der Staatsführung konnte sich sehen lassen: ein Panoramamuseum in Bad Frankenhausen, das ein Monumentalbild des Malers Werner Tübke (1929-2004) beherbergte. Der Künstler verarbeitete auf  123 x 14 Metern den Bauernkrieg, der 1525 im thüringischen Frankenhausen niedergeschlagen wurde.

Die Eröffnungsfeierlichkeiten im September 1989 gestalteten sich jedoch weniger festlich als geplant: Staatschef Honecker war erkrankt, der monumentale Bau erschien angesichts des wirtschaftlichen Niedergangs aus der Zeit gefallen und mit den Montagsdemonstrationen zeichnete sich die friedliche Revolution ab. Bereits zum Jahrestag des Bauernkrieges 1974 hatte die DDR-Führung beschlossen, dieser „frühbürgerlichen Revolution“ eine Gedenkstätte zu widmen. Der 1975 beauftragte Maler Werner Tübke handelte sich viel Gestaltungsfreiheit aus. Das Ergebnis war kein plumpes Propagandawerk, sondern ein gigantisches Wimmelbild im magischen Realismus. Es stellt nicht nur den Bauernkrieg dar, sondern porträtiert die gesamte Gesellschaft der zugehörigen Epoche. Viele Details können auch als Kritik an der DDR interpretiert werden, mancher fasst das Panoramamuseum gar als ihr Grabmal auf. (jr, 5.10.14)