Nürnberg, Sprengung der Zeppelintribüne im Jahr 1967 (Bild: Stadtarchiv Nürberg)

Sprengung der Zeppelintribüne

Die Bauten auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände wurden nach 1945 nicht nur vielfältig genutzt, sondern auch baulich verändert. Als man die Luitpoldarena in den 1950er Jahren abtrug und das Märzfeld durch den neuen Stadtteil Langwasser Anfang der 1960er Jahre überbaute, brandete nur wenig Kritik auf. Doch führte die Sprengung der Säulengalerien der Zeppelintribüne im Juni 1967 zu scharfen öffentlichen Auseinandersetzungen.

Die offizielle Begründung, die Sprengung sei wegen Baufälligkeit unabwendbar gewesen, erschien vielen als fragwürdig. Sie vermuteten, dass die baulichen Probleme als willkommener Anlass genommen worden seien, sich der unliebsamen NS-Bauten und damit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu entledigen. Dieser alte Streit wird am 8. März 2016 um 18.30 Uhr im Dokumentationszentrum Reichstagsgelände (Bayernstraße 110, 90487 Nürnberg) zum Gegenstand einer neuen Veranstaltung: Dr. Alexander Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrums, diskutiert mit Dr. Oscar Schneider, dem damaligen CSU-Fraktionsvorsitzenden im Nürnberger Stadtrat, sowie mit Daniel F. Ulrich über die umstrittene Entscheidung und ihre Folgen. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung „Das Gelände – Dokumentation. Perspektiven. Diskussion.“, die bis zum 13. März 2016 im Dokumentationszentrum zu sehen sein wird. (kb, 23.2.16)

Nürnberg, Sprengung der Zeppelintribüne im Jahr 1967 (Bild: Stadtarchiv Nürberg)