Am 3. Juli 2026 hat die Stadtverordnetenversammlung von Potsdam beschlossen, dass das Rechenzentrum, derzeit das größte Kulturzentrum seiner Art im Land Brandenburg, noch weitere sieben Jahre, bis zum Sommer 2033, in seiner jetzigen Form betrieben werden darf. Eigentlich wäre der Nutzungsvertrag zum 31. Juli des Jahres ausgelaufen. Nun wurde ein sogenannter Kompromiss verabschiedet, die Reden aus der Versammlung sind hier nachzulesen. Kompromiss heißt in diesem Fall, dass das Kulturzentrum eben noch weitere sieben Jahre genutzt werden kann, gegen eine jährliche Mietzahlung von 38.000 an die Stiftung Garnisonkirche, der das Grundstück gehört und die immer noch beabsichtigt, hier in Zukunft ein Kirchenschiff an den rekonstruierten Turm der Garnisonkirche anzubauen, den sie bereits errichtet und an Ostern 2024 eröffnet hat.
2033 soll dann, so sieht es der „Kompromiss“ vor, der Stiftung das Recht auf Abriss des Rechenzentrums wieder gewährt werden. Die Nutzer:innen des Atelier- und Kulturhauses müssten dann letztendlich ausziehen und in ein Ersatzquartier umziehen. Ob dies dann in sieben Jahren so kommen wird, ist allerdings offen. Denn für ihren Neubau braucht die Stiftung Garnisonkirche noch große Summen, die sie laut Berichterstattung von Radio Drei derzeit nicht hat. Sollte eine weitere Verlängerung möglich werden, muss allerdings auch das historische Rechenzentrum saniert werden. Auch das kein kleines Unterfangen. Es bleibt abzuwarten, was die Zeit bringen wird. Aber dies kann nun erstmal frohschaffend geschehen. (pk, 5.7.26)

Potsdam, Rechenzentrum, Architekt: Kollektiv Sepp Weber, 1969–1971, Teil des Mosaiks von Fritz Eisel (Bild: Florian Schäffer, CC BY-SA 3.0, 2013)
