Ein an den Ecken abgesenkter Boxring. Kein Halt darin. Die Skulptur „9841“ ist ein Denkmal für Johann „Rukeli“ Trollmann, den deutschen Boxmeister im Halbschwergewicht des Jahres 1933. Johann Trollmann war Sinto und es ist leider so wie man ahnt, dass der Titel der Skulptur seine Häftlingsnummer in den KZ Neuengamme und Wittenberge war, wo er 1942 ermordet wurde. Die Skulptur „9841“ wurde 2010 durch die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR geschaffen, der die Künstler Alekos Hofstetter, Christian Steuer und Florian Göpfert angehören.
Zunächst wurde die Skulptur 2010 im Berliner Viktoria Park als temporäres Denkmal errichtet, war dann eine Weile auf dem Hannoveraner Ballhof Platz zu sehen und wurde am 19. Oktober 2012 in Dresden-Hellerau im Außenbereich des Festspielhauses aufgestellt. „9841“ ist eines der größeren – und seltenen – Denkmäler in Deutschland, das an den Mord an den Sinti* und Roma* erinnert. Bei seiner Wiedereinweihung nach Sanierung heute, am 6.5.2026 ab 18 Uhr werden in einem Abendprogramm unter dem Titel „Weit denken“ Architekturen und Praktiken des Erinnerns, die damit einhergehenden Kämpfe, Formen und Ästhetiken thematisiert – und im Lokalen verortet. (pk, 5.5.26)

Berlin, Viktoriapark, „9841“, Temporäres Denkmal für Johann Rukeli Trollmann, Künstler: Bewegung Nurr, 2010 (Bild: VonRibbeck, CC BY-SA 3.0, 2010)
