Ich glaub, ich steh im Wald!

Grüner Wohnen: Das Mailänder Ensemble "Bosco Verticale" von Stefano Boeri Architekten ist Träger des Internationalen Hochhauspreises 2014 (Bild: Kirsten Bucher/DAM).
Grüner Wohnen: Das Mailänder Ensemble „Bosco Verticale“ von Stefano Boeri Architekten ist Träger des Internationalen Hochhauspreises 2014 (Bild: Kirsten Bucher/DAM)

Der Preisträger des Internationalen Hochhauspreises, der vom Deutschen Architekturmuseum (DAM), der Stadt Frankfurt/Main und der Deka-Bank ausgelobt wird, heißt 2014 „Bosco Verticale“. Das Studio Boeri treibt mit dem Mailänder Bauprojekt das Thema Urban Gardening in ungeahnte Höhen – die Appartementgebäude sind üppig begrünt. Die 80 und 112 Meter hohen Türme bieten 113 Wohnungen. Jede hat Zugang zu einer Terrasse, die einem kleinen Waldstück gleicht: Mehrere hundert Bäume, Stauden, Sträucher und Bodendecker wachsen an den Fassaden. Die Pflanzen sorgen für eine natürliche Klimatisierung. Die Pionierarbeit, die für die Bepflanzung einer Hochhausfassade notwendig war, wurde von Stefano Boeri zusammen mit den Landschaftsplanern Laura Gatti und Emanuela Borio entwickelt. Fertiggestellt wurden die Gebäude im Oktober 2014.

Man darf gespannt sein, ob das Beispiel des „Vertikalen Waldes“ – so die Übersetzung – die Hochhaus-Architektur der Zukunft beeinflussen wird. Der Auszug der Jurybegründung liest sich optimistisch: „Das Projekt beantwortet äußerst komplexe Fragen der internationalen Architektur und sämtliche Probleme, die wir mit der Verdichtung, mit dem Bau von Hochhäusern in den Städten für eine wachsende Zahl von Menschen und mit ihren elementaren Bedürfnissen nach frischer Luft und Naturnähe haben.“ (db, 3.12.14)