Es sind noch acht Jahre, bis der Abriss tatsächlich beginnen soll. Acht Jahre, in denen sich vielleicht auch noch eine andere Idee durchsetzen kann. Aber derzeit ist der Plan erstmal beschlossen, so berichtet die Deutsche Bauzeitschrift in ihrem aktuellen Heft: Das riesige Justizzentrum in Köln-Sülz soll ab 2034 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der in die Fläche statt in den Himmel wachsen wird. Circa 60.000 qm Nutzfläche hat das mehrteilige Gebäude, das von 1974 bis 1981 zunächst vom Architekten Henrik Busch und im zweiten Bauabschnitt von HPP-Architekten entworfen und realisiert wurde. Letztere haben nun den Wettbewerb zur Neubebauung gewonnen und kommen erneut zum Zug auf dem einstigen Güterbahnhofsgelände.

Die Kölner Kreisgruppe des Naturschutzbundes BUND setzt sich für den Erhalt des Hochbaus ein. Es seien nicht nur die immensen Mengen an Ressourcen und Energie, die zerstört und aufgewendet werden würden, sondern auch eine historisch wertvolle Bausubstanz, die verloren gehe. Zur architektonischen und städtebaulichen Qualität kommt das Zusammenspiel mit der historisch gewichtigen und architektonisch einzigartigen Umgebung, die ebenfalls derzeit einem großen Veränderungsdruck ausgesetzt ist. Darunter ist die Universität Köln mit dem stadtbildprägenden Wohnturm Uni-Center, Schauplatz des Deutschen Herbsts und Drehort des Films „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Düstere Aussichten in alle Richtungen. (pk, 14.5.26)

Köln, Justizzentrum, Architekten: Henrik Busch; HPP, 1974-1981 (Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0, Projekt Heißluftballon Köln 2013)

Köln, Justizzentrum, Architekten: Henrik Busch; HPP, 1974-1981 (Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0, Projekt Heißluftballon Köln 2013)

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