Der „Bau 52“ (1957-60) auf dem Roche-Areal in Basel gilt als erstes Schweizer Gebäude mit Curtain-Wall-Fassade und war lange eines der höchsten Gebäude der Stadt. Architekt war Roland Rohn (1905-1971), der seinerzeit Hauptplaner für den Pharmakonzern war. Seit 1932 mit eigenem Büro in Zürich vertreten, übernahm Rohn 1940 das Atelier des kurz zuvor verstorbenen Otto Rudolf Salvisberg, der bis dahin Hausarchitekt bei Hoffmann-La Roche war. Der Konzern erweitert und modernisiert sein Baseler Areal beständig. Mittlerweile ist der Bau 52 optisch nahezu verschluckt von den beiden Hochhaustürmen „Bau 1“ und „Bau 2“, 2012-2022 durch Herzog & de Meuron erstellt und nun die höchsten Bauwerke der Schweiz. Der Bebauungsplan, der 2010 die Realisierung von Bau 1 ermöglichte, sicherte damals zugleich den Erhalt des alten Rohn-Hochhauses.
15 Jahre später soll der Bau 52 aber nun doch abgerissen werden, ebenso fast alle anderen Gebäude auf dem Südareal der heutigen Roche Holding AG. Obwohl die Schutzwürdigkeit des Gebäudes unbestritten ist, sagt die Eigentümerin nun, dass der Erhalt nicht verhältnismässig sei. Es soll nun zugunsten einer neuen Vorfahrt vor Bau 1 fallen. Gutachten der Bau- und Raumplanungskommission (BRK) des Grossen Rats des Kantons Basel-Stadt vom August 2025 bestätigen jedoch, dass der Bau 52 in gutem Allgemeinzustand ist und eine energetische Sanierung, Erdbebenertüchtigung wie auch die Anpassung der Grundrisse an heutige Bedürfnisse möglich seien. Ein Bündnis aus Architekt:innen, Professor:innen und der Initiative „Team“ Rohn hat nun eine Petition zum Erhalt von Bau 52 gestartet. Zu den Erstunterzeichnenden zählen unter anderem Andreas Ruby (S AM Swiss Architecture Museum), Marc Keller (Präsident Schweizer Heimatschutz), Eike Roswag-Klinge (TU Berlin/ Präsident Architektenkammer Berlin) sowie die Pritzker-Preisträger Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal. Die Möglichkeit zur Unterzeichnung finden Sie hier. (db, 4.10.25)
Basel, Bau 52 vor Errichtung der Herzog & de Meuron-Türme (Bild: Andreas Schwarzkopf, CC BY-SA 3.0)

