Berlin: Abrissgerüchte ums Kempinski

Die Eigentümer haben Bauvoranfrage gestellt - "rein formal", wie es heißt... (Bild: Peter Kuley, CC BY-SA 3.0)
Die Eigentümer haben Bauvoranfrage gestellt – „rein formal“, wie es heißt … (Bild: Peter Kuley, CC BY-SA 3.0)

Kurfürstendamm Ecke Fasanenstraße – im alten West-Berlin zählte dies zu den ersten Adressen, wenn es um eine standesgemäße Übernachtung ging. Im Hotel Kempinski nächtigten hier unter anderem Sophia Loren, Otto Hahn, Ronald Reagan und der Dalai Lama. Der Glanz der früheren Tage ist seit dem Mauerfall verblasst, doch noch immer zählt die Fünf-Sterne-Residenz zu den berühmtesten Hotels der Bundeshauptstadt. Nun haben die Grundstückseigentümer jedoch eine Bauvoranfrage beim Bezirksamt eingereicht: Unter Umständen droht der Abriss des Gebäudes mit der markanten „runden Ecke“.

Das Hotel Kempinski wurde 1952 von Paul Schwebes (1902-78) gestaltet, der in Berlin unter anderem auch das Bikini-Haus und das Haus Hardenberg entwarf. Anders als die letztgenannten steht das Hotelgebäude jedoch nicht unter Denkmalschutz. Ein Abriss wäre also möglich. Die Hotelleitung reagierte verärgert über die Veröffentlichung der Anfrage: Man plane nicht, das nach wie vor ausgelastete Hotel aufzugeben, sagte die Direktorin Birgitt Ullerich dem Berliner Tagesspiegel. Der Vorstoß stamme von den Eigentümern der Apartmentanlage hinter dem Hotel. Der Unternehmer Felix Gädeke bestätigte die Pläne der Zeitung gegenüber grundsätzlich. Es sei aber noch zu früh für Einzelauskünfte. (db, 18.6.15)