München, Hauptbahnhof (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 4.0, 2018)

München: Was kommt nach dem „Schwammerl“?

Für die Münchener heißt es jetzt Abschied nehmen. Ausgerechnet von der Empfangshalle des Hauptbahnhofs (1960, Franz Hart), über 60 Jahre das Tor zur Stadt und mit seinem schwungvollen Vordach liebevoll „Schwammerl“ genannt. Am vergangenen Montag gab es für Nostalgiker die letzte Möglichkeit für einen Schnappschuss mit sich und der Halle – die Bahn hatte eigens einen Selfie-Automaten aufgestellt. Danach wurde die Halle dichtgemacht. Der Abriss wird sich im Sommer anschließen. Das ist der Auftakt für eine großangelegte Neugestaltung des Bahnhofsareals, welche erst 2028 abgeschlossen sein soll. Anstelle der Empfangshalle wird ein unterirdischer Anschluss an die zweite S-Bahn Stammstrecke entstehen, oberirdisch ergänzt um ein neues Bahnhofsgebäude des Büros Auer Weber.

In naher Zukunft könnte auch der Starnberger Flügelbahnhof den Neubauplänen weichen. An seiner Stelle soll ein Büroturm errichtet werden. Nach Anpassungen des Entwurfs zeigt sich mittlerweile auch die Denkmalbehörde damit einverstanden. Doch es regt sich auch Kritik. Die Initiative „Münchener Architektur und Kultur“ fordert eine behutsame Sanierung des Areals anstelle des Kahlschlages. Sie berufen sich auf den Denkmalschutzrechtler Dieter Martin. Der Bahnhof sei als gesamtes Ensemble erhaltenswert. Überdies erscheint der neue Bahnhof vielen zu überdimensioniert und einseitig auf die Schaffung von Büroraum orientiert. (jm, 12.5.19)

München, Hauptbahnhof (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 4.0, 2018)