Die Plattmacherei geht munter weiter – und macht auch vor Denkmalen nicht halt. Historische Gasthöfe, Wohnhäuser oder Kirchen vergangener Jahrzehnte: Auch fürs Jahr 2025 sucht der Bayerische Landesverein für Heimatpflege wieder den Bayerischen „Abriss des Jahres“. Zwölf besonders bedauerliche Abrissfälle, die stellvertretend für den Fortschreitenden Verlust von Baukultur stehen, wurden für die diesjährige „Shitlist“ausgewählt und stehen noch bis übermorgen, den 11. Januar 2026, zur öffentlichen Abstimmung. Um das Trauerspiel in vollem Umfang zu sehen und ihre Stimme abzugeben, klicken Sie hier.
Neben mehreren historischen Wirtshäusern, teils aus dem 18. Jahrhundert, hat es natürlich auch wieder Bauten der (klassischen) Moderne getroffen. Darunter das Evangelische Vereinshaus in Weiden (1927) und die Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ in Füssen (1965/66). Besonders irritierend bei Studium der Bilder ist, dass die wenigsten Gebäude komplett ruinös wirken. Die „Graue Energie“, vor wenigen Jahren noch in aller Munde, scheint gerade wieder in Vergessenheit zu geraten. Abräumen statt Sanieren ist offenbar gerade wieder en Vogue. Als Bonbon gibt es eine übrigens Verlosung unter den Teilnehmenden der Abstimmung: Zu gewinnen sind CDs und Hörspiele, darunter Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater „Kasperl und der Purzelprinz“. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. (db, 10.1.26)
Bayreuth, Abriss Albert-Preu-Str. 7 (Bild: Denkmalnetz Bayern)

