Afrikanische Moderne

Eine Pyramide an der Elfenbeinküste: "La Pyramide" vom italienischen Architekten Rinaldo Olivieri, 1973 (Bild: Iwan Baan)
Ägypten an der Elfenbeinküste? „La Pyramide“ vom Italiener Rinaldo Olivieri (1931-98), Abidjan 1973 (Bild: I. Baan)

Anfang der Siebziger herrschte in Afrika Aufbruchstimmung: Etliche Staaten hatten die Unabhängigkeit erlangt, und der Neubeginn sollte sich auch in der Architektur widerspiegeln. Auf der Suche nach einer neuen nationalen Identität entstanden in der Elfenbeinküste, Kenia, dem Senegal, Sambia und Ghana etliche außergewöhnliche Großbauten. Kurioserweise wurden sie oft genug von europäischen Architekten entworfen, die teils gar aus den ehemaligen Kolonialländern stammten – der Werdegang der Unabhängigkeit verlief nicht ohne Widersprüche. Und nicht überall hat der optimistische Aufbruch zu einem stabilen Staat geführt: Manche dieser Gebäude stehen schon wieder für eine hoffnungsvolle, aber eben vergangene Ära.

Über 50 Bauten der Moderne in Schwarz- und Zentralafrika dokumentiert ab dem 20. Februar 2015 die Ausstellung „Architektur der Unabhängigkeit“ im Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Von Parlamentsgebäuden über Universitäten, von Monumenten bis zu Hotels sind fast alle Gattungen der Repräsentationsarchitektur vertreten. Die Schau – kuratiert vom Kölner Architekten und Autor Manuel Herz, fotografiert vom Niederländer Iwan Baan – ist bis zum 31. Mai 2015 im Vitra Design Museum (Galerie, Charles-Eames-Straße 2, 79576 Weil am Rhein) zu sehen.
 (db, 16.2.15)