Ausstellung und Buch gehören eng zusammen. Zum einen, um die Ergebnisse der Recherchen zu sichern, zum anderen, um den Verkauf von Publikation und Eintrittskarte wechselseitig zu befeuern. So auch aktuell in Wien zum Thema Eisenbeton – und hier gehört noch ein dritter Faktor zum Paket, ein Forschungsprojekt. Dabei geht es nicht um den äußeren Glamour, sondern um die inneren Werte, das Skelett, die Anatomie der Metropole Wien in der aufkeimenden Moderne. Denn darin steckt eine seinerzeit innovative Technik, der Eisenbeton.

Bis zum Ersten Weltkrieg machte er viel möglich – von der Infrastruktur bis zum Kino, von der Wohnung bis zum Geschäftshaus. Aus diesem breiten Spektrum werden im Museum Wien zu diesem Thema noch bis zum 28. September allerlei Exponate gezeigt: Modelle, Pläne, Fotografien, Gemälde, Plakaten und weitere originale Stücke. Mit dabei sind Bauten, die das Wien um 1900 als Wiege der Moderne berühmt machten, darunter das Looshaus mit seiner reduzierten Fassade. Im zugehörigen Buch gibt es insgesamt 90 Bauten in Einzelporträts zu bestaunen. (kb, 18.8.25)

Kapfinger, Otto (Hg.) Anatomie einer Metropole. Bauen mit Eisenbeton in Wien 1890–1914, De Gruyter Verlag, Berlin 2025, Hardcover, 24,7 × 30,5 cm, 416 Seiten, 532 Abbildungen, ISBN 978-3-0356-2947-7.

Wien, Graben-Café, Ansichtskarte, 1912 (Bild: Wien Museum)

Wien, Graben-Café, Ansichtskarte, 1912 (Bild: Wien Museum)

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