Viele von uns horten Schätze im Keller, im Schrank oder in den Tiefen ihres Schreibtisches. Irgendwann müssen diese Sachen aber auch mal ans Licht. Das macht gerade auch das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt (DAM) – und feiert zugleich mit den „Freunden des Deutschen Architekturmuseums“ die Gründung dieses Förderkreises vor 40 Jahren. Die ständige Erweiterung der Museumssammlung durch Vermittlung, Ankauf und Schenkung von Plänen, Zeichnungen, Fotografien, Modellen und Büchern – wäre ohne den Freundeskreis kaum möglich gewesen. Die neue Ausstellung „Out of Storage“ zeigt nun bis 1. März 2026 erstmals sämtliche Archivalien, die mit Hilfe des Freundeskreises in die Sammlung gelangten. Zu sehen sind mehr als 130 Exponate aus verschiedenen Jahrzehnten, darunter Arbeiten von Archigram, Future Systems, Bruce Goff, Hans Poelzig und Hans Scharoun. Gleichzeitig lädt die Schau zur Reflexion über das Sammeln von Architektur ein; über die Rolle von Archiven, über Fragen des Zugangs und der Bewahrung – und über die heutige Bedeutung von Architekturmuseen als Orte des Wissens und der Vermittlung.
Der Titel „Out of Storage“ ist bewusst doppeldeutig. Er soll er als Appell zu verstehen sein, die vom Freundeskreis unterstützten Sammlungsbestände öffentlich sichtbar zu machen. Andererseits verweist er auf die logistischen Herausforderungen wachsender Archive, in denen der Großteil der Bestände verborgen bleibt und nur selten ausgestellt werden kann. Ergänzt wird die Präsentation durch Stimmen internationaler Kurator:innen und Sammlungsleiter:innen – etwa vom Museum of Modern Art oder dem in Planung befindlichen Korean Museum of Urbanism and Architecture. In Interviews reflektieren sie die Potenziale des Archivs nicht nur als Speicher, sondern auch als Impulsgeber für neues Wissen – und als produktive, inspirierende Kraft innerhalb der Architekturdisziplin. (db, 1.12.25)
Frankfurt, „Out of Storage“, Modell der ehemaligen Bahndirektion von Stephan Böhm (Bild: Moritz Bernoully)

