Architecture en uniforme

Architecture en Uniforme (Bild: Palais de Chaillot Paris)
„Tarnspezalisten“ im US-amerikanischen Fort Belvoir (Bild: Palais de Chaillot Paris)

Auch während der „dunklen Jahre“, mitten im Zweiten Weltkrieg wurde gebaut. Dieser noch allzu wenig beachteten Architekturepoche widmet das Pariser Palais de Chaillot bis zum 8. September 2014 die Ausstellung „Architecture en uniforme. Projeter et construire pour la Deuxième Guerre mondiale“. Untersucht wird, wie sich die verheerenden Kriegszerstörungen in Guernica 1937 oder in Hiroshima und Nagasaki 1945 auf das Bauwesen auswirkten. Die Kuratoren der Pariser Ausstellung vergleichen hierfür Projekte aus Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Italien, Spanien, den USA und der UdSSR.

Mit Zeichnungen, Modellen, Fotografien und Quellen wird – anhand von Architektenpersönlichkeiten wie Albert Speer oder Ernst Neufert – ausgelotet, wo professionelles Engagement aufhörte und Mittäterschaft begann. Die Projekte reichten von Fabrik- bis zu Bunkerbauten. Es entstand der architektonische Rahmen für Vernichtungslager wie Ausschwitz. Aber es wurden auch zukunftsweisende Erfahrungen für einen sparsamen Umgang mit Baustoffen gesammelt. In jedem Fall bildeten das Erleben von Zerstörung und Wiederaufbau zuletzt den Nährboden für eine neue, kompromisslos moderne Architektur. (kgb, 7.6.14)