Holzmeister: Architektur als Bühne?

Linz, Landestheater, Zuschauerraum (C. Holzmeister, 1958) (Bild: Andreas Praefcke, CC BY 3.0)
Linz, Landestheater, Zuschauerraum (C. Holzmeister, 1958) (Bild: Andreas Praefcke, CC BY 3.0)

Die Bauten des österreichischen Architekten Clemens Holzmeister (1886-1983) werden oft als pathetisch oder theatralisch empfunden. Verstand Holzmeister tatsächlich die Architektur als Bühne? Lieferte sie die Folie für Auftraggeber und öffentliche Inszenierungen? Diesen und anderen Fragen gehen Experten aus Universität und Museum in der dritten Holzmeister-Tagung nach: Unter dem Titel „Architektur als Bühne“ untersucht die Veranstaltung der Universität Innsbruck, eine Kooperation mit der Albertina Wien und dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main, vom 15. bis 17. Oktober 2015 „Motive der Inszenierung von Architektur bei Clemens Holzmeister“ – besonders seine Theaterbauten und seine Entwürfe für Bühnenbilder.

Einfache volkstümliche Krippenspiele und das pompöskatholische theatrum sacrum prägten „den Romantiker“, wie sich Holzmeister selbst bezeichnete. Selbst seine rational-sachlichen Großbauten lassen sich als monumentale Kulissen für Kirche und Staat interpretieren. Der Theaterbau avancierte neben Kirchen und repräsentativen Verwaltungsbauten zu einer seiner wichtigsten Arbeitsfelder – darunter die Felsenreitschule sowie das Kleine und Große Festspielhaus in Salzburg, die zwischen 1925 und 1960 für die legendären Intendanten Max Reinhardt sowie Herbert von Karajan entstanden. Sein nur Wenigen bekanntes Projekt für ein Idealtheater, das er 1941 mit dem Regisseur Carl Ebert im türkischen Exil plante, wird in aktuellen Forschungen hervorgehoben. Um Anmeldung wird gebeten: archiv-baukunst@uibk.ac.at. (kb, 28.9.15)