Zum diesjährigen Hamburger Architektursommer haben sich Studierende dem Erbe Fritz Schumachers (1869–1947) genähert. Immerhin hat der berühmte Oberbaudirektor die Stadt im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt. Mit Bauten wie der Finanzdeputation am Gänsemarkt prägte er das backsteinlastige Bild der „Stadt am Wasser“ bis heute. Nicht zuletzt können Hamburger:innen heute – von der Geburtsklinik über Schulen und Siedlungen bis zu Krankenhäusern und einer Friedhofskapelle – ihr Leben von Schumacher-Bauten begleitet wissen. Dieses Wirken, vor allem die imagebildenden Kraft für die Stadt, machen die Kunstgeschichtsstudierenden der Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Schmitz anhand von Schumachers Nachlass in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg nun in einer Ausstellung sichtbar.
Für die Präsentation wählen die Studierenden anhand von historischen Zeichnungen, Fotos, Briefen und Plänen ihren eigenen, heutigen Blick. So gewinnt etwa die gegenwärtige Diskussion um einen Neubau der Staatsoper hier eine weitere Facette – vorgestellt wird ein nie umgesetzter Schumacher-Entwurf für ein monumentales Kunstverein-Gebäude an der Außenalster. Hier wurde 1912, ähnlich bei den aktuellen Neubauplanungen zur Staatsoper, einmal mehr Hamburg als Stadt am Wasser inszeniert. Die Eröffnung der Ausstellung „Fritz Schumacher. Architektur als City Branding“ wird am 1. Juli 2026 im Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek begangen. Im Anschluss ist die Präsentation bis zum 16. August 2026 im dortigen Ausstellungsraum zu sehen. Begleitend erscheint im Schaff-Verlag eine gleichnamige Publikation. (kb, 25.5.26)

Hamburg-Neustadt, Relief von Richard Kuöhl an der Fassade der Finanzdeputation (Fritz Schumacher, 1926) (Bild: Nachlass Fritz Schumacher. Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg)
