Frankfurt, Wiederaufbau der Paulskirche (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-2005-0717-514 / Dumm / CC-BY-SA 3.0)

Architektur und Akteure

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutete für die europäischen Nachkriegsgesellschaften erhebliche Herausforderungen. Drängende Bauaufgaben verbanden sich mit fundamental veränderten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, der Wiederaufbau musste nicht selten als Symbol für ein neues staatliches Selbstverständnis herhalten. Der jüngst erschienene Sammelband „Architektur und Akteure“ beleuchtet diese Epoche und öffnet den Diskurs für soziologische und gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven. Er ist das Ergebnis einer Fachtagung, die 2017 an der TU München stattfand.

Bei den titelgebenden Akteuren handelt es sich nicht nur um Architekten. Vielmehr identifizieren die versammelten Aufsätze spezifische Personenkonstellationen aus Architektur, Politik, Publizistik, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft, die maßgeblichen Einfluss auf den Wiederaufbau nahmen und den Architekturdiskurs prägten. Obwohl die Akteure mit vormals gängiger Praxis in vielerlei Hinsicht brachen, erwiesen sich personelle Netzwerke und Seilschaften aus der Zeit vor 1945 als stabil. Die versammelten 15 Fachaufsätze beleuchten entsprechende historische Prozesse in Ost- und Westdeutschland, den Niederlanden, Jugoslawien, Italien und der Schweiz. Die Herausgeberin Regine Heß liefert darüber hinaus in der Einleitung und einem vertiefenden Aufsatz neue methodische Ansätze zum Themenkomplex. (jr, 1.8.18)

Heß, Regine (Hg.), Architektur und Akteure. Praxis und Öffentlichkeit in der Nachkriegsgesellschaft, Transcript Verlag, Bielefeld 2018, ISBN: 978-3-8376-4094-6.

Frankfurt, Wiederaufbau der Paulskirche (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-2005-0717-514/Dumm /CC BY SA 3.0)