Das bayerische Au in der Hallertau ist das Herz des größten zusammenhängenden Hopfengebiets der Welt. Mitten im Ort stehen drei große Hopfen-Lagerhallen, die älteste stamt im Kern von 1889, die jüngste wurde 1956 errichtet. Sie werden nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck genutzt, sondern dienten bislang als Lagerräume für Vereine und private Mieter. Schon lange wurde über Umnutzung, Sanierung und auch Abriss diskutiert. Eine Architekturbüro stellte schwere Schäden vor allen an der ältesten Halle fest, deren Holzkonstruktion im Inneren nachgebe. Gerade sie ist jedoch Zeugnis von drei Epochen der Architektur- und Industriegeschichte: 1889 im Stil der Kaiserzeit mit Ziegelfassade errichtet, wurde sie in den 1920ern in der Formensprache des Neuen Bauens erweitert. Rund zehn Jahre später kam eine erneute Aufstockung, diesmal im Heimatschutz-Stil. 1938 wurden mehrere Fresken von Hans von Linprun (1907-1978) aufgebracht. Dennoch war der Abriss des Baus aufgrund des Zustands seit 2024 besiegelt. Im Gespräch war er schon viel länger, das Denkmalnetz Bayern hat die Hopfenhalle 1 bereits seit 2018 als gefährdet auf seiner Homepage gelistet.
Nun sind die Abrisspläne fürs Erste vom Tisch: Das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz hat alle drei Hopfenhallen unter Schutz gestellt. Die amtliche Einschätzung erreichte die Gemeinde Anfang Januar, eine Begehung fand im September 2025 statt. In Au ist man nicht begeistert, denn nun geht die Debatte um die Wiederbelebung der Bauten erneut los. Wenn man keine Nutzungsänderung erlaubt bekomme, habe man riesige Lagerhallen, die man erhalten müsse, zitiert der Merkur Hans Sailer (Freie Wähler), den Bürgermeister von Au. Vielleicht sei es auch eine Chance, allerdings habe niemand im Stadtrat „Hurra“ geschrien … (db, 28.1.26)
Au in der Hallertau, Hopfenhalle 1 (Bild: Harald Bruckmeier / Denkmalnetz Bayern)

