Otto Steinert, Lichtschrift – Lampen der Place de la Concorde, 1952, Silbergelatineabzug (© Nachlass Otto Steinert, Museum Folkwang, Essen)

Auf der Autobahn in die moderne Welt

Auf der Autobahn in die moderne Welt

Otto Steinert, Lichtschrift – Lampen der Place de la Concorde, 1952, Silbergelatineabzug (© Nachlass Otto Steinert, Museum Folkwang, Essen)
Otto Steinert, Lichtschrift – Lampen der Place de la Concorde, 1952, Silbergelatineabzug (© Nachlass Otto Steinert, Museum Folkwang, Essen)

In seiner Reihe „Die Sammlung Fotografie im Kontext“ beleuchtet das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) ab dem 27. Januar mit der Ausstellung „Auf der Autobahn in die moderne Welt“ die Fotografie der Nachkriegsmoderne. Im Mittelpunkt steht Heinz Hajek-Halkes Nächtliche Großstadt von 1951. Die nächtliche Straßenszene, in der sich die Lichtspuren von Autoscheinwerfern mit einem Raster geometrischer Formen überlagern, erzählt von der Aufbruchsstimmung und Experimentierfreude der Nachkriegszeit und vereint verschiedene stilistische Traditionslinien, die in dieser Arbeit sichtbar werden.

Typisch sind etwa die Lichtexperimente, mit Hilfe derer Geschwindigkeit und Zeit darstellen lassen – in einem Medium,  das einen Moment aus der Zeit herauslöst. Immer wiederkehrend sind die Motive wie das Stadtleben, der Straßenverkehr und die Autobahn, die in den 1950er Jahren noch für ungebrochenen Fortschritt stehen. Der konzentrierte Blick auf das fotografische Schaffen dieser Jahre offenbart darüber hinaus den Einfluss der sog. Subjektiven Fotografie. Zu sehen sind rund 30 Arbeiten von Heinz Hajek-Halke (1898-1983), Kōrō Honjō (1907-1995), Peter Keetmann (1916-2005), Guido Mangold (*1934), Max Scheler (1928-2003), Otto Steinert (1915-1978) und anderen Fotografen aus den Beständen des MKG. Die Ausstellung ist bis zum 30. April zu sehen. (kb, 15.1.17)