Nach der Grundsteinlegung im August 2021 und der Eröffnung der Bibliothek im Sommer 2023, in der bereits etliche Veranstaltungen stattgefunden haben, ist es nun soweit: Das Fritz Bauer Forum – Bochumer Zentrum für Demokratie und Menschenrechte öffnet seine Türen. Der Start ist am Donnerstag, den 22. Mai um 19.00 Uhr mit einer Lesung. Grußworte sprechen die Präsidentin des Oberlandesgerichts Hamm, Gudrun Schäpers, Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Franz-Josef Lersch-Mense von der NRW-Stiftung sowie der Förderer Jens Mittelsten Scheid. Milad Tabesch von der Initiative Ruhrpott für Europa und die Gründerin des Fritz Bauer Forums, Dr. Irmtrud Wojak kommen bei der Eröffnung zu Wort. Karin Moog vom Schauspielhaus Bochum und Münchens Altoberbürgermeister Christian Ude tragen aus den Schriften Fritz Bauers (1903-1968) vor. Bauer sorgte als hessischer Generalstaatsanwalt von 1956 bis 1968 für die strafrechtliche Verfolgung der NS-Verbrechen sowie für den Aufbau einer demokratischen Justiz im Nachkriegsdeutschland.
Das Fritz Bauer Forum ist beheimatet in der 1973/1974 errichteten ehemaligen Trauerhalle des Bochumer Zentralfriedhofs. Sie war das letzte Projekt des einstigen Bochumer Stadtbaumeisters Ferdinand Keilmann. Realisiert wurde sie nach seiner Pensionierung durch den Ingenieur und Hochschullehrer Hans-Rolf Dönges, der sich an Keilmanns Entwurf orientierte. 2015 wurde der skulpturale Brutalismus-Bau unter Denkmalschutz gestellt, kurz daruf legte die Stadt Bochum die Trauerhalle still und verkaufte sie an die Buxus-Stiftung für Menschenrechte, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Sie führte in Kooperation mit Rainer Tönnes/planplus GmbH den Umbau zur Bibliothek und als Veranstaltungsort durch. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützte unter anderem die Restaurierung der Bleiverglasungen von Egon Becker (1910-1989) mit 80.000 Euro. (db, 20.5.25)
Bochum, Fritz-Bauer-Forum (Bild: Anne Kruth-Luft/DSD)

