Augsburg, St. Thomas (Bild: MagentaGreen/Mairmaid, CC BY SA 3.0, 2017)

Gulbransson: Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

In Augsburg-Kriegshaber steht ein denkmalgeschütztes Baukunstwerk, einer der Geniestreiche des Architekten Olaf A. Gulbransson, so weit sind sich alle Beteiligten einig. Deshalb taten sich, als die 1961 eingeweihte Kirche St. Thomas sanierungsbedürftig wurde, auch viele Partner zusammen, um die Kosten zu tragen. Dekanat, Landeskirche und Denkmalpflege steuerten ihren Teil zu den 680.000 Euro bei. Dennoch wird die Gemeinde noch rund 250.000 bis 300.000 Euro selbst aufbringen müssen – über Spenden und wohl auch einen Kredit. Die seit sechs Jahren stufenweise umgesetzten Arbeiten betreffen vor allem die Betonoberflächen, die Glaselemente und den Innenputz des Campaniles.

Doch bereits kurz vor Fertigstellung der Arbeiten fängt Dietrich Tiggemann, Pfarrer der Gemeinde, gegenüber der Presse an, laut nachzudenken: „Es kommt der Punkt, an dem wir das Kirchengebäude wohl nicht mehr bezahlen können“, und meint damit die nächste Sanierung, die er für 2035 am Horizont aufziehen sieht. Diese Aussicht bereitet ihm angesichts der anhaltenden Kirchenaustritte große Sorge. Ein Abriss käme (Denkmalschutz!) nicht in Frage, aber sonst wolle er keine „Denkverbote“ akzeptieren. Auch eine Aufgabe der Kirche wäre möglich. Kurzfristig gibt es erst einmal Grund zur Freude, denn Weihnachten 2019 sollen die Renovierungsarbeiten an der Gulbransson-Kirche beendet sein. (kb, 26.10.19)

Augsburg, St. Thomas (Bilder: oben: MagentaGreen/Mairmaid, CC BY SA 3.0, 2017; unten: Orgelputzer, CCB Y SA 4.0, 2017)