Der Fotograf August Sander (1876–1964) glaubte daran, mit der Kamera ein Abbild der Wirklichkeit einfangen zu können. Man müsse die Menschen nur so getreu als möglich, vergleichend, in Serie dokumentieren, dann ergebe sich in der Summe ein „Antlitz der Zeit“. Unter diesem Titel stellte er 1927 in Köln eine Vorstudie seines Hauptwerks vor. Für „Menschen des 20. Jahrhunderts“ konzipierte er 45 Mappen voller Porträtaufnahmen, von bekannten Persönlichkeiten bis zu Bauern im Westerwald und im Hunsrück. Ebenfalls 1927 hatte eine Sardinienreise Sanders Motivwelt geweitet, denn – auch wenn das dazu geplante Buch nie erschienen ist – sie schärfte sein Auge für das Verbindende zwischen scheinbar so unterschiedlichen Kulturlandschaften.
Sanders 150. Geburtstag nimmt nun die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn zum Anlass, einen frischen Blick auf Sanders Werk zu werfen. Dafür kann sie auf die hauseigene Sammlung zurückgreifen, denn hier wird seit 1992 Sanders Nachlass verwahrt. So sind neben den bekannten Arbeiten auch Aufnahmen aus dem frühen Schaffen sowie spätere Auftragsarbeiten zu sehen. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf Sanders Kölner Zeit zwischen 1930 und 1943 in seiner „Lichtbildwerkstatt“. Parallel zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die seine Radiovorträge von 1931 auswertet. Die Ausstellung „August Sander – Zum 150. Geburtstag“ ist in der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn vom 11. September 2026 bis zum 24. Januar 2027 zu sehen – die Eröffnung findet am 10. September um 19 Uhr statt. (kb, 8.8.26)

August Sander: Zauberer, 1930 (Bild: © Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn; VG Bild-Kunst, Bonn)

August Sander: Bauern, 1927 (Bild: © Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn; VG Bild-Kunst, Bonn)

August Sander: Gemeiner Wurmfarn, 1930er Jahre (Bild: © Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn; VG Bild-Kunst, Bonn)
